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Choleriker
die keinen Connex mit dem Verkehre haben; imAllgemeinen hat sich in den letzten Epidemienherausgestellt, welche Orte in den einzelnen Ge-genden dies sind. Hier bleibe man bis zum völli-gen Erlöschen der Epidemie. Freilich sind nurWenige in der Lage, diesen Rath befolgen zukönnen, denn Berufs- u. geschäftliche Beziehungenfesseln meist an den Ort. Für diese große Mehr-heit ist die Vermeidung aller oben unter Ursachenangeführten Momente von höchster Wichtigkeit.Zeigen sich gleichwol die ersten Erscheinungen derCH.: Kollern u. Durchfall, so muß sich der Krankesofort zu Bette legen u. durch einen schweißtrei-
> beuden Thee, Einwickelung in erwärmte wolleneDecken u. Auflegen eines warmen Breiumschlages(oder einer Wärmflasche rc.) aus den Leib n. un-
! ter die Füße in Transpiration zu kommen suchen.Von Speisen nehme er gar nichts zu sich, umden Magen nicht zur Entleerung anzuregen. IstBrechneigung oder Erbrechen vorhanden, so em-pfiehlt sich wieder das Verschlucken von Eisstllck-chen, oder das Trinken geringer Mengen in Eisgekühlten SelterserWassers; die übrigen Anordnun-gen sind dem so schnell als möglich herbeizurufen-dcn Arzte zu überlassen. Ist der Ch-anfall glück-lich überstanden, so ist durch eine vorsichtige, nahr-hafte Kost auf die Hebung der zurückgebliebenenEntkräftung einzuwirken.
> Abgesehen von der älteren, sehr zahlreichen Ch.-
' Literatur, bleiben von der neueren hauptsäch-lich zu erwähnen: v. Pettenkoser, Über die Ver-breitungsart der CH., Münch. 1855; Ders., FünfFragen aus der Ätiologie der CH., PappeuheimsMonatsschr. 1859, 1. Heft; Ders., CH. u. Boden-beschaffenheit, Bayer. Jntelligenzblatt 1861; Ders.,Verbreitnngsart der CH. in Indien, nebst Atlas,Braunschw. 1871; Ders., Die Ch-epidemie in derk. bayer. Gefangcnenanstalt Lausen a. d. Salzach,im Aufträge der Ch.-Commission für das DeutscheReich, Berl. 1875; A. Hirsch, Rückblick auf die
I neuere Ch.-Literatur, Schmidts Jahrbücher 1855u. 1856; G. v. d. Busch, Die Ch-epidemie in
^ Dänemark von 1853, Brem. 1858; Ackermann,Die CH. im 1.1859 in Mecklenburg, Rost. 1860;Dosumsnbs übabistiguss sb näministratiks von-vernant Io otwlers, äs 1854, Par. 1862; Ver-handlungen der Ch.-Conferenz in Weimar 1867,Münch. 1867; Thomas, Bericht zur Lehre vonder CH., Schmidts Jahrb., Bd. 137; Küchen-meister, Handbuch der Lehre von der Verbreitungder CH., Erlang. 1872; Hirsch, Handbuch derhist.-geogr. Pathologie, Erlang. 1860, Bd. I.;
I Ed. W. Sabell, Die CH., ihre Entstehung n. Ver-
! breitung rc., Berl. 1871; Albu, Deutsche Zeit-schrift f. prakt. Medicin 1875, Nr. 35—39, Leipzig.
Kunze.
Choleriker (Cholericns, cholerischer Mensch)ist ein Mensch, dem das sog. cholerische Tempera-ment (s. Temperament) eigen ist; im Unterschiedevon den drei anderen Temperamenten ist dercholerische Mensch leicht erregbar u. empfänglichfür gewisse Ursachen von Gefühlen, die das Han-deln des Menschen bestimmen, dabei aber auchbeharrlich in der Ausübung des einmal Vorge-setzten. Woiff.
Cholerine (fr., Med.), leichter Grad einer Er«
— Cholet.
krankung an Cholera; einfache, d. h. nicht durchdas Choleragift hervorgerufene Brechdurchfälle, wiesie im Sommer namentlich bei Kindern häufigVorkommen, dürfen nicht mit dem Namen CH. be-legt werden. Vgl. Cholera. Kunze.
Cholesteatom (Med.), harte, langsam wach-sende, nicht bösartige Balggeschwulst. Das CH.besteht aus einem fibrösen Balge (Kapsel), in denein milchweißer bis hellgelber, perlmutterähnlichglänzender, fetter Brei, bestehend ans Fetten u.dichten Schichten von Oberhautzellen, eingeschlos-sen ist. Das CH. sitzt gewöhnlich unter der Haut,im Untcrhautzellgewebe, u. vorzüglich in denweichen Hirnhäuten. Die unter der Haut sitzen-den können meist leicht u. ohne Gefahr der Rück-kehr operirt werden. E. B-riL
Cholesterin (Chem.) , Bestandtheil
der Galle u. der in den Gallengängen u. derGallenblase sich bildenden Gallensteine, welcheletztere oft nur aus CH. bestehen. , Es kommt fer-ner auch im Gehirne, Rückenmarke, in den Nerven,im Eidotter, im Blute, Eiter u. vielen anderenTheilen u. Flüssigkeiten des Thicrkörpers vor.Außerdem ist es im Pflanzenreiche sehr verbreitet,wo es namentlich in den Pflanzensamen, in Hül-senfrüchten (Erbsen), im Mais, Roggen, in derGerste u. in allen jungen Pflanzentheilen ange-troffen wird. Zur Darstellung werden Gallensteine,nachdem sie durch kochendes Wasser von Gallen-farbstoffen, Gallensäuren u. unorganischen Salzenbefreit sind, mit siedendem Alkohol ausgezogen.Nach dem Filtriren u. Erkalten scheidet es sichin weißen, perlmutterglänzenden, fettig anzufüh-lenden Blättchen aus, welche geschmack- u. geruch-los sind, bei 145° schmelzen u. bei 360° nnzer-setzt sublimiren. In Wasser ist es gar nicht, inkaltem Alkohol wenig, in heißem, sowie in Äther-leicht löslich. Das CH. verhält sich wie ein ein-werthiger Alkohol u. bildet mit Säure zusammen-gesetzte Äther, von denen der Stearinsäure-, But-tersäure-, Essigsäure- und Benzo'esäure-CH-äther,dargestellt sind. Letzteres sind feste, krystallisirbareSubstanzen. Durch Oxydation mit Salpetersäurebildet es neben flüchtigen FettsänrenCholesterin-säure OsHzoOs, eine amorphe, weiße, in Wasserleicht lösliche Masse, welche mit Silber ein kry-stallisirbares Salz liefert. Clören.
Cholestrophan(Dimethylparabansäure,Chem.)OsHglissOg, bildet sich durch längere Einwirkungvon Chlor auf Caffern, sowie von Jodmethyl aufdas Silbersalz der Parabansäure als breite, silber-glänzende, leicht schmelzbare u. snblimirbare Blätt-chen. Clören.
Cholet, Stadt im gleichnamigen Arr. des franz.Dep. Maine-et-Loire, an der Maine, Station derOrleans-Bahn; Gericht 1. Instanz; bed. Batist-,Siamoise-, Taschentücher- u. Flanellfabr., Wollen-,Baumwollen- u. Leinwandspinnerei, Bleicherei (derindustrielle Bezirk von CH. begreift 7 Cantone mit80 Gemeinden u. 125,774 Ew.); bedeut. Handelmit den gewerblichen Erzeugnissen, Schiefer, Holz,Korn, Pferde u. Vieh (jährl. werden 90—100,000fette Ochsen, 150—200,000 Schafe, 30—35,000fette Schweine rc. verkauft); 13,552 Ew., wovon11,328 in der Stadt selbst. Hier 17. Oct. 1793Niederlage der Vendeer (s. Bendeekrieg) u. Tod