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Chlorschwcfcl
tionsmittel bei vielen chemischen Processen, z. B.bei der Bereitung des übermangansauren Kalis,u. in der Zengdrnckerei. Man erhält es, indemman Chlorgas durch eine heiße wässerige Lösungvon Kali od. kohlensaurem Kali leitet u. erkaltenläßt. Da aber hierbei ein großer Theil des Kalisin wenig werthvolles Chlorkalium verwandeltwird, so schlägt man bei der Darstellung imGroßen einen anderen Weg ein. Man leitet Chlor-gas durch heiße Kalkmilch, zieht die klare Lösungvon chlorsanrem Kalk ab u. zersetzt sie durch einegenügende Menge von Chlorkalium. Aus dereingedampften Lösung scheidet sich das chlorsaureKali in Krystallen ab u. wird durch Umkrystalli-streu von dem anhängcnden Chlorcalcium gereinigt.
Hetzer.
Chlorschivefel, s. Schwefelchlorür.
Chlorsilber (Kerargyrit, Hornsilber, Silber-horuerz; Min.), in kleinen Würfeln des tesseralenSystems, die häufig zu einem krustenartigen Über-züge gruppirt sind, weißlich od. schwach gefärbt;Härte 1—spec. Gewicht 5,§; enthält 76 pCt.Silber u. 24pCt. Chlor; mit gediegenem Silberbesonders in den oberen Teufen der Gänge: Frei-berg u. Johanngeorgenstadt im Erzgebirge, Kongs-berg in Norwegen, Schlangenberg am Altai, woes in blechartigen Anflügen auf Hornstein auftritt,Peru, Chile, Mexico. Lehmann.
Chlorstickstoff, Verbindung von Chlor undStickstoff (201,). Er entsteht in Form von gelb-lichen, öligen Tropfen bei Einwirkung von Chlor-gas auf Salmiaklösung, sowie bei der Elektrolysevon Salmiaklösung. Bei seiner Darstellung istdie größte Vorsicht nöthig, da er bei der leisestenErschütterung oder Erwärmung, namentlich auchdurch bloße Berührung mit gewissen Substanzen,wie Phosphor, Kautschuk, Fetten u. Ölen, mitfurchtbarer Heftigkeit explodirt, wobei die stärksten,selbst gußeiserne Gefäße zerschmettert werden.Sein Entdecker, Dulong (1812), verlor dabei einAuge n. einige Finger. Hetzer.
Chlorstrontium, s. Strontiumchlorid.
Chloruntersalpetersänre, s. Chlorsalpeter-säure.
Chlorüre, Verbindungen des Chlors mit elek-tropositivcn Elementen (s. u. Chloride).
Chlorwaffer, gesättigte Auflösung von Chlorin Wasser (s. u. Chlor). Sie dient theils zuinnerem medicinischem Gebrauche, theils als Wasch-mittel zur Zerstörung von Contagien. Da sichGold in CH. leicht auflöst, so benutzt man diesesauch zur Gewinnung des Goldes aus goldarmenkiesigen Erzen. Hetzer.
Chlorwasserstoff (Ch-säure, Wafferstoffchlorid,Hvickcrm irz-ärooüloriouin, ^o.mur!atiouM;Chem.),Ncroindung des Chlors mit Wasserstoff, nach derFormel 201 zusammengesetzt, farbloses, anfeuchter Luft dicke weiße Nebel bildendes Gasvon stechend saurem Gerüche u. Geschmacke, nichtbrennbar und weder die Verbrennung, noch dieAthmung unterhaltend; spec. Gew. 1,,,«. Durchstarken Druck (40 Atmosphären) wird cs zu einerfarblosen Flüssigkeit verdichtet. Es löst sich inWasser außerordentlich leicht auf, 1 Vol. Wasserabsorbirt bei 0" etwa 500 Vol., bei gewöhnlicherTemperatur 400 Bol. Die wässerige Lösung heißt
— Chlotilde.
wässerigeChlorwasserstoffsäure,Salzsäure(s. d.). Der CH. kann durch directe Vereinigungder Elemente erhalten werden, indem man einGemisch aus gleichen Raumtheilen Chlor u. Was-serstoff der Einwirkung des Tageslichtes aus-setzt; im Lirecten Sonnenlichte, durch einen elek-trischen Funken oder durch Erwärmen tritt unterstarker Explosion eine augenblickliche Vereinigungein. Gewöhnlich stellt man ihn durch Übergießenvon Kochsalz mit Schwefelsäure (10 Thle. Koch-salz, 17V, Thle. Schwefelsäure, 4 Thle. Wasser)u. gelindes Erwärmen dar. Als Nebenprobucterhält man den CH. in großer Menge bei der Fa-brikation der Soda (s. d.) aus Kochsalz nach demLeblancschen Verfahren. Hetzer.
Chlorzink, s. Zinkchlorid.
Chlorzinn, s. Zinnchlorid.
Chlotar hießen 4 fränkische Könige (Mero-vinger): CH. I., geb. 497, der jüngste Sohn Chlod-wigs I.; erhielt bei der Theilung nach dessen Tode(511) das Reich von Soissons. Von seinen Brüderntrachtete ihm Theuderich nach dem Leben, verbandsich aber wieder mit ihm gegen die Thüringer.Später kämpfte er mit Childebert gegen die Bur-gunder; beide Völkerwurden denFranken unterthan.Auch gegen die Söhne ihres Bruders Chlodomirvon Orleans zogen sie vereint, tödteten zwei davonn. nahmen ihr Reich. Theoderichs Sohn Theude-bert (seit 535) u. Childebert verbanden sich aberwieder gegen CH., der sich mit Mühe ihrer er-wehren konnte. Zweimal empörte sich sein SohnChramn gegen ihn, bis CH. Letzteren mit Weib u.Kind verbrennen ließ. Zu seiner Gattin Jugun-dis nahm CH. noch deren Schwester Areguudisals zweite Frau. Ein Krieg gegen die Sachsenendete mit einer blutigen Niederlage Ch-s. AlsTheodeberts Sohn Theodebald starb, konnte CH.,da seine übrigen Brüder ohne Nachkommen hin-geschieden waren, 558 das ganze Frankenreich inseiner Hand vereinigen und starb 561, woraufseine 4 Söhne das Reich abermals theilten. CH.II., Enkel des Vor. u. Sohn Chilpcrichs I., vonder Fredegunde; folgte seinem Vater als Kindvon nicht einem Jahre 584 unter Vormundschaftseiner Mutter in Nenstrien. Nach dem Tode derLetzteren 597 mußte er die von ihr im Kriegeinit Brunehilde gemachten Eroberungen, namentlichParis, herausgeben. Er verband sich 608 mitBrunehildes Enkel Theodebert gegen dessen BruderTheoderich; aber nach dem frühen Tode der feind-lichen Brüder besetzte er ihr Land, ließ Brunehildehinrichten (613) u. vereinigte wieder das ganzeFrankenreich unter seiner Herrschaft. Zwar gaber 622 seinem Sohne Dagobert Austrasieu, geriethaber bald in Streit mit ihm; doch führten sie ver-eint Krieg gegen die Sachsen u. Wenden. Dieverwahrlosten sittlichen u. kirchlichen Zustände desReiches suchte er zu verbessern, hatte aber wenigErfolg dabei. Er st. 628. Ihm folgte Dagobert.CH. III. (656—670) und CH. IV. (717—718)sind unbedeutend. S. Franken (Gesch.) u. Mero-vinger. Hemie-Am Nhhir.
Chlotilde (Chrotachildis), 1) Tochter Chilpe-richs, der mit seinen Brüdern Gnndobald, Gode«gisel u. Godomar das Burgundische Reich theilte.Godomar u. Chilperich starben von GundobaldS