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Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
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Choisy

Vertrag zwischen Ludwig XIV. u. Karl II.gegen Holland zu Stande. Er st. 23. Dec. 1675zu Paris. Seine Memoiren (von 1628 bis 1671),Par. 1676. 3) Claude de CH., Marquis vonFranciöres, geb. 1. Jan. 1632, bekannt alsMarschall von Choiseul; focht zuerst 1649 beiVitry-sur-Seine, 1664 in Ungarn gegen die Türken,trug viel zum Gewinnen der Schlacht von St. Gott-hard bei, nahm 1669 ruhmreichen Antheil an derBelagerung von Candia, diente 1672 in Holland,dann unter Conde u. Turenne, wurde 1676 Ge-uerallieutenant, befehligte 1684 die Truppen desKurfürsten von Köln, zwang 1689 den Kurfürstenvon Bayern zum Rückzuge, wurde 1693 Marschallu. war 1693» 1696 u. 1697 Oberbefehlshaberam Rhein. Er st. 15. März 1711. 4) EtienneFrancois, Herzog von Ch.-Amboise, geb. 28.Juni 1719, hieß früher Graf von Stainville;wurde früh Soldat, 1743 Oberst, 1748 Marbchalde Camp u. 1749 Generallicutenant; 1753 Ge-sandter in Rom n. seit 1757 in Wien, brachte erdie Allianz zwischen Österreich u. Frankreich zuStande. Anfangs war die Pompadour, die erdurch ein Witzwort beleidigt hatte, seine Feindin;später aber wurde sie seine Gönuerin, u. er wurdeLurch sie 1758 zum Minister, Herzog n. Pair er-hoben; 1761 übernahm er zeitweilig das Marine-u. Kriegsministerium u. 1766 das Ministeriumdes Auswärtigen, schloß den Familienvertrag derBourbonischen Höfe, eroberte Corsica, organisirtedie französische Armee neu u. auf preußischem Fuße,legte Artillerie- u. Ingenieurschulen an, wendetegroße Summen auf Befestigung der Colonien,schuf eine neue Flotte (74 Linienschiffe, 50 Fre-gatten). 1770 wurde er durch die Jutriguen derDnbarry, welche ohne sein Wissen des KönigsMaitresse nach der Pompadour n. am Hofe ein-gefiihrt worden war, seines Amtes entlassen u.nach seinem Landgute Chantelonp verwiesen. Nachdem Tode Ludwigs XV. 1774 kehrte CH. an Len Hofzurück, ohne jedoch wieder ins Ministerium zu treten.Er st. im Mai 1785, tief verschuldet. 1778 ließ erin Chantelonp seine Nsmoirss drucken. Lebensbe-schreibung von K. v. Schlözer, Berl. 1848. 5)Louise Honorine Crozat du Chatel de CH.,Gemahlin des Vor., höchst wohlthätig; obgleichvon ihrem Gemahl getrennt lebend, trat sie dochihre Rente von 400,000 Fcs. dessen Gläu-bigern ab, lebte fast dürftig in einem Kloster, u.als dies aufgehoben wurde, von der Revolutionverschont in Paris. Sie starb dort 1801. Vgl.6ras8ot, ülaciams cks Oll. ob son Isinps,Par. 1874. 6) Marie Gabriel Laurent Au-guste, Graf v. Ch.-Gouffier, geb. 27. Sept.1752; unternahm 1776eine Reisenach Griechenlandu. Asien u. gab nach seiner Rückkehr die Resultateseiner Entdeckungen heraus, was ihm den Eintrittin die Akademie verschaffte; 1784 wurde er Ge-sandter bei der Pforte u. blieb es auch zu Anfangder Revolution. Seine Correspondenz mit denBrüdern Ludwigs XVI. fiel der republikanischenArmee 1793 beim Rückzüge aus der Champagnein die Hände; er entging aber der Verhaftungdurch Entfernung von Constantinopel, begab sich1800 nach Petersburg, wurde von Paul I. zumStaatsrath n. Directvr der Akademie der Schönen

- Cholera.

Künste n. aller kaiserl. Bibliotheken ernannt, mußteaber wegen seines vertrauten Verhältnisses mitdem Grafen Cobentzl Rußland wieder verlassen;1802 kehrte er nach Frankreich zurück, wurdespäter von Ludwig XVIII. zum Pair von Frank-reich n. Minister ernannt. Er st. 20. Juni 1817in Aachen. CH. schr.: VoxuAS pitborssgns dg la.Oroes, Par. 1782, n. Aust, von Miller u. Hase,1841, 3 Bde., mit histor. Notizen; LIsinoirs surI'Hippodroms d'OIxmpis, 8ur I'ori§ins du Loa-porus tllraeicus u. 8ur l'oxiatsuos d'üoinörs.7) Charles Raynard Laure Felix, Herzogv. Ch.-Praslin, geb. 24. März 1778; war Kam-merherr des Kaisers Napoleon n. 1814 Oberst derNaticnalgarde; indenlOOTagen wurde erPair,abervon der Restauration aus der Kammer ausgestoßenu. verbannt; kehrte jedoch 1819 nach Paris zurück.CH. st. 28. Juni 1841. Seine Gemahlin war einegeb. Tonnelier de Breteuil. 8) Charles LaureHngues Theobald, Herzog von Ch.-Praslin,Sohn des Bor., geb. 29. Juni 1805; war 1839 ^bis 1842 Deputirter, dann Ehrencavalier der Her-zogin von Orleans u. seit 1845 Pair. Er ver-mählte sich 1845 mit einer Tochter des MarschallsSebastians, die 18. August 1847 in ihrem Hause,in der Rus du ll^ullourA 8t.-Houors, ermordetgefunden wurde. Es fiel bald der Verdacht aufden Herzog selbst, der wegen eines Verhältnisses mitder Gouvernante seiner Kinder mit seiner Gemah-lin langem Zwietracht gelebt hatte. Am 21. Ang.wurde der Herzog deshalb nach dem Luxembourg ab-geführt, wo er 24. Ang. infolge genommenen Giftesstarb. Über seine Schuld war kein Zweifel. Volchert.»

Choift) (CH.-le-Roi), Marktflecken im Arrond.Sceanx des sranz. Dep. Seine, an der Seine,Station der Orleans-Bahn; einer der schönsten Orteum Paris; Schloß u. Park; Fabrikation in Tuch,Filz, Kesseln, Sparterie, Töpferei, Fayence undPorzellan, Glas, Maroquin u. chem. Producten;5099 Ew.

Chokand, s. Kokand.

Chol (hebr.), nicht heilig; so z. B. die Wochen-tage im Gegensätze zu Sabbathen u. Festen; CH.ha Moed (d. i. gemeine Festtage), die Zwischeu-tage zwischen den beiden ersten u. beiden letztenTagen des Oster- u. Hüttenfestes, die nicht den-selben Grad der Heiligkeit haben, wie die erstenn. letzten Festtage, u. an denen daher leichte Ar-beiten u. solche zu verrichten gestattet sind, dienur mit Schaden bis nach dem Feste verschobenwürden.

Cholacrol (Chem.) 0,IIlXt0ig, blaßgelbes,betäubend riechendes, in Wasser wenig, in Alkoholn. Äther leicht lösliches Öl, welches bei der Be»Handlung von Cholsänre u. Cholo'tdinsäure mitSalpetersäure neben anderen Zersetznngsproductenentsteht. Bei 100° zersetzt es sich unter Explosion.

Clören.

Cholalsäure, so v. w. Cholsänre.

Cholera (v. hebr. ollAs, böse Krankheit).(Hierbei 1 Karte.) CH. ist die Bezeichnung fürzwei ihrem Ursprünge u. ihrer Verbreitung nachvöllig verschiedene Krankheiten, die sog. Ollolorauosbrs.8 u. die indische (asiatische) Cholera(Ollolora. morllus), die beide nur das gemeinsamhaben, daß sie mit gußweisen wässerigen Entleer-