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Canlassi —
Nachahmung Boileaus, aber durch Anstand, Würdeu. Reinheit in jener Zeit hervorragend. Auchziehen sie durch Liebe zur ländlichen Natur, Wi-derwillen gegen Hosleben u. äußeren Prunk an.E. brachte die deutsche Poesie wieder an die Höfeu. führte namentlich die Satire wieder in Deutsch-land ein. Nebenstunden unterschiedener Gedichte,anonym, herausgeg. von Joachim Lange, Berl.1700, 1. Ausgabe, mit dem Namen des Verfas-sers 1719, vollständige Ausgabe, mit Lebensbe-schreibung u. historischen Erklärungen von UlrichKönig, Lpz. u. Berl. 1727, u. Auswahl in derBibliothek deutscher Dichter des 17. Jahrh., 14.Bd., Lpz. 1838. Vgl. Varnhagen von Ense,Biographische Denkmale, 4. Bd., 3. Ausl., Lpz.1872. 2) Karl Ernst Wilhelm, Freiherr vonC. u. Dallwitz, preuß. General u. Minister, Sohndes 1805 verstorbenen Freiherrn Wilhelm, geb.17. Nov. 1787; studirie in Marburg die Rechte,trat später in kurhessische, 1806 in preußischeDienste u. machte den Feldzug 1807 als Lieute-nant der Towarczy u. 1812—15 im General-stabe Jorks mit u. rückte bis zum Major hinauf.1821 wurde er Adjutant des Prinzen Wilhelm,Bruders des Königs, u. gleichzeitig Lehrer derKriegsgeschichte an der Kriegsschule in Berlin u.ging 1828 in diplomatischen Aufträgen nachCon-pantinopel, von wo er 1829 zurückkehrte. 1830wurde er Oberst u. Chef des Generalstabes desGardecorps n. bald darauf Commandeur des 1.Husarenregiments. 1831 während des PolnischenKrieges befand er sich als preußischer Coimnissa-rius im russischen Hauptquartier. 1833—41 warer Gesandter an dem kurhessischen u. an demhannoverischen Hofe u. avancirte zum General-major, sodann war er Gesandter in Wien u. vom11. Aug. 1845 bis 18. März 1848 preußischerMinister des Auswärtigen; er leitete dann bisEnde September die Geschäfte des deutschen Ver-waltungsrathes n. ging im Mai 1849 in außer-ordentlicher Mission zur Unterhandlung wegen desvon Preußen projectirten Bundesstaates nach Wien.B. st. 25. April 1850 als Generallieutenant undGeneraladjutant des Königs. Er sehr, anonym:Nachrichten u. Betrachtungen über die Thaten u.Schicksale der Reiterei in der neueren Zeit, Berl.1823 f., 2 Bde.; Betrachtungen eines Laien überdas Leben Jesu von Strauß, Gott. 1837.
Canlassi, Guido, wegen seines häßlichenGesichtes Cagnacci gen.,Historienmaler, geb. 1601in S. Archangelo bei Rimini, gest. 1681 in Wien,Schüler Guido Renis; wurde Hofmaler des Kai-sers Leopold. Werke: in der Dresdener Galerie,auch in der Münchener Pinakothek u. im Belvederezu Wien die büßende Magdalena, welchen Gegen-stand er mehrfach behandelte. Sein David, inder Sammlung Colonna, u. mehrere andere seinerGemälde wurden oft copirt u. gestochen, so vonBcauvarlet, Mogalli u. Premier.
Lsnna (lat.), 1) Schilf, Rohr. 2) (Rom. Ant.)Fahrzeug aus Schilf oder Rohr. 3) Eine ArtMeßruthe ---10 Palmen oder 2,^ rn; als Längen-maß 8 Palmen od. 1,^ m. 4) (Anat.) s) Lamas,major, alte Bezeichnung für das Schienbein; b)0. minor, alter Name für das Wadenbein.
Lanna L. (Blumenrohr), Pflanzengatt, aus der
Cannabich.
Fam. der Cannaceen (I. 1), hohe Pflanzen mitunterirdischem Grundstöcke, aufrechtem beblättertemStengel, ziemlich großen, länglich-eiförmigen, inder Jugend znsammengerollten Blättern n. trau-big oder rispig angeordncten großen Blüthen;Kelch 3theilig; die Blumenkrone besteht aus 3mit einander am Grunde verwachsenen, roth ge-färbten Blumenblättern; von den 6 Staubblät-tern trägt nur eines eine Authere, die übrigen sindblumenblattartig und eines lippenförmig; Frucht-knoten 3fächerig, mit flachem, lanzettlichem Griffeln. stumpfer, verbreiterter Narbe; Frucht eine viel-samige, 3fächerige Kapsel; Samen kugelig, mitgeradem Keimling. Zahlreiche Arten, in der hei-ßen Zone: 0. inäios H., mit rothen, auch gel-ben Blumen; wegen ihrer schönen Blüthen u.ihres schönen Baues bei uns beliebte Zierpflanze;das Kraut stirbt im Winter ab, wonach dieKnollen trocken u. frostfrei aufbewahrt u. imFrühjahre in Töpfe oder in milderen Gegenden auchins Freie gepflanzt werden. Die verschiedenen Ab-arten mit ihren großen, schilfartigen, theilwciseroth gefärbten Blättern bilden sehr decorativeGruppen, deren Schönheit noch durch die an derSpitze der Pflanzen erscheinenden Blüthen erhöhtwird; Vermehrung leicht durch Theilung derKnollen. Der Wurzelstock mehrerer Arten wirktdiuretisch u. wird bei Hautkrankheiten angewendet;die schwarzen, harten, erbsenförmigen Samengelten als magenstärkend u. liefern eine schönerothe Farbe. 6. eäuüa Lsv., von Peru, u. 6.paniouls.bg. Ä. cß K, mit eiförmigen, unterseitssilbergrauen Blättern, enthalten in ihren Wurzel-stöcken eine reichliche Menge Stärkemehl, das demArrow Root ähnlich ist, u. werden daher genossen.Dasselbe gilt von der chilenischen 0. Lobirss Sr'K.u. der westindischen L. eoeoinss. Art. 6. sursn-bisosÄose., in Brasilien, u. die bei uns nicht sel-ten cultivirte 0. Alarms. L., aus Westindien, mitlanzettlichen, grau-grünen, unterseits nervenlosenBlättern, besitzen Wurzelstöcke, welche kräftig dieUrin- u. Schweißabsonderung bewirken, währenddas frisch zerquetschte Kraut zur Reinigung übelaussehender Geschwüre benutzt wird. Engter.
Cannä (a. Geogr.), Stadt in Apulien, unweitdes Aufidus. Hier im zweiten Punischen Kriege2. Aug. 216 v. Chr. Niederlage der Römer uuterM. Terentius Varro und L. Aemilius Paullusdurch die Carthager unter Hannibal; s. u. Pu-nische Kriege. Hier wurden auch 1019 die By-zantiner von den Normannen besiegt u. der Ortgenommen; 1083 nahm Rob. Guiscard C. wieder,u. als kurz darauf die Einwohner eine Empörungmachten, wurde die Stadt verwüstet, u. die Ein-wohner zogen nach dem nahen Barletta. DasSchlachtfeld heißt jetzt Lsmpo äsl ssnAnins.
Cannabich, Joh. Günther Friede., deut-scher Geograph, geb. 21. April 1777 in Sonders-hausen; wurde 1807 Rector in Greußen, 1819Prediger in Niederbösa u. 1835 in Bendelebenbei Sondershausen; seit 1848 emeritirt, lebte erin Sondershausen u. st. 2. März 1859. Er schr.:Lehrbuch der Geographie, Sondersh. 1816, 18.Ausl., v. Örtel, Wien 1870, Auszug 1870, 20.Ausl.; Kleine Schulgeographie, Sondersh. 1818,18. A., Weim. 1859; Leitfaden zum methodischen