Cholera.
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gleichmäßig von Osten nach Westen vorwärts-schritt, nahm sie diesmal den Weg in ganz ent-gegengesetzter Richtung. Ende Juli 1848 bürgertesie sich in Berlin ein u. hielt sich hier mit Unter-brechung bis 1850; bald nachher zeigte sie sich inStettin, Magdeburg u. im Dec. in Halle, wo siemit manchen Schwankungen im Verhältniß gräß-licher wüthete, als zu irgend einer anderen Zeitu. selbst in den größten Städten. Unterdessen warsie auch in Ost- u. Westpreußen, vorzugsweise inKönigsberg u. Danzig, sowie im GroßherzogthumPosen ausgebrochen u. zog verheerend durchSchlesien, ihren Hauptsitz in Breslau nehmend.In Sachsen erschien sie im Oct. 1848 in Glauchau.,.us SRnßland drang die Seuche 1843 nachden Donaufürstenthümern Moldau und Walachei,wo sie Jassy, Bukarest und Galacz am härtestenbelras, u. nach den österreichischen Staaten, Gali-zien u. Ungarn. In Wien verbündete sie sich1848 mit dem belagernden Heere, um die auf-ständische Bevölkerung zu zähmen. Im Herbste1848 zeigten sich die ersten Spuren der Seuchein London, Edinburgh u. mehreren anderen StädtenGroßbritanniens, ohne jedoch so verheerend wiein Rußland u. an manchen Orten Deutschlandsaufzutreten. Am härtesten wurde Schottland, bes.Glasgow, betroffen, Irland wurde vorzüglich inBelfast heimgcsucht. Zu gleicher Zeit ergriff dieCH. Holland, bes. Amsterdam, Rotterdam u. Gro-ningen, u. trat verheerend in Leyden sauf, bes.aber in den an der See gelegenen armseligenFischerdörfern. Anfang 1849 war sie hier überallim Abnehmen begriffen. Auch Belgien, besondersLüttich u. Umgebungen, suchte sie heim u. bliebdort bis ins I. 1849. Amerika, namentlich dieSeehäfen, blieb auch nicht von der CH. verschont,u. vor Allem wüthete sie in New-Orleans, Texasrc., ließ jedoch Anfang 1849 hier ebenfalls nach.Ende Jan. 1849 erschien sie wieder in der Tür-kei, sowol in Constantinopel, als auch in den Pro-vinzen. In den Donaufürstenthümern suchte sieim Juli wieder die 1848 betroffenen Orte, be-sonders Galacz u. Bukarest, heim. In Österreichtrat sie schon Ende Januar wieder in Wien auf,wurde am heftigsten im Juni u. hörte erst MitteOct. auf. Im Mai brach sie in Presburg mitgroßer Hefügkeit aus; im Juni kam sie nach Prag.In Ungarn u. besonders im Mai in Krakau wü-thete sie hauptsächlich unter den Russen; war EndeNov. in der Nähe von Olmütz; im Aug. u. Sept.wurde sie wieder in Venedig und Triest heftigeru. griff besonders seit Ende des Jahres in Böh-men in verschiedenen Gegenden um sich. In Preu-ßen begann sie in Posen nach Monatlichem Auf-hören im Febr. 1849 wieder. In Schlesien, be-sonders in Breslau, wurde sie im Mai wiedersehr bösartig u. blieb bis gegen Ende Juli. InBerlin begann sie Ende Mai wieder, erreichte imAug. ihren Höhepunkt u. nahm nach diesem wiederab bis Anfang Dec. Die Gesammtsumme der Ge-storbenen war größer, als in einem der früherenJahre. In Halle wurde sie im Juni ^wieder sehrheftig. Auch in den westlichen Theilen der Mon-archie, besonders in Trier, trat sie bösartig auf.Sachsen besuchte sie auch wieder, vom Juni bisSept. besonders Dresden u. Leipzig. In Nord-
Deutschland zeigte sie sich im Mecklenburgischen,besonders in Schwerin; in Mittel-Deutschlandnoch im Lippeschen, wo sie Ende Aug. besonders inStadthagen sehr heftig auftrat, seit Mitte Sept.auch in Detmold; in WDeutschland meist nureinzeln in Württemberg, z. B. in Vaihingen, wosie im Sept. wieder im Abnehmen begriffen war;in Hessen, in Mainz, wo sie aber ebenfalls imSept. aufhörte; in Baden, wo sie bes. in Mann-heim bösartig war. In Frankreich betraf siewieder Paris sehr hart u. erreichte ihre Höhe be-sonders im Juni; auch in Rochefort trat sie imAug. u. in Marseille im Sept. sehr heftig auf.In Algier raffte sie in Oran H der Bevölkerungweg. In den Niederlanden wurden wegen der imAug. immer noch herrschenden CH. die Kirchweih-feste nicht gefeiert. Sehr hart betraf sie wiederGroßbritannien, und zwar diesmal vorzugsweiseEngland. Auch in NAmerika herrschte sie fort,u. zwar nicht allein mehr in Seeorten, wie New-Orleans und New-Dork, sondern sie drang auchnach dem W. vor u. verbreitete sich seit Augustüberhaupt in den ganzen Vereinigten Staaten u.Canada. In Asten selbst wüthete sie dieses Jahrin Siam, u. zwar in einem solchem Grade, daßviele Leichen gar nicht verbrannt werden konnten.Auch im I. 1850 zeigte sich die CH. wieder anvielen der schon berührten oder bisher noch un-berührten Örte, in Leipzig, Pegau, Magdeburg,Berlin rc., hauptsächlich aber im Juli bis Sept.in Braunschweig u. Paderborn. Im April 1851nahm die Krankheit in Java, besonders in Sa-marang, einen epidemischen Charakter an. Überdie Hälfte der Erkrankten starben. Mit bei Wei-tem größerer Heftigkeit als früher hauste sie 1852in Polen, drang nach Posen vor u. griff in denDörfern und kleinen Städten schnell tödtend umsich. In Kalisch erlagen der Krankheit 60 pCt.der Bevölkerung. Im Juni 1853 war Peters-bürg der Schauplatz ihrer Verheerungen; vonJuli bis Aug. zeigte sie sich in Kopenhagen, zu-gleich auch in Mexico und in der Havana. ImI. 1854 begegnen wir der CH. zunächst in Grie-chenland, wo sie im Piräeus und auf der InselSyra wüthete. Mit Beginn der warmen Jahres-zeit trat sie in Neapel u. in Palermo, im Oct.auch in Mailand auf. In Deutschland wurdenamentlich Bayern während des Sommers heim-gesucht, vor Allem Augsburg, Nürnberg u. Mün-chen. Zu gleicher Zeit trat sie wieder im südli-chen Frankreich, in Marseille, in Straßburg An-fang August und in den Dörfern des Departe-ments Haute-Marne verheerend auf. Ferner gras-sirte sie im ganzen S. von Andalusien u. in derHauptstadt Spaniens. Auch im I. 1855 kamdie CH., wenn auch mit bedeutend geringerer Hef-tigkeit, sporadisch in verschiedenen Gegenden desmittleren Europa vor. In Brasilien wurde sie imJuli durch Auswanderer eingeschleppt und rafftevon Juli 1855 bis April 1856 in Rio de Ja-neiro an 5000 Menschen hin. 1857 brach sieplötzlich in Schweden wieder aus rc. In denneuesten Zeiten haben wir in Deutschland wie-derum im 1.1866 eine weitverbreitete mörderischeEpidemie überstanden, im 1.1867 eine mäßigere,desgleichen in den I. 1872 u. 1873, so Laß es
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