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Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
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6axIIIaris —

Anat.), die feinsten, äußerst dünnen (daher ihrName), durchsichtigen Blutgefäße, welche die letz-ten Endigungen der Arterien mit den ersten An-fängen der Venen vereinigen n. somit den Über-gang des Blutes aus jenen in diese vermitteln.Die C. sind der physiologisch wichtigste Theil desganzen Blutgesäßsystems, indem durch sie der dasLeben unterhaltende Stoffwechsel besorgt wird.Sic bilden in allen Körpertheilen (mit Ausnahmeder sogenannten einfachen Gewebe) ein gleichför-miges, ununterbrochenes Netz, in dessen Maschendie Substanz der Gewebe liegt. Charakteristischist ferner für die C. im Gegensätze zu den Arterienu. Venen, daß sie durch Abgabe von Ästen nichtmehr auffallend kleiner werden, u. daß die vonihnen gebildeten Netze ziemlich gleich große u.gleich geformte Maschen in den einzelnen Organenbilden. Wo sich also C. wieder in zunehmendenZweigen sammeln, gehen allmälig Ärterienendenoder Venenanfänge aus ihnen hervor, jedoch mitso allmählichem Übergange, daß eine Grenze nichtangegeben werden kann. Die Wand der C. istin der Regel sehr dünn, waffcrhell, scheinbar struc-turlos, sehr dehnbar, besitzt einen bedeutendenGrad von Elasticität u. ist gegen chemische Mittelsehr widerstandsfähig. In ihr liegen in unregel-mäßigen Abständen zahllose Kerne. Nach Zusatzeiner schwachen Höllensteinlösung erkennt man,daß diese Kerne die Zellenkerne von Platten, spin-delförmigen, nach der Mitte des Gefäßes gekrümm-ten Zellen sind, aus denen die Wand der C.zusammengesetzt ist u. deren Grenzen als vielfachgeschlängelte Linien hervortreten. Zwischen diesenZellen , sollen sich nach neueren Untersuchungenseine Öffnungen (die sogen. Stomata) befinden,durch die unter gewissen Umständen (z. B. beider Entzündung) die Blutkörperchen, sowol rothe,als farblose, die Blutbahn verlassen u. in die Ge-webe eiuwandern sollen (vgl. auch den ArtikelDiapedesis). In Anordnung und Weite sind siesehr verschieden, die feinsten u. einfachsten kom-men in Nervengebilden u. Muskeln, die größtenim Knochenmarke vor. Die feinsten C. sind abernoch so groß, daß sie für ein einzelnes Blutkör-perchen durchgängig sind. Die von den C-n ge-bildeten Netze sind Maschen oder Schlingen vonrundlicher oder gestreckter Form. Von der grö-ßeren oder geringeren Menge der Capillargesäßehängen viele, sowol physikalische, wie physio-logische Eigenschaften der Theile ab. DiejenigenOrgane zeichnen sich hauptsächlich durchReichthuman Haargefäßen aus, welche viel Blut enthalten,das nicht nur zu ihrer Ernährung, sondern auchzur Bereitung u. Absonderung gewisser Säfte ver-wendet wird, so die Schleimhäute u. die drüsigenOrgane, u. hier haben die Capillargefäßnetze aucheine ganz andere Gestalt, als in den Theilen, wobas Blut nur zur Ernährung der Substanz dient.Über die Bedeutung der C. für den Stoffwechseliu physiologischer n. pathologischer Hinsicht s. Stoff-wechsel u. Blut (v. S. 560). Berns."

llspillLria (Bot.), haarfein, haardünn.

Kapillarität, die Ursache der Capillarer-scheiuuugen (Haarröhrchenerscheinungen), d. h.der Erscheinungen der Hebung oder Senkung vonFlüssigkeiten in eingetauchten Röhren von sehr

- Capillarität.

geringem Durchmesser (Haarröhrchen, Capillar-röhrchen, v. lat. oaxillns, Haar), oder zwischenPlatten, die in geringem Abstande von einandersich befinden. Die C. beruht auf dem Zusammen-wirken der zwischen den Röhrenwänden u. derFlüssigkeit wirkenden Adhäsion (s. d.) und derzwischen den Flüssigkeitstheilchen bestehenden Co-häsion (s. d.). Wird ein fester Körper in eineFlüssigkeit theilweise eingetancht, so tritt in derNähe der Berührnngsstelle beider eine Störungder freien (horizontalen) Oberfläche der Flüssigkeitein. Ist die Adhäsion zwischen dem festen Körpern. der Flüssigkeit größer, als die Cohäsion derletzteren, wird also der Körper von dieser benetzt(s. Adhäsion), so erhebt sich die Flüssigkeitsober-fläche an der Berührnngsstelle, n. zwar so hoch,bis das Gewicht der gehobenen Flüssigkeitsmengeder Cohäsion derselben u. der Adhäsion zwischenihr u. dem festen Körper das Gleichgewicht hält;ist dagegen die Adhäsion schwächer, als die Cohä-sion der Flüssigkeit, so findet eine Depression, einSinken der Flüssigkeitsoberfläche an die Berllhr-ungsstelle statt. Daher steht in einem reinenGlase bekanntlich Wasser — von welchem dasGlas benetzt wird — am Rande höher, Quecksil-ber dagegen — weil von diesem das Glas nichtbenetzt wwd — am Rande niedriger, als in derMitte. Ist der eingetauchte Körper eine Röhre,so nimmt die Oberfläche der Flüssigkeit innerhalbderselben, wenn Benetzung stattfindet, eine nachoben concave, wenn dagegen keine Benetzung statt-findet, eine nach oben convexe Form an; der Gipfelder in der Röhre befindlichen Flüssigkeitssäulebildet, wie man sagt, im ersten Falle einen con-caven, im zweiten einen convexen Meniscus. Istdie Röhre hinreichend eng, so bleibt es nicht beider Bildung eines Meniscus, sondern, wenn dieRöhrenwand von der Flüssigkeit benetzt wird, diesealso einen concaven Meniscus bildet, steigt in-folge des an der Oberfläche des Meniscus u.normal zu demselben wirkenden Cohäsionsdruckes(s. Cohäsion) die Flüssigkeit, je enger die Röhre ist,desto höher, in letzterer über das äußere Niveau(capillare Erhebung), wenn dagegen keine Benetz-ung stattfindet, wenn sich also ein convexer Me-niscus bildet, sinkt, ebenfalls infolge des Cohäsions-druckes, die Flüssigkeit unter das äußere Niveau,u. zwar ebenfalls um so tiefer, je enger die Röhreist (capillare Depression). Eine wesentliche Be-dingung für das Gelingen dieser Versuche ist, daßdie Wände der Röhre von allen Unreinigkeiten,welche die Adhäsion verhindern würden, frei seien.Die Erhebung, resp. Senkung der Flüssigkeitssäuleist, wie Beobachtung u. Berechnung übereinstim-mend zeigen, dem Röhrendurchmesser umgekehrtproportional. So wird z. B. Wasser von 8,5"0.nach Gay-Lussac in einer Glasröhre von 1 nunDurchmesser um 29,« mm gehoben, in einer Glas-röhre von 2 mm Durchmesser um 14,« mm, alsonur halb so hoch. Ähnliche Erscheinungen findenauch in anderen engen Räumen statt. So steigtz. B. Wasser zwischen zwei parallelen Glasplattenin die Höhe; u. zwar ist die Höhe der gehobenenSäule so groß als in einer cylindrischen Röhre,deren Durchmesser gleich dem doppelten Abstandeder Platten ist. Zwischen zwei unter einem spitzen