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Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
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Choctaws

Choctaws (Chartas), Jndianervolk vom ap-palachischen Volksstamme in NAmerika, das ehe-mals in den Staaten Alabama, Mississippi undArkansas seine Wohnsitze hatte, jetzt aber mitmehreren anderen Stämmen im Indianer-Gebietedes W. der Vereinigten Staaten lebt. Sie trei-ben ausgedehnten Ackerbau, besitzen gute Häuser,Felder, auf denen Mais u. Baumwolle in großerMenge gebaut werden, ansehnlichen Viehstand,Säge- u. Mahlmühlen rc.; sie sind Christen».habeneine derjenigen der Cherokesen ähnliche Verfassung.S. über das Nähere d. Art. Jndianergebiet.

Choezim (Chotin, Chotim), Stadt u. Festungin der russ. Prov. Bessarabien, am Dnjestr; Ci-tadelle; Kreisschule; Fabrikation von Lichtern, Le-der, Ziegeln; 20,917 Ew. Bei CH. 1621 Siegder Polen unter Wladislaw IV., 1673 derselbenunter Joh. Sobiesky, 28. August 1739 der Rus-sen unter Münuich über die Türken; 30. October1768 Niederlage der Russen durch die Türken.Als wichtige Festung u. Dnjestrübergang warCH. oft der Zankapfel u. ergab sich 1674 anHussein Pascha, wurde 30. Aug. 1739 u. 1769von den Russen u. 1788 von den Österreichernbelagert u. erobert; 1806 von den Russen erobertund 1812 im Frieden von Bukarest an dieseabgetreten.

Chodawendikjar, türk. Vilajet im NW. vonKleinasien, entsprechend dem alten Bithynien, My-sien u. WPHrygien; grenzt östl. an die Vilajet Ka-stamnni u. Angora, südöstl. an Koma, südwestl. anAidin, westl. an das Ägäische Meer u. das LimaBigha vom Vilajet der Inseln des Weißen Meeres,nordwestl. an das Marmara-Meer n. den Polizei-bezirk von Constantinopel, nördl. an das SchwarzeMeer; ist von Gebirgen bis 2600 in durchzogen;vom Snssurlü, Sakaria n. a. Flüssen bewässert;74,791,g (1358,g s^M); 1,030,244 Ew.;

zerfällt in die Lima Kodscha Jli (Hauptort Jsmid),CH. (H. Brussa), Karassi (H. Balikesri), Kjutahiau. Karahissar; Hauptstadt Brussa.

Chodkjewicz, Jan Karol, polnischer Feld-herr, geb. 1560, Sohn des Castellans zu Wilnau. Gouverneurs von Livland; machte nach Voll-endung seiner Erziehung auf der Jesniten-Made-mie zu Wilna Reisen, focht in den Niederlandenunter Alba u. Moritz von Nassau, nahm, insVaterland zurückgekehrt, Antheil an den SiegenZamoyskis über Michael, Fürsten der Walachei,u. unter Zolkjewski an den Feldzügen gegen dieaufständischen Kosaken u. wurde Feldhetman vonLithauen. Seit 1602 commandirte er gegen dieSchweden in Livland, siegte bei Dorpat u. Weis-senstein u., darauf zum Großhetman von Lithauenernannt, bei Kirkholm über Karl IX., konnteaber, da ihm das Heer wegen rückständigen Soldesden Gehorsam versagte, den Sieg nicht weiterverfolgen. 1611 führte er aus Siegmunds III.Befehl den Krieg gegen Rußland für den falschenDemetrius, mußte aber wegen zu geringer Unter-stützung das von ihm occupirte Moskau wiederverlassen u. in Rußland umherziehen, bis ihmendlich nach verschiedenen Kämpfen 1618 durchden Vertrag von Dewulina freier Rückzug nachPolen gewährt wurde. 1620 übernahm er nachZolkjewskis Tod den Oberbefehl gegen die Tür-

Chvdowiccki.

ken, st. aber nach mehreren siegreichen Kämpfen1621 in Choczim. Er hinterließ eine Beschreib-ung seiner Feldzüge im Manuscript. 2) Alex-ander, Graf v. CH., ans derselben Familie, rnss.General; widmete seine Reichthllmer den Künstenu. Wissenschaften u. beschäftigte sich bes. mit derChemie. Als Polen sich 1812 gegen Rußlanderhob, schloß er sich dem Aufstande an, bildeteauf eigene Kosten ein Infanterieregiment; 1818Woiwode des Königreichs Polen, nahm er, vomGroßfürsten Constantin persönlich beleidigt, seineEntlassung; 1825 wegen Verdachtes der Theil-nahme an der gegen Kaiser Nikolaus gerichtetenMilitär-Verschwörung verhaftet, wurde er nachSibirien verbannt. Er schr. die 2 Tragödien Catou. Virginia, die Oper Wladislaw Jagellon u. a.;auch ein Werk über die Chemie. Lagai.»

Chodowiecki, 1) Daniel Nikl., berühmterdeutscher Maler u. Kupferstecher, geb. 16. Oct.1726 in Danzig; erhielt den ersten Unterricht inder Kunst von seinem Vater, übte sich schon inBerlin als Kanfmannslehrling im Zeichnen, Ma-len u. Kupferstechen u. lebte daun vom Porzellan-malen u. Porträtiren. Seine Studien vollendeteer auf der Privatakademie von Rode u. ging dannzur Ölmalerei über, welche er wegen Mangelsan freier Zeit des Nachts üben mußte. Seit1756 begann er zu radiren u. brachte es bald indiesem Fache zu einer bedeutenden Geschicklichkeit.Allgemeine Anerkennung errang sein Talent durchsein erstes größeres Ölgemälde: Jean Calas' Ab-schied von seiner Familie u. durch die danachangefertigte Radirnng. Von da an war seinRuhm begründet; er gab den Betrieb der Minia-turmalerei gänzlich auf u. befaßte sich fast alleinmit Zeichnen n. Radiren, wobei er eine großeProductivität an den Tag legte. Auf einer 1773zum Besuche der Mutter in Danzig zu Pferdeunternommenen Reise Ch-s entstand sein aus 108Blättern Zeichnungen bestehendes Tagebuch, einhöchst interessantes Bild der gesellschaftlichen Zu-stände jener Zeit. Nach Berlin zurückgekehrt,arbeitete er für Lavatcrs phystognomische Frag-mente, wobei ihm seine seltene Beobachtungsgabeungemein zu Statten kam. Man hat von ihm2012 radirte Blätter, die geistreich gedacht u. cha-rakteristisch gezeichnet sind. Auch in der Email-malerei zeichnete er sich aus. Er st. 7. Febr. 1801als Director der Akademie der bildenden Künstein Berlin. Zu dem Basedowschen Elementarwerkeu. zu den meisten belletristischen Schriften seinerZeit lieferte er die illustrirenden Kupfer. Ölge-mälde von ihm befinden sich im Museum in Ber-lin: Das Blindekuhspiel u. Der Hahuenschlag. CH.verdankt seinen wohlverdienten Ruhm ganz alleinseiner Genialität u. seiner Thätigkeit, in der ihmkein Lehrer zur Seite stand. Allerdings habenseine wenigen Ölbilder keine höhere Bedeutung,erweisen sich vielmehr lediglich als Versuche, docheröfsuete er als Zeichner u. Kupferstecher eine ganzneue Bahn. Sich vielfach, ja zumeist an dieliterarischen Erzeugnisse seiner Zeit anlehnend,brachte er den Charakter dieser Zeit mit ebensoviel Geist als liebenswürdiger Naivetät zur Dar-stellung, wobei ihm weder das Edle, noch dasNiedrige entging. Dieselbe Sicherheit wie im