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Chodscha -
Erfassen zeigt sich in der Wiedergabe des Erfaß-ten. Harte, feine, aber feste u. sichere Umrissen. leicht getuschte Schatten genügen ihm, umMeisterwerke voll Leben, Änmuth u. Heiterkeit zuschaffen u. noch dazu in den kleinsten Maßverhält-niflen, so daß er infolge seiner Universalität denersten Rang unter den deutschen Kleinmcisterneinnimmt. Erweist sich CH. auch als von Naturgutmüthig, zu Scherz geneigt u. liebenswürdig,so verfolgt er doch die Thorheiten seiner Zeit mitbeißendem Spotte u. übt über das Laster streng-stes Gericht. Weniger glücklich ist er auf demihm ungewohnten Felde idealer Darstellungen.Literarisches Berzeichniß sämmtlicher Kupferstichevon CH., Berl. 1814. 2 ) Gottfried, Bruderu. Gehilfe des Vor., geb. 1728; malte Jagdenu. Landschaften in Miniatur u. in Email; st. 1781.3 ) Wilhelm, Sohn von CH. 1), Kupferstecherin Berlin, geb. 1765; stach, wie Jener, Charak-terfiguren; st. 1805. Regnet.»
Ä-odscha (türk.), Lehrer, bes. Neligionslehrerder türkischen Prinzen; nach dem Scheikh ul Islamder Vornehmste unter den Ulema.
Chodziesen (Chodschesen, Chodzicsz), 1) Kreisim Regbez. Bromberg der preuß. Pro». Posen, zubeiden Seiten der Netze u. des Netzebruches; von4l,« km der OBahn durchschnitten; fruchtbar;1093,gz mkm (19,n I^M); 52,677 Ew., Vorherr,schend Deutsche. 2 ) Kreisstadt darin, an einem See;
1 kathol. u. 1 cvang. Kirche, Synagoge; Volksbank;Ziegeleien, Porzellanfabrikation; 3092 Ew.
Chodzko, 1) Jakob Leonhard, polnischerGeschichtschreiber, geb. 6. Nov. 1800 in Oborekim Palatinat Wilna; studirte in Wilna, begleitete1819 den Fürsten Michael Orginski als Secrctäraus dessen Reisen, gab in Paris, wo er seit 1826lebte, dessen Memoiren heraus, ward nach denJnlitagen 1830 Lafayettes Adjutant u. nach demAusbruche der polnischen Revolution vom polni-sche- Gouvernement beauftragt, Polens Interessenin Paris zu wahren; nach der Ankunft der pol-nischen Emigranten in Frankreich wurde er Mit-glied des Nationalcomites. Er schr.: Obssrvaticmssnr In koloKns st Iss Dcäonais, Par. 1827;Hist, äss Isgüoils polonaisos sn ItaUs saus 1soowmavcksmsnt du Asusral Dombrorvski, Par.1829—32, 2 Bde.; Klus ssguisss oiirsuoloAiqueäs pickst, äs In tittöraturs polon., ebd. 1829;I-ss Dolonais sn Itckis, ebd. 1830; Distoiro ässlöAions polonaisss ä 1'armss äu Miin st äuDannys, 1831; Klistairs populairs äs kolsAns,14. Aust., 1864; Lseusil äss traitäs, sonvon-tions et astss äixlomatignss eonesrnant 1a?o-loxns, 1762—1862, Par. 1862, unter dem Pseu-donym Graf dÄngeberg. Auch lieferte er eineneue Ausgabe von Maltebrnns laicksan äs 1akoloßns anoienns st moäsrns, Par. 1830, 2Bde., führte die oberste Leitung bei Herausgabevon Im DolsAvs tckstorigus, 11t., monnment, etpittoresgns, ebd. 1837—41, 4 Bde., 7. Ausl.,1847 f., u. bearbeitete einen cktlas äss septParties äs la kotsAns. 2 ) Alexander Ba-reyko, ein Verwandter des Vor., Orientalist,geb. 11. Juli 1804 in Krzywice in Lithauen; lebte1829—41 in Persien; er sehr.: Orammairs per-sans. Par. 1852; I>s äwAman turo, ebd. 1854;^
- Choiscul.
übersetzte Körruglus Abenteuer u. Gesänge (per-sischer Volksroman) ans dem Persischen ins Eng-lische, Lond. 1842, deutsch von Wolfs, Jena 1843;gab heraus: Lpssimsns »I tlis populär postrg'ok ksrsia, Lond. 1842, u. DjnnAni Olisiiääst(religiöse Dramen, welche im Monat Moharremin Persien aufgeführt werden), Par. 1852; Oram-maire palsoslavv, 1869. 1) Lagai.»
Choi, Stadt in der pers. Prov. Aserbeidschan,am Kotur u. an der nach Erzerum führendenKarawanenstraße, in fruchtbarer Gegend; schöngebaut; 20—30,000 Ew.
Choiseul, alte französische Familie, welche nachI. Biguier ihren Ursprung von dem Grasen Hugovon Bassigny u. Boulogne-sur-Mcr (lebte um 937)n. nach Le Laboureur, dessen Meinung wol dierichtigere ist, von den Grasen von Langres ab-leitet u. sich seit dem 16. Jahrh. in 3 Linientheilte: L.) Erste Linie: Choiseul-Beaupre,gestiftet von Franyois Joseph CH. - Beaupre(welcher Generalgouverneur von S. Domingo waru. von seiner Gemahlin, einer geb. Gräfin Stain-ville, im letzten Viertel des 17. Jahrh. den Na-men Choiseul-Stainville annahm. Sein Enkelwar der Staatsmann Herzog Etienne Frany. v.Ch.-Amboise (s. CH. 4), für welchen die schonunter seinem Vater 1722 zum Marquisat er-hobenen Besitzungen des Hauses zum Herzog-thnrn CH. erhoben wurden. D) Zweite Linie»1593 gegründet, bestand in 3 Nebenlinien -a.) CH.-Gouffier, gestiftet von CH. 6);i>) CH.-Daillecourt; o) C h. - S tainville,welche 1785 die Herzogswllrde von der erstenLinie erbte, aber 1838 erlosch. 0) Dritte Linie:Ch.-Praslin, s. CH. 1) u. 2). Als die Mar-quis von CH. -Praslin ausstarben, kam Praslinan die Grafen von Chevigny, welche auch zudem Hause CH. gehörten u. seit 1478 eine be-sondere Linie bildeten, u. wurde 1762 zum Her-zogthum erhoben; s. Praslin. Merkwürdig sind:I) Charles de CH., Marquis von Praslin u.Chaources, Herr v. Plessis-Saint-Jean, be-kannt als Marschall v. Praslin, geb. 1553; zeichnetesich 1575 bei der Belagerung von La Fere, 1589bei der von Paris u. 1592 in der Schlacht vonAnmale aus; war nach einander Generalstatthalterin der Champagne u. Gouverneur von Troyes,1619 Marschall von Frankreich, 1622 Gouverneurvon Saintonge; 1621 u. 1622 war er mit imKriege gegen die Hugenotten; st. 1. Febr. 1626.Er hat 47 Treffen mitgemacht u. ist 22 Mal ver-wundet worden. 2 ) Cesarde CH.,Graf v.Plessis-Praslin, Neffe des Vor., geb. im Febr. 1598,bekannt als Marschall du Plessis; stand schon imAlter von 14 Jahren an der Spitze eines Regi-ments, zeichnete sich als Diplomat u. in den Feld-zügen in Frankreich u. Italien 1627—45 aus,eroberte 1645 Rosas in Catalonien, wofür er denMarschallsstab empfing; 1646 ging er wieder nachItalien u. schlug 30. Juni 1648 den Marquisvon Caracdne bei Cremona. Zur Zeit der Frondeleistete er der Sache des Königs bedeutende Dienste,vertheidigte mit Erfolg Saint - Denis, schlug diePariser u. die Spanier, unterwarf Bordeaux u.besiegte Turenne bei Rethel 23. Dec. 1650; 1665^ wurde er Herzog von CH. u. Pair, brachte den