711
Chemisches Vereinigungsstreben — Chemmis.
6L ff- 618 — cici ff- IM
zwei Mol. ein Mol. „ ein Mol.
Chlorwasserstoffsäure Chlor Wasserstoff.
Einfache Substitntionsprocesse sind die seltensten;sie kommen nur vor, wo ein Mol. eines Körpers,welches nur aus einem Atom besteht, auf ein ausmehreren Atomen bestehendes Mol. zersetzendwirkt; so bei der Zersetzung der Schwefelsäure durchZink unter Freiwerden von Wasserstoff, weil dasMol. des Zinkes nur aus einem Atom besteht:
2n -st 828O4 — 82 ff- LnSOt
l Mol. „ 1 Mol. 1 Mol. „ 1 Mol.
Zinl Schwefelsäure ^oen Wasserstoff Zinlsulfat.Man kann sich alle als Wechselzersetzung aufzu-sassenden Processe durch die Annahme erklären,daß ihr Verlauf folgendermaßen von Statten gehe:
1) die beiden Molecüle ziehen einander an,
2) die in denselben enthaltenen Atome gruppi-
rcn sich gemäß ihres größeren oder geringeren
Vereinigungsstrebens, u.
3 ) die so entstandenen neuen Molecüle tretendann aus einander; ein Beispiel genügt, um diesanschaulich zu machen:
vor: während: nach der Zersetzung:
61 § 8 6M ^18
n cm cm
61
Chemisches Bcreinigungsstreben, so v. w.
Chemische Verwandtschaft; s. u. Chemischer Proceß.
Chemische Verwandtschaft (chemisches Vcr-rinigungsstreben, Affinität), die Ursache der che-mischen Vereinigung; s. u. Chem. Proceß.
Chemische Zeichen. Der Kürze wegen wurdenschon früher für die in der Chemie u. Alchemievorkommenden Stoffe (Gold O, Silber D, Queck-silber §, Eisens, Meist,, Wasser V), sowie füreinige chemische Operationen (H Destillation, ^Sublimation) Zeichen eingeführt, welche auch vonÄrzten auf Recepten gebraucht wurden. Jetzthaben chem. Z. eine wesentlich andere Bedeutung:man bedient sich derselben, um damit je 1 Atomeines Elements zu bezeichnen, u. hat dazu nichtbeliebige Figuren, sondern viel zweckmäßigerdie Anfangsbuchstaben der lateinischen Namender einzelnen Elemente gewählt. So bezeichnet8 ein Atom Schwefel (Lulximi), 0 ein AtomSauerstoff (Or^Aemum), 8 ein Atom Wasserstoff(UxäroAsmum) rc. Bei Elementen, die mit dem-selben Buchstaben anfangen, fügt man zu den An-sangsbuchstaben noch einen zweiten, charakteristischenBuchstaben; so bezeichnet 61 ein Atom Chlor,6a ein Atom Calcium, 6ä ein Atom Cadmium rc.Die Tabelle Bd. 8. S. 305 enthält neben denNamen der Elemente auch die chem. Z. derselben.Bei Verbindungen drückt man die Zusammen-setzung eines Molecüls durch Nebeneinandersetzender Zeichen der bctr. Elementaratome ans n. fügt,wenn mehrere Atome desselben Elements in einMolecül der Verbindung eintreten, dem Zeichendieses Elements noch eine Zahl bei; so ergibtsich z. B. für I Mol. Wasser, welches aus 2 AtomenWasserstoff u. 1 Atom Sauerstoff besteht, dasZeichen 180 od. 8zO. Sauerstoffatome bezeichnteman früher auch wol durch übergesetzte Punkte u.
Schweselatome durch Striche, 18 i Mol. Wasser, 18I Mol. Schwefelwasserstoff. Für die Molecüleeiniger Verbindungen hat man lediglich der Kürze
halber auch noch besondere Zeichen eingesührt, sofür 1 Mol. Ammonium ( 188 ) das Zeichenfür 1 Mol. Cyan s( 08 ) das Zeichen 6)'. BeiPflanzenalkalorden setzte man früher über die An-fangsbuchstaben ein Kreuz, bei organischen Säurenff-
einen Strich, z. B. Ost — 1 Mol. Chinin
(620824826)2), IMol. Essigsäure (^oiäumaestioum (628462) rc.: jetzt ist die Bezeichnungder organ. Säuren u. Basen durch einfache Sym-bole nicht mehr im Gebrauch. Mit Hilfe derchem. Z. lassen sich nun auch alle chemischen Pro-cesse auf eine sehr einfache Weise in Form vonGleichungen darstellen, indem man links vom Gleich-heitszeichen die Formeln der aus einander wirkendenKörper durch -i- verbunden, rechts davon dieZeichen der entstehenden Producte setzt. So ent-stehen, wenn inan Schwefelquecksilber u. Eisenerhitzt, aus je 2 Mol. des ersteren u. 1 Mol. desletzteren Körpers 2 Mol. Schwefeleisen u. 2 Mol.Quecksilber (1 Mol. Quecksilber besteht nicht wiebei den meisten Elementen aus 2, sondern nurans 1 Atom). Dieser Vorgang wird kurz durchnachstehende Gleichung dargestellt:
28§8 ff- — 2 8e8 ff- 2 8ß.
Hetzer.
lllwmiss (fr., vom mittellat. oamioia; der Ur-sprung des Wortes ist dunkel, wahrsch. arabisch),1 ) Hemd. 2 ) Form eines modischen Damenkleides,3 ) Die äußere Seite der Futtermauern bei Fest-ungswällen, die gewöhnlich 3 Fuß dick u. mit mehrSorgfalt aufgeführt ist. 4 ) Revbtement, Be- od.Verkleidung zum Schutze des Gemäuers.
Chemisette (fr.), über- oder Vorhemdchen;daher Chemisettennadel, so v. w.Busennadel.
Chemismus, 1) chemisches Verhältnis!, Inbe-griff alles dessen, was in Naturerscheinungen durchchemische Processe bedingt ist. 2 )NaturphilosophischcTheorie, welche die Bildung od. Forterhaltung derNatur durch einen chemischen Proceß erklären will.
Chemithpie, eine von C. Piil aus Kopenha-gen gemachte Erfindung, welche die in Holz ge-schnittenen Bilderstöcke für die Buchdruckerpresseersetzen u. bes. das Nachahmen der Werthpapieregänzlich beseitigen sollte. Das Bild wird zunächstauf eine mit Atzgrund überzogene Zinkplatte mit-tels der Radirnadel einradirt u. in die Tiefe ge-ätzt. Nach Abwaschung des Ntzgruudcs bedecktman die Platte mit einer ziemlich dicken Schichtvon Pulver oder Feilspänen einer leichtflüssigenLegirung (angeblich von Zinn u. Wismuth) underhitzt über der Lampe zum Schmelzen, so daßdas leichtflüssige Metall die Form vollständig aus-füllt. Nach dem Erkalten wird das Zink abgehobeltu. zuletzt vorsichtig abgeschliffen, bis das Bild ansder Platte wie eine fein eingelegte Arbeit erscheint.Der Rest des Zinks wird dann mittels verdünnterSchwefelsäure entfernt, und nun tritt die Zeich-nung erhaben hervor u. kann abgedruckt werden.
Hetzer.
Chemmis (a. Geogr.), 1) (Chemmo, Pauo-polis) Hauptstadt des Panopolites Nomos inThebais (Ägypten), auf der OSeite des Nils; hierwaren Leinwandmanufacturen und Steinmetzen.CH. ist Geburtsort des Dichters Nonnos; Trüm«