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CholiamVus
Bonchamps; 7. Februar 1795 wurde CH. vonStafflet genommen, aber bald wieder verloren(s. ebd.); 7. April 1795 wurde Dufirat in derNahe von den Royalisten geschlagen (s. ebd.).
Choliambus (v. Gr., hinkender Jambus),auch nach seinem Erfinder Hipponax (540 v. Chr.)Hipponaelous genannt, eine Umbildung des 6fü-ßigen Jambus (Trimeters) durch Vertauschungdes 6. Fußes mit einem Trochäus od. Spondeus:
Der Choliambiis ist ein Vers für Kunstrichter,
Die überall voll Naseweillheit mitwrechen
Und Eins nur wissen sollten: daß sie Nichts wissen.
(W. A. Schlegel.)
Cholin(Biliueuriu,Sinkaliu; Chem.)0xH^O„eine starke Base, welche in der Galle, im Gehirne,im Eidotter vorkommt, aber auch aus dem Sina-pin, dem Alkaloid des Senfsamens, durch Kochenmit Kali- oder Barythydrat erhalten werden kann.Es ist sehr zerfließlich, daher nur schwierig kry-stallisirbar, reagirt stark alkalisch, zieht aus derLuft Kohlensäure an, verbindet sich mit Säurenzu gut krystallisirenden Salzen. Beim Erhitzenzerfällt es in Trimethylamin u. Äthylenalkohol.
Clören.
Cholin, Kreisstadt des russischen Gouv. Pskow,an der schiffbaren Lowat; lebhafter Handel mitFlachs, Hanf u. a. Landesproducten,' 5667 Ew.Der Ackerbau des Kreises ist jedoch seit der Bauern-Emaucipation sehr zurückgegangen.
Cholmogory, Kreisstadt des russischen Gouv.Archangelsk, aus einer Insel der Dwina; Navi-gationsschule; vorzügliche Rindviehzucht; 1580 Ew.;Geburtsort des Dichters Lomonossow.
Choloidinfäure (Chem.) eine zu
den Gallensäuren gehörende organische Säure;entsteht aus der Cholsäure durch Erhitzen aus100" oder Kochen mit Säuren als amorphe, inWasser unlösliche, in Äther wenig, in Alkoholleicht lösliche Masse, die durch Erhitzen auf 300°oder Kochen mit Salzsäure in Dyslysin sich ver-wandelt. Sie bildet mit Basen amorphe Salze.
Clören.
Cholos (Mestizen), Mischlinge von Weißen u.Indianern; bilden die überwiegende Bevölkerungin Peru. Ihrem physischen Charakter nach schei-nen sie, den meisten Berichterstattern zufolge, auftieferer Stufe zu stehen, als die Indianer; günsti-ger urtheilt dagegen von Tschudi über sie. Nachihrer Farbe sind sie sehr verschieden, je nach dergrößeren oder geringeren Mischung des Blutes;Manche von ihnen sind so weiß wie die spanischenCreolen. 2) Ch.-Jndianer, im Staate Panama,an der SKüste des Golfes von Darien, welcheihre Wohnungen am Wasser auf Pfählen 2—2,^m über dem Boden zu bauen Pflegen. Kolpe.
Cholsäure (Cholalsäure, Chem.)eine Gallensäure, Spaltungsprodukt der Glycochol-und Tanrocholsäure, farblose, glänzende OktaLder,anfangs durchsichtig, hernach undurchsichtig wer-dend, von intensiv bitterem, hinterher süßlichemGeschmacke, in Wasser sehr wenig, in Alkohol u.Äther leicht löslich, wird durch mehrtägiges Kochender krystallisirten Galle mit Barytwaffer od. Kali-lauge dargcstellt. Mit Alkalien bildet sie leichtlösliche, krystallisirbarc, mit den übrigen Basenschwer lösliche oder unlösliche Salze. Mit etwas
— Chomel.
Zuckerlösung u. concentrirter Schwefelsäure ver-setzt, färbt sie sich schön purpurroth, eine Reaction,welche auch die übrigen Gallcnsäuren zeigen; beimErhitzen auf 200", sowie beim Kochen mit Säurenverwandelt sie sich in Cholo'idinsäure. Clören.
Cholui, Marktflecken im Kreise Wjasniki desruff. Gouvernements Wladimir; Fertigung vonHeiligenbildern auf Lindenholz; 4 große Jahr-märkte; 3000 Ew.
Cholüla (San Pedro, vor Cortez Churultecalgenannt), mexicanische Stadt im Staate Puebla,2138 m über dem Meere; einst eine der mäch-tigsten des Azteken-Reiches (20,000 Häuser, über150,000 Ew.), hat sie jetzt kaum 6000 Ew.; berühmtdie Ruinen der Tempelpyramide (Teokalli) desQuetzalcoatl, die in ihrer Basis 420 in maß u.52 in hoch war; auf ihrer Spitze jetzt eine Kirchemit prachtvoller Aussicht auf die Gebirge.
Chomel, 1) Pierre Jean Baptiste, franz.Botaniker, geb. 1671 zu Paris; wandte sich, nach-dem er bereits im 14. Jahre seine literar. Studienvollendet hatte, der Medicin u. Botanik zu, promo-virte 1697, bereiste von 1700 ab, um seines Freun-des Tournefort Vorhaben, eine allgemeine Geschichteder Pflanzen Frankreichs zu schreiben, zu unter-stützen, die Auvergne, namentlich Puy de Dome,die Höhen des Cantal, das Bourbonnais u. diePflanzenreichen Berge der Nachbarschaft, unter-suchte gleichzeitig die verschiedensten Mineralwasseru. kehrte, reich an Ausbeute, auch bis dahin un-bekannter Pflanzen, nach Paris zurück, wo erLeibarzt des Königs, 1702 Schüler der Akademie,1707 (1720) Mitglied derselben u. 1738 Decander Facultät wurde; st. 3. Juni 1740. Von1703—1720 überreichte er der Akademie siebenAbhandlungen, die Geschichte u. Beschreibung derPflanzen, Mineralwasser und außergewöhnlicheKrankheiten betreffend, u. gab eine Abhandlungheraus: H>rö§s cies planlos usnsllos etc., Par.1712, 1715, 1725, Amsterdam 1750, mit einemSupplement, das 1730, 1761 u. 1810 wieder auf-gelegt wurde. Er hat darin besonders die Erfolgeseiner mit Vorliebe betriebenen Studien der Eigeu-thümlichkeiten u. Wirkungen der Pflanzen nieder-gelegt u. in der Darstellung seinen eigenen Gangeingeschlagen. Es ist jedenfalls für lange Zeit dasvollständigste Werk der Art gewesen, das einenbestimmten, bedeutenden Fortschritt anzeigte, wennes auch in der Genauigkeit von Geoffrois: lfla-liörs möäioalo stellenweise übertroffen wird u.CH. in der Auswahl seiner Gewährsmänner nichteben sehr kritisch verfuhr. 2) Jean BaptisteLouis, des Vor. Sohn, geb. zu Paris; studirteMedicin, promovirte 1738, wurde Leibarzt desKönigs, Ehrenmitglied des König!. Collegiums zuNancy, 1754 Decan der Facultät; st. 11 . April1765. Berühmt hat er sich gemacht durch seinWerk: lüssai lüstorigno sur Io mscksoins onUranos, Par. 1762, in dem er nicht nur die Ent-wickelung der medicinischen Wissenschaft in Frank-reich darstellt, sondern auch eine Geschichte derPariser medicinischen Facultät gibt, sowie derMänner, welche sich besonders in ihr hervorge-than haben, u. eine Geschichte der epidemischenKrankheiten, die am weitesten um sich gegriffenhaben, anfllgt. 3) Auguste Francois, Enkel