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Chlum —
Hand; derselbe ließ die Gemahlin Chilperichs er-tränken, verschonte aber ihre Töchter Crona nndCH. Als Chlodwig bei Gundobald um CH. an-hiclt, wagte dieser nicht, das Gesuch des mächti-gen Frankenkölligs abzulchnen, und 493 führteChlodwig die schöne u. geistreiche Prinzessin heim.Sie trug wesentlich dazu bei, daß ihr Gemahl,der, wie sein Vater Childerich, das katholischeChristenthum begünstigte, zu demselben übertrat.Sie verlor ihn 511 durch den Tod. Währendim Jahre 523 die Ostgothen in Burgund ein-fislen, wo Siegmnnd 516 seinem Vater Gundo-bald in der Herrschaft gefolgt war, forderte CH.ihre Söhne zu einem Rachezuge in dieses Landfür die Ermordung ihrer Eltern ans. Die Bur-gunden erlitten eine Niederlage. Chlodomir ließden König Siegmund mit Weib u. Kindern ineinen Brunnen stürzen. Er selbst fiel in einerunglücklichen Schlacht. 534 vereinigten Childebertu. Chlotar das Land mit dem Fränkischen Reiche.In der Absicht, das Reich ihres Bruders Chlo-domir unter sich zu theilen, machten Childebert u.Chlotar einen Mordanschlag auf dessen dreiSöhne, die von CH. mit besonderer Zärtlichkeit ge-hütet wurden. Es gelang ihnen, durch die vor-gcspiegelte Absicht, den Knaben das väterliche Erbeanszuhändigen, sie der Großmutter zu entlocken.Der unglücklichen Mutter gaben sie anheim, zwi-schen Schwertu. Scheeresür die Kinder zu wählen;sie erklärte sich für das erstcre. Zwei von denKnaben durchbohrte Childebert; der dritte, Chlo-dowald (s. d.), wurde gerettet. CH. starb 544 ineinem Kloster zu Tours. Sie erhielt deu Bei-namen ^postola Rranvorum. Vgl. Renneville,Leben der heiligen CH., Paris 1809. 3) Tochterder Vorigen und Chlodwigs, seit 526 GemahlinAmalrichs, Königs der Westgothen.
Chlum, Dorf bei Köuiggrätz (Böhmen), einerder Hauptschlüssclpnnkte der Benedekschen Positionin der Schlacht bei Köuiggrätz; s. Österreichisch-Prenßisch-Jtal. Krieg von 1866.
Chlmneh, 1) Stadt in der Bezirkshauptmann-schaft Neu-Bidschow in Böhmen, au der Cydlina,westlich von Königgrätz, an der Österr. NWest-bahn; Schloß Karlskrou mit Fasanerie, Kapelleu. Thiergarten; Bezirksgericht; großes Bräuhans,Zuckerfabrik; Ackerbaun. Pferdezucht; 3276 Ew.;in der Nähe Mincralbad und große, fischreicheTeiche. 3) Dorf in der böhmischen Bczirkshaupt-mannschafl Wittingau, an derFranz-Josephs-Bahn;Schloß mit schönen Gärten u. Kapelle; Spiritus-brennern; 1609 Ew.; in der Nähe Josephsthal,Bergbau auf Eisenstein, Gußwerk, Nägclfabrika-tion, Glasraffiuerie. 3) (Hoch-Ch.) Marktfleckenin der böhm. Bezirkshauptmaunschast Selczan;altes Schloß; Spiritusbreuuerei; 746 Ew.; aufder Domaine gleichen Namens 83 Teiche mit211 Hektaren Oberfläche. Cicalek.
Chmel, Joseph, deutscherGeschichtforscher, geb.16. März 1798 in Olmlltz; trat in das Chor-hcrrenstift St. Florian in Ober-Ästerrcich u. wurdedaselbst Bibliothekar, 1834 2. Archivar u. 1846Vicedircctor des Geh. Haus-, Hof- und Staats-archivs in Wien. Mit der Gründung der Kaiser!.Akademie der Wissenschaften in Wien Mitgliedderselben, erzielte er, daß 1847 ans seinen An-
Chmclnickij.
trag eine Commission zur Erforschung der vaterlän-dischen Geschichte u. zur Herausgabe ihrer Quel-len ernannt wurde, an deren Veröffentlichungendem Archiv für Kunde österreichischer Geschichtz.'quellen, seit 1848 sich C. sehr lebhaft betheiligte.Sein Gebiet war die Geschichte Kaiser Friedrichs in.(auch IV. genannt) u. Maximilians I. CH. starb28. November 1858 zu Wien. Er gab fernerheraus: Materialien zur österreichischen Geschichte,Wien 1832—40, 5 Thle.; LvAssts, Rnpsrti rgg,Rom., Frankfurt 1834; Rsgsstn Rricksriei III.Rom. impsrsboris, Wien 1838—40, 2 Thle.;
Der österreichische Geschichtforscher, ebda. 1838bis 1843, 3 Bde.; Die Handschriften der k. k.Hosbibliothek in Wien, ebda. 1840 f., 2 Bde.;Geschichte des Kaisers Friedrich IV., Hamb. 1846bis 1843, 2 Bde.; Urkunden, Briefe u. Acten-stücke zur Geschichte Maximilians I., Stuttgart1844; Actenstücke zur Geschichte Kroatiens undSlawoniens 1526 u. 1527, Wien 1846, u. Her-bersteins Gesandschaftsreise nach Spanien 1518,ebd. 1846, bilden den 1. u. 2. Bd. des Habsburg.Archivs; Nonumsnia RabsbuiAiou (1473—1576),von welchen C. nur 3 Bde. herausg., die Zeit bis1477 umfassend, ebda. 1854 — 58. Cicalel.
Chmelnickij, 1) Bogdan Sinovi, Kosaken«hetman u. Anstifter des Kosakenaufstandes gegenPolen, geb. 1593 in der Ukraine, Sohn des aus ^Polen verbannten Edelmanns Michael CH.; wurdenach der Niederlage der Kosaken bei Kumajki vondiesen 1638 an den König Wladislaw IV. vonPolen mit dem Anerbieten gesendet, daß sich dieKosaken ihm wieder unterwerfen wollten, und er-warb sich Las Vertrauen des Königs in der Art,daß derselbe ihn zum Secretär der SaporogerKosaken ernannte. Jndeß von Neidern verdäch-tigt u. ans des Königs Gunst verdrängt, reizteer die Kosaken zum Kampfe gegen Polen, stelltesich als Hetman an die Spitze eines Heeres, tratmit dem Zar von Moskau, enger aber mit denTataren der Krim in Verbindung, deren Khanihm mit einem Heere zu Hilfe kam, worauf erdie Polen hart drängte, die Belagerungen vonLemberg u. Zamosc 1648 nur gegen Erlegunggroßer Contribution aufhob; die Friedensanerbiet-ungen des neuen Königs Johann Kasimir lehnteer ab, nachdem der Khan der Tataren ihm aufPolens Betrieb seine Hilfe entzogen hatte. DaKasimir neuerdings die Kosaken zu unterwerfensuchte, begann er mit Hilfe der Türken den Kampfvon Neuem, schloß jedoch, als die Kosaken beiBere-steczko von den Polen geschlagen wurden, 1654 mitdem Zar Alexej Michailowitsch einen Vertrag, durchwelchen er dessen Oberhoheit anerkannte und ihmHeeresfolge versprach gegen Garantirnng deralten Rechte und Freiheiten der Kosaken. DieFolge dieses Vertrages war ein Krieg zwischenRussen n. Polen, während dessen CH. 25. Aug.1657 starb, wahrscheinlich von den auf PolensSeite stehenden Türken vergiftet. Vgl. Kosto-marow, B. CH., Petersb. 1859, 2 Bde. 3) G eorg,Sohn des Vorigen; war Hetman der Kosaken,verlor aber, beim Tode seines Vaters erst 16Jahre alt, diese Würde durch Treulosigkeit seinesVormundes Wigowski. Nachdem er 1662 Mönchgeworden, dann in polnische u. darauf in türkische