Druckschrift 
Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
Entstehung
Seite
453
Einzelbild herunterladen
 

Cantara —

dogne mit der Nue, Summe, Auze, Marone u.Cere (mit Jourdanne od. Jourdenne), ferner derTrueyre (zum Lot) u. der Alagnon (zum Allier);von 127 km der Eisenbahnlinie Toulouse-Lyon durchschnitten; kaltes Klima mit Sturmenu. häufigem Hagel; Boden wenig fruchtbar, nuran den Flüssen gutes Weideland u. darum bedeu-tende Viehzucht; berühmte Mineralquellen (Chau-dcs-Aigues u. a.); Producte: Walkererde, Thon,Gips, Marmor, Antimon, etwas Getreide, Kar-toffeln u. Flachs, Gemüse, viel Kastanien (statt Brodesgenossen), ferner Wildpret, Wölfe, Füchse, Pferde(zum Cavaleriedienste sehr geschätzt), Rindvieh (wo-mit C. einen großen Thcil von Frankreich versorgt,es sind etwa 280,000 Stück vorhanden; in ganzFrankreich nur etwa 150 auf 1000 Ew.), Maulesel(Llräsbs ä'^uvsr^ne), Esel, Ziegen, Schafe,Schweine; Bienen; Butter, vorzüglicher Käse(namentlich zu Salers, Droma^s äs Roqnskorb).Eintheilung in 4 Arrondissements: Aurillac, St.Flvur, Manriac und Murat, zusammen mit 23Kantonen und 264 Gemeinden. Einwohner(1872) 231,867; seit 1841 in starker Abnahmebegriffen (damals noch 257,423 Ew.), ein großerThcil davon wandert jährlich nach dem übrigenFrankreich u. nach Holland, dort Arbeit suchend.Zn Beziehung auf gewerbliche Industrie ist dasDepart. das am wenigsten productive von allen,u. beträgt der Werth der betr. Erzeugnisse jähr-lich nur etwa 4 Mill. Fcs. Hauptstadt: Aurillacan der Jourdanne. 2) (Noniss Gsktornm) Süd-lichster Theil des Gebirges von Auvergne, vul-kanischen Ursprunges, reich an Wasserfällen undgroßartigen Scenerien; höchste Spitzen: Plomb duCantal 1858 m, Pny Brunet 1806 m, Puy Mary1786 m. Es wird viel Sennwirthschaft dort ge-trieben. Vgl. O. Delitsch, Eine Wanderung imC. (Zeitschr. Aus allen Welttheilen, V. Jahrg.,Lpz. 1874). Schroot.»

Cantara, s. Cantaro.

Cantarmi, Simon C. (il Pesarese), ital. Maler«. Kupferstecher, geb. 1612 in Pesaro, gest. 1648in Verona, Schüler n. Freund Guido Renis, mitdessen Werken man die seinigen oft verwechselt.Hauptwerke: Entführung der Europa; Mercnr u.Argus; Venus u. Adonis. Man hat von ihm 37in Kupfer radirte Blätter. Regnet.'

Cantaro, Handelsgewicht und Weinmaß inNAsrika, der Türkei u. Italien. Als Handels-gewicht (Centner) hat es verschiedene Schwere:in Constantinopel — 56,^, rcsp. 57,^ KZ; inRom — 33^ k§. Als Flüssigkeitsmaß (Cankara)in Spanien u. dein spanischen Amerika war der

G. — 16,igg 1.

Osntatnrs (ital.), Sänger.

Cantate (v. Ital.), lyrisches Gedicht in ver-schiedenen Sätzen, bestimmt zum Gesänge mitInstrumentalbegleitung; besteht gewöhnlich ausRecitativ, Arie, Duett, Terzett u. Chören. VonLied n. Ode ist die C. durch Wechsel der Empfind-ungen u. der metrischen Formen verschieden. Jemehr die einzelnen Theile der C. individuell be-stimmte Empfindungen ausdrücken, um so mehrnimmt sie ein dramatisches Element in sich auf,das der Componist durch Übertragung der ver-schiedenen Theile an verschiedene Stimmen noch

Canterbury. 453

deutlicher hervorhebt. Man unterscheidet geistlicheu. weltliche Cantaten; jene heißen, in größeremStil ausgesührt, besonders wenn sie biblischeScenen darstellen, Oratorien (s.d.); in kleineremStil heißen sie Cantatillen (Cantatinen); einekleine C. für eine Singstimme mit schwacher Be-gleitung heißt Cantilene. C-n schrieben: unterden Italienern Rolli, Metastasio, unter den Fran-zosen Rousseau, Bachelier, unter den EngländernCongreve, Dryden, unter den Deutschen Ramler,I. G. Jacobi, Wieland, Herder, Gerstenberg,Bürger, Tiedge. Als Componisten solcher Dicht-ungen ragen hervor: Händel (Alexandersest), Nolle,Haydn (Schöpfung, Jahreszeiten), B. A. Weber,Karl Maria v. Weber, A. Romberg, Schneider,Fesca, Börner.

LanMts (lat., d. i. Singet!), der 4. Sonntagnach Ostern, an welchem die Messe mit den An-fangsworten des 98. Psalms: Oantato Dominosto., beginnt.

Cantatorrnm, Kirchenbuch der Röm. Kirche,aus welchem nach Verlesung der Epistel das Re-sponsorium abgesungen wird.

Osntateix (lat., ital. Oanbabrios), 1) Sängerin.2) Im Mittelalter so v. w. Drasüsa.

ClMtovieja, feste Bergstadt in der span. Prov.Teruel (Aragonien); 2000 Ew. Stützpunkt derCarlisten in dem ersten Aufstande, 1836 von ihnenverloren, 1837 von Cabrera wieder eingenommen;ebenso in dem zweiten Aufstande, in welchem esihnen im Sept. 1875 nach harter Belagerungentrissen wurde.

Cantenac, Dorf im Arr. Bordeaux des franz.Dep. Gironde; bedeutender Weinbau (Mödoc) u.Weinhandel; 1010 Ew.

Canterbury, 1) Hauptstadt der engl. Graf-schaft Kent, in eineni reizenden Thal am Stour,der sie in mehreren Armen u. Kanälen durchfließt;in Form eines Ovals gebaut u. von 4 Haupt-straßen in Gestalt eines gothischen Kreuzes durch-schnitten; alte ehrwürdige Stadt; Sch eines Erz-bischofs, welcher zugleich Primas von E ngland ist,aber gewöhnlich in Sonthwark (London, residirt,unter welchem die 4 Prälaten von London, Lin-coln, Rochester u. Winchester u. 21 Suffragan-bischöfe stehen; große Kathedrale in Form einesdoppelten Kreuzes, mit schönem Hauptaltargemälde,Glasmalerei, 27 Nebenaltären, Denkmal des Erz-bischofs Thomas Bocket und des SchwarzenPrinzen; die östl. Theile wurden von 1174—85erbaut, seit 1376 noch das dreischiffige Langhaushinzngefügr; sie wurde im September 1872durch einen Brand verwüstet; unterirdisch ist eineKirche, worin die nach Zurücknahme des Edictsvon Nantes emigrirten französischen ProtestantenGottesdienst hielten; 14 andere Kirchen, worunterdie St. Martinskirche (sehr alt, auf den Ruineneines kölnischen Tempels erbaut, schöner Taus-stein), die Heilige-Krenz-Kirche u. die St.-Dunstans«Kirche, worin das Haupt von Sir Thomas Morebegraben ist; Synagoge; Ruinen eines Augusti-nerklosters, längere Zeit als Brauhaus benutzt,in neuerer Zeit aber theilweise restaurirt, Ruineneines Schlosses; Rathhaus, Theater, Hospitäler,große Kasernen; Ökonomische Gesellschaft; Gewerb-thätigkeit ziemlich gering: etwas Seidenwaaren,