Centrumbohrcr
Flügeln, die Schlachtlinie besteht; vgl. Schlacht-ordnung. 4) Als politische und parlamentarischePartei Diejenigen, welche zwischen den extremenRichtungen des Conservatismus (Rechte) u. derNeuerung (Linken) od. der Regierungspartei undder Opposition die Vermittelung machen. Je nach-dem in dieser Partei die Einen mehr zur Rech-ten, die Anderen mehr zur Linken neigen, unter-scheidet man ein rechtes C. und linkes C.Eine neue Erscheinung im parlamentarischen Le-ben ist C. im Deutschen Reichstage: die nach demkonfessionellen Bekenntniß der Mitglieder von denübrigen sich abscheidende Partei der strenggläubi-gen Katholiken. 5) (Anat.) 0. semiovals Viouo-senü, der bei einem Horizontalschnitt in derHöhe der oberen Balkenfläche durch das Gehirnzum Vorschein kommende größte Umkreis derMarksubstanz (s. Gehirn); 6.bsnckiusum äiaplrra§-matrs, der mittlere, sehnige Theil des Zwerch-sellmnskels (s. Zwerchfell).
Centrumbohrer, s. u. Bohrer.
Lsntum (lat.), hundert.
evntllmvlri (lat.), eigentlich 100 Männer, inRom ein vielleicht schon aus den frühesten Zeitenstammendes, vielleicht auch erst später entstandenesGericht, welches in Civilsachen (betreffend dasrömische Eigenthum u. bes. in erbrechtlichen Strei-tigkeiten) Recht sprach. Den Vorsitz in ihrem Colle-gium (Osutumvirals juäioium) führten geweseneQuästoren, seit der Kaiserzeit die Decemvirn, dieOberaufsicht aber die Prätoren; während ihrerSessionen war vor ihnen ein Spieß (Oenbumvi-rätis bästa) aufgesteckt. Die Proccßform vor den0. war die alte IwM avtio saeramsnto, welchediesem Gerichte auch dann noch blieb, als sie fürdie anderen Gerichte durch die I>sx ^ebubia auf-gehoben worden war. Die Zahl der 6. war an-fangs 105, weil der Prätor aus jeder der 35Tribus 3 zu diesem Gerichte wählte; sie vermehrtesich aber nach den Zeiten des Augustus bis auf 180.Dieses Richtercollegium bestand bis 395 n. Ehr.Vgl. Schneider, Vs oriAius vsutumviralis juckioü,Rost. 1835; Zumpt, Über das Centumviralgericht,Berl. 1838; v. Keller, Römischer Civilproceß, 3.A., Lpz. 1863.
OentuiwuIuZ L., Pflanzengatt, aus der Fam.der ?rimuIaesas-^.naAMiäoas (IV. 2), kleinesPflänzchen mit abwechselnden, rundlich-eiförmigen,spitzen Blättern, kleinen, kurzgestielten Blüthcnmit Itheiligem Kelche, krugsörmiger, 4spaltiger Bln-menkrone, 4 dem Grunde ihrer Abschnitte einge-fllgten Staubblättern u. quer aufspringender, ku-geliger Kapsel. Art: 0. minimus I/., auf feuchten,sandigen u. lehmigen Äckern durch ganz Mittel-Europa zerstreut. Engler.
ventuplum (lat.), das Hundertfache; daher cen-tupliren, verhundertfältigen.
ventuna, 1) eigentlich jede Anzahl von 100;bes. 8) (röm. Ant.) die Unterabtheilnng der 5Llasses, in welche die waffenfähigen römischenBürger nach der Serviauischen Verfassung zerfie-len, das sind 193 Abtheilnngen (s. u. Rom, Ant.);daher hießen die Wahlabtyeilungen nach Centu-rien Osuturiats, eoinitia, (s. u. Lomitia), u. eineOonturiata. lex war ein Gesetzvorschlag, der in denCenturiatcomitien dem Volke vorgelegt wurde, z. B.
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über die Wahl der Magistratspersonen. 3) Trup-penabtheilung von 50—100 Mann, deren 2 einenManipel, 10 eine Cohorte, 60 eine Legion bildeten.Sie wurde von einem Lsnturio (Hauptmann) be-fehligt, der 2 Luboonburionss unter sich hatte.
Centurien, Magdeburgische, eine prote-stantische Kirchengeschichte, nach Jahrhunderten (einBand für jedes) eingetheilt und 1552 in Magde-burg begonnen. M. Flacius unternahm sie mitI. Wigand, M. Judex, B. Faber, A. Corvinus,Th. Holzhuter u. A., welche daher Centuriato-ren hießen; sie sollte die Ansprüche der Katholikenwiderlegen u. veraulaßte die Entstehung der Anna-len des Baronius (s. d.); die Kosten gaben dieevangelischen Fürsten her, und 1559—74 erschiendas Werk in lateinischer Sprache, Basel, 13 Bde.Fol. (bis zum Jahr 1300), der 14.—16. Band,von Wigand ausgearbeitet, blieb ungedruckt; neueAusg. bis zum Jahre 1500 von Semler, Nürnb.1757—65, 6 Bde.; deutsch die 4 ersten Centu-rien, Jena 1560—65, Fol.; Hpitoms bis 1600von Luc. Osiander, Tüb. 1592—1604, 9 Bde.
Ventumo (röm. Ant.), 1) Befehlshaber einerOuturia (s. d.). 2) Osuturlo rsrum mtsubium,Anführer der Soldaten im späteren Rom, die bes.bei Nacht Acht hatten, daß die Kunstwerke nichtbeschädigt od. gestohlen wurden. 3) Im Mittel-alter der Vorsteher einer Cents (s. d., Rechtsw.).
Centuripe (Centorbi), Stadt im Bez. Nicosiader ital. Prov. Catania (Sinken), südwestlich amÄtna; Safranbau; im Gem.-Bez. 7351 Ew. C.ist das Centuripa der Alten; sie war Geburtsstadtdes Arztes Celsus; Kaiser Augustus ließ sie er-neuern. Vom Kaiser Friedrich II. zerstört, ist sieunbedeutend geblieben.
Oentussis (röm. Ant.), s. v. w. 100 As.
Centvertvandte, s. u. Cent (Rechtsw.).
Centweight (engl.), der Centner; 112 Psü. engl.
50,go ÜA.
CeilHontotochtin, bei den Mexikanern Gottdes Wemes; hatte in Mexico einen Tempel und400 Priester; sein Fest wurde im 13. Monat mitMenschenopfern gefeiert.
Ceorle, bei den Angelsachsen die freien ansässi-gen Kriegsleute.
Oepu (lat.), Zwiebel.
Lsplisölw <No., Pflanzengatt, aus der Fam. derHubiaooao-I?8xoliotr1eas (V. 1), Sträucher oderHalbsträncher, seltener perennirende Kräuter mit ge-genständigen, eiförmigen, länglichen Blättern, freienod. verwachsenen Nebenblättern, kleinen weißen, vonDeckblättern bedeckten, in endständige oder achsel-ständige Köpfchen zusammengedrängten Blüthen,länglicher oder kceiselförmiger Kelchröhre mit 5-bis 7spaltigem Saume, trichterförmiger, 4—5thei-liger Blumenkrone, 4—5 kurzen Staubblättern,meist 2fächerigem Fruchtknoten u. 2kerniger Stein-frucht. Ungefähr 70 Arten, meist in Amerika,nur wenige in den übrigen südlichen Welkheiteneinheimisch; die wichtigste ist 0. Ipoeaeuanlm IVi(Ipseaeuauba ccktioinalis ArruÄ., Brechwurzel,Ruhrwurzel), in Brasilien u. Neu-Granada ein-heimisch; ihre Wurzel (Rackix Ipooaouaulms kns-eas s. Zrissas) ist das sicherste u. am häufigstenangewendete Brechmittel, in kleinen Gaben auchwirksam gegen krampshaste Leiden aller Art. Engler.