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Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
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des obersten Kriegsrarhes; ein Commando hat erjedoch nicht wieder erhalten. Schroot."

Canstatt, Karl Friedrich, geb. 11. Juli1807 in Rcgensbnrg; empfing seine Gymnasial-bildung in München, stndirte von 1823 ab inWien u. Würzburg Medicin, promovirte hier 1829,ging nach Heidelberg n. zum zweiten Mal nachWien, ließ sich 1831 als praktischer Arzt in seinerVaterstadt nieder, begab sich dann 1832 zur Be-obachtung der Cholera nach Paris, besuchte daraufdie Schweiz u. ging von 1834—37 nach Brüssel,wo er in Houlay im Aufträge der Negierung einCholerahospital errichtete; er kehrte 1838 in seinVaterland zurück, ward Gerichtsarzt in Ansbach,1843 Professor der medicinischen Klinik u. Direc-tor des Krankenhauses in Erlangen; st. daselbst10. März 1850. Er schr.: Wesen u. Behand-lungsweise der ostindischen Brechruhr, Regcnsb.1831; Krankheiten des höheren Alters, Erl. 1839,2 Bde.; Specielle Pathologie u. Therapie, ebd.1841 f., 4 Bde., 2. Ausl., 1843—48; LlorbrwLriZIrtit, ebd. 1844; Klinische Rückblicke, Tüb.1850 f. Ein großes u. bleibendes Verdienst umdie medicinische Wissenschaft erwarb er sich durchdie Herausgabe seines Jahresberichtes über dieFortschritte der gesammten Medicin aller Länder,ebd. 1842 sf., der nach seinem Tode von Eisen-mann, Friedreich, Scherer, Birchow, Hirsch fort-gesetzt wurde. Thamhayn.»

Canstein. Die Freiherren von u. zum C.gehören einer der ältesten Familien in Westfalenan, wo ihr Stammschloß Canstein liegt; sie bil-deten schon früh mehrere Linien, wurden 1657 inden Freiherrenstand erhoben u. blühen jetzt in 2Linien,der nassauischen u. preußischen. Einerdieses Geschlechtes, der Frhr. Karl Hildebrand,geb. 4. Aug. 1667 in Lindenberg, war erst Kam-merjunker des Kurfürsten von Brandenburg unddiente dann unter den brandenburg. Truppen alsFreiwilliger in den Niederlanden. Durch Krank-heit genöthigt, verließ er den Militärdienst u. gingnach Berlin, wo er sich frommen Werken widmete.Damit auch Ärmere sich die Bibel verschaffen könn-ten, besorgte er eine wohlfeile Ausgabe derselbenmit stehenden Lettern (1713 das N. T., 1716 dieganze Bibel in kleinerem, 1717 in größerem For-mat). Er starb 19. Aug. 1719. C. schr.: Vor-schlag, wie Gottes Wort Len Armen in die Händezu bringen, Berl. 1710; Concordanz der 4 Evan-gelien, Halle 1718, Fol.; Leben Speners, 1729.Seine Bibliothek und einen großen Theil seinesVermögens vermachte er dem Hallischen Waisen-hanse, u. es wurde davon zum Theil die C-scheBibelanstalt gegründet (s. u. Frankesche Stiftung).Lebensbeschreib, von Plath, Halle 1861; vgl. Ber-tram, Gesch. der C-schen Bibelanstalt, Halle 1863.

Cantabile (ital., singbar, gesangreich), 1) dasZusammenhängende, Leichte und Fließende einerMelodie. 8) Die sanften u. wegen der den Sing-stimmen angemessensten Mittellage der Töne leichtausführbaren Stellen eines Musikstückes von mäßiglangsamer Bewegung. 3) Ein Tonstück von lang-samer Bewegung mit gesangartiger Melodie.

Cantabrer (Oantäbri, a. Geogr.), in ältererZeit Gesammtname der Völker der NKüste Spa-niens, von denen das anstoßende Meer das 6an-

— Canto!.

tmbrienin irurrs (j. Meer v. Biscaya) u. das inS. begrenzende Gebirg Onntmbri naonbss hieß.Daher verstand man früher unter Cantabriadie ganze NKüste Spaniens bis an die Pyrenäen,während seit Augustus nur das Waldland westl.von den Autrigonen u. Vasconen u. östlich vonden Asturern (also das jetzige Biscaya, das nörd-liche Burgos u. das westliche Guipuzcoa) diesenNamen führte. Die C. waren ein rohes, abge-härtetes Bergvolk, bei denen die Frauen die Ackerbauten; ein Lieblingsgetränk bereiteten sie sich ausdem Opferblute; berühmt waren die Cantabri»schen Schinken. Sie erhielten sich lange ihreUnabhängigkeit von den Römern, bis sie seitAugustus' Zeit in dem Cantabrischen Kriege(25—19 v. Ehr.) von denselben unterjocht wur-den (s. Spanien, Gesch.). Viele fanden ihrenTod in den Schlachten, Viele tödteten sich selbst;die Wenigen, die sich ergaben, mußten sich in derEbene niederlassen, welche aber doch nur durchzahlreiche Besatzungen im Zaume gehalten werdenkonnten; der Rest, welcher in dem Gebirge blieb,sind die Ahnen der Basken.

Cantabrisches Gebirg, westliche Fortsetzungder Pyrenäen durch das nördliche Spanien; esbeginnt am Bidassoa mit granitenen Bergen vondurchschnittlich 500 in, bedeckt in verschiedenenKetten die Provinzen Guipuzcoa, Biscaya undSantander, Theile von Pampluna, Alava, Bur-gos, Palencia u. wird von der Bergterrasse vonGalicien bis zum Meere fortgesührt. Die südwcstl.Ketten führen auch den Namen des Asturisch-leone-sischen Berglandes. Die Abdachung nach N. istkurz und steil, Las Gebirg tritt überall nahe audas Meer; die Flüsse sind unbedeutend u. habeneinen kurzen Lauf u. jähen Fall. Die Flüsse dersüdlichen, sanfteren Abdachung fließen dem Ebround dem Duero zu; die der WSeite, wie derMinho u. andere, nach dem Atlantischen Meere.Das Gebirg besteht größtentheils aus gelbem.Sandstein, welcher ungeheure Lager von Roth-eisenstein enthält, in Leon aus Granit. Aas Klimaist im Allgenieinen gemäßigt u. feucht, die Thälerfruchtbar. Die Höhen find bis zu 1400 m mitdichter Eichenwaldung (Unsren» ilsx) bedeckt, u.darin Hausen u. a. wilden Thieren noch Bären;Wein, Südfrüchte gedeihen nicht, sondern nurGetreide, Gerste, Hanf u. Flachs. Das Gebirgführt in den verschiedenen Provinzen verschiedeneNamen, so: die Sierra de Aralar 1800 m, welcheGuipuzcoa von Navarra scheidet, Sierra de Altube2000 rn, Pcnas de Europa 2400 m, dann daSAsturische Gebirg, der größte Theil mit dem Paßvon Pajares 2000—2300 m, das mit dem Kegeldes Penamarela 3100 rn endigt. In der leoni-schen Kette find die bedeutendsten die Sierra negra,die Pena Trcvinio 2700 m, endlich im S. ander Grenze von Portugal die Sierra de Mome-zieho 2300 in.

Cantadour (proveng.), Bänkelsänger.

Cantal, 1) Departement im südl. Frankreich(zur ehemaligen Provinz Auvergne gehörig);5741,„ Hjürn ( 104,27 i_M); grenzt im N. anPuy de Dome, im O. an Haute-Loire u. Lozere,im S. an Aveyron, im W. u. NW. an Lot u.Correze; sehr gebirgig (s. unt. 2); Flüsse: Dor-