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Capital.
dnctiv-) C-ien jene verstanden werden, welche beider Production sachlicher Güter einwirken u. de-ren Zweck ein erwerbswirthschaftlicher ist. Jndeßfließen beide Begriffe vielfach in einander, so daßein u. derselbe C-bestandtheil für den Einen Pro-ductiv-, für den Anderen Gebrauchs-C. ist, undkönnen fast alle Gebrauchs-C-ien sich beliebig inProductiv - C-ien umwandeln. Dagegen könnendie Gebrauchs-C-ien nur mit Hilfe der Erwcrbs-C-ien erzeugt werden, u. hängt daher die Mengeder je zur Zeit vorhandenen Gebrauchs-C-ien vonderjenigen der je zur Zeit verwendeten Erwerbs-C-ien ab. Die Menge der letzteren wird aber beigebildeten Völkern vermöge der größeren Sicher-heit u. Aussicht auf Gewinn bei erleichterter Ver-wendung des C-s für erwerbswirthschaftliche Zweckestets eine bedeutendere sein, als bei Völkern aufniederer Cnltnrstufe, denen solche Sicherheit undleichtere Möglichkeit zur Nutzbarmachung, zugleichaber auch die Neigung oder Geschicklichkeit zurVerwendung des C-s zur Production sachlicherGüter fehlt, während bei den nach den Erfolgender industriellen Thätigkeit erst noch ringendengebildeten Völkern die Erwerbs-C-ien verhältniß-mäßig vorwiegen, es anderseits aber ein Zeichengroßen Reichthums ist, wenu ein Volk bei seinerfortgeschrittenen Cultur dahin gekommen ist, daßcs, ohne den Erwerb aufzugeben, auch anfangenkann, von dem bereits Erworbenen zu genießen,das Gebrauchs- im Verhältniß zum Erwerbs-C.auch ein bedeutendes ist. Das C. theilt manferner nach der Art seiner Verwendung in einstehendes, Anlage-C., u. in ein umlaufendes, Be-triebs-C. Ein stehendes C. ist dasjenige, welchesder Eigenthllmer mehrmals zur Production be-nutzen kann u. von welchem nur der jedesmaligeWerth der Nutzung in den Werth des neuen Pro-ducts übergeht, das zwar durch fortgesetzten Ge-brauch aus- u. abgenutzt werden kann, aber umProductiv zu werden, weder den Besitzer wechseln,noch seine Gestalt verändern muß, während dasumlaufende C. nur einmal vom Besitzer zur Pro-duction verwendet werden kann, von ihm, umproductiv verwendet werden zu können, abgegebenwerden muß u. somit mit seinem ganzen Werthein dem des neuen Products aufgeht. Es wirdaber aus dem umlaufenden C. das stehende er-schaffen u. erhalten, u. kann letzteres auch nurmit Hilfe des ersteren benutzt werden. Das Ver-hältniß der Größe des Anlage-C-s zu der desBetriebs-C-s bedingt die wirthschaftliche Cultur-stufe, auf der ein Volk steht, und namentlich dervorherrschende Productionszweig und die Art u.Weise, wie die Production betrieben wird. End-lich spricht man von todten (oder richtiger schla-fenden) C-ien, d. h. solchen Productiv-C-ien, welchewol zur Production verfügbar, aber aus Geiz od.Unverstand nicht dazu verwendet werden, also kei-nen, nicht einmal persönlichen Genuß darbieten, —nicht zu verwechseln mit der Art C-ien, welche füreinen allenfallsigen C-bedarf oder zur Sicherunggegen Mangel für spätere Zeit als Verbrauchs-vorräthe zurückgelegt werden. C-ien entstehen u.mehren sich in erster Reihe durch Ersparniß, d. h.dadurch, daß der Producent neue Producte seinemaugenblicklichen Verbrauche entzieht u. als Grund-
lage für eine dauernde Nutzung aufbcwahrt, wozuallerdings Ordnung, Selbstbeherrschung u. Vor-aussicht in der Volkswirthschaft die ersten Voraus-setzungen sind; dann durch Culturfortschrute, durchwelche ohne Beeinträchtigung des bisherigen Ver-mögensstandes entweder neue, einen Tauschwertherlangende Vortheile erzielt werden, od. der Werthder bereits vorhandenen C-ien erhöht wird. Jeweiter die Cultur eines Volkes fortschreitet, umso günstiger gestalten sich die Vorbedingungen fürC-vermchrung, u. um so mehr wächst der C-vor-rath des Volkes im Ganzen. In der Reihe der3 Factoren, welche in der Regel zu einer wirth-schaftlichen Production Zusammenwirken müssen,nimmt das C. nach der zeugenden Naturkraft u.der dieselbe nutzbar machenden Arbeit des Men-schen die dritte Stelle ein: es gewährt als pro-ductive Macht die Mittel, die Naturkraft in grö-ßerem Maße u. mit geringerem Verbrauche vonArbeitskraft auszubeuten. Je mehr der Unter-nehmungsgeist der Menschen zunahm, um so grö-ßer wurde die Bedeutung, welche das C. als Pro-ductionskrast in der Volkswirthschaft erhielt. DerUmstand, daß das große C. sowol beim Einkäufeder Rohprodukte, wie bei Verarbeitung derselbenim Vortheil gegen das kleine C. ist, führte zueiner umfangreichen Ansammlung von C-ien,welche, wo des Einzelnen Kraft nicht ausreichte,oder das Risico der Unternehmung für ihn zugroß erschien, mit Hilfe verschiedener Unternehmerin Form von Handelsgesellschaften zu Stande kam(Grund-C., C-stock). Das wirthschaftliche Gedeiheneines jeden Volkes beruht auf der ununterbroche-nen Ansammlung des C-s bei ununterbrochenerAnspannung des Unternehmungsgeistes. Trittzwischen beiden ein Mißverhältniß ein, so daß,wenn mißliche Zeitumstände den Credit erschüt-tern, oder von Staatsregierungen große Anleihencontrahirt werden, das C. an einzelnen Stellensich sammelt, ohne verhältnißmäßig rasch abzu-fließen, so sieht sich der Unternehmungsgeist durchGeldmangel gehemmt, die Production wird ver-ringert, der Gewinn der Arbeit geschmälert, unddie Folge davon ist, daß schließlich auch die C-ansammlung ins Stocken geräth, bis, wenn dieserZustand länger anhält, eine C-krisis eintritt, welcheeine gewaltsame Veränderung in den Vermögens-Verhältnissen einzelner C-inhaber herbeiführt. Ähn-liche Erscheinungen werden hervorgerufen in po-litisch ruhigen, die Hoffnung auf zukünftigen Ge-winn fördernden, d. h. speculationsgünstigen Zei-ten, durch übermäßige Anspannung des Unter-nehmungsgeistes, welcher, indem er das C. an-lockt, den Produccnten zur Ansammlung desselbenkeine Zeit läßt u. das in rentablen Unternehm-ungen arbeitende, d. h. sich durch Zu- u. Abgangin fortwährender Umbildung befindliche Betriebs-C. diesen entzieht, um es in ein erst rentabel zumachendes Anlage-C. zu verwandeln. Eisenbahn-,Bank- u. andere Aktiengesellschaften, wenn sie ingrößerer Anzahl zu derselben Zeit ihre Operatio-nen beginnen, greifen störend in den geregeltenGang der C-bewegung ein, bis die eintretendeKrisis gewaltsam das natürliche Verhältniß wie-der herstellt. Das große C., welches den Marktbeherrscht, alle großen u. viele Arbeitskräfte ab-