Cancrinit — Candircn.
wesen, 1845, u. der Roman Dagobert, eineGeschichte aus dem jetzigen Freiheitskriege, Altona1796, der später seinen Feinden Anlaß gab, ihnwegen demokratischer Gesinnungen zu verdächtigen.Vgl. Briefwechsel zwischen A. v. Humboldt u.Graf G. v. C., Lpz. 1869. Lagm-
Cancrinit, Mineral, derb, rosenfarben, von2„5 spec. Gewicht; krystallistrt im hexagonalen Sy-stem, besteht aus kieselsaurem Natron, kieselsaurerThonerde und kohlensaurem Kalk, im Verhält-niß eines Gemenges von Nephelin u. Kalkspath.Mikroskopische Schuppen von eingewachsenem Eisen-oxyd bringen die rothe Färbung hervor. Erkommt im Jlmengebirge bei Mjask, Tunkinsk inSibirien, Litchfield in NAmerika u. einigen a. O.Vor. Lehmann.*
Canerös (v. lat. oanosr, Krebs, oanerosns,krebsig), krebsartig, besonders von krankhaftenGeschwüren; cancröse Diathese, Blutmisch-ung, wie sie die Bedingung der Krebskrankheitist, oder mit diesem Übel einhergeht.
Candäre (Reitk.), so v. w. Stange.
Candärin, chinesische Münze, so v. w. Condorin.
Candeish, s. Khandesch.
Vnmlela (lat.), Kerze.
Candcläber (v. Lat.), Gestell zur Aufnahmevon Lichtern, auch Räucherwerk, ursprünglich ausRohr, mit zwei scheiben- oder tellerförmigen En-den; von den Griechen u. Römern vielfach aus-gebildet. Die C. bildeten gewöhnlich säulenartigeSchäfte, anfschießende Akanthusstanden mit über-geschlagenen Blättern, zierliche, mit Epheu um-wundene, in Vasen oder Glockenblumen endendeStämme rc. StattdesHolzesod.gebrannteuThonesnahm man später Metall, namentlich Bronze, auchedle Metalle, Marmor, Alabaster rc. als Materialzur Anfertigung der C. Man unterschied an denkunstgeformten C. die Basis (Fuß), gewöhnlichaus drei Thierfüßen bestehend, um hierdurch dasBewegliche zu charakterisiren, den Kaulos (Schaft),gewöhnlich cannelirt, den Kalathos (Knauf) undden Diskos (Teller), welcher die Lampen trug;doch finden sich auch vielfach die Schäfte der C.oben mit gebogenen Armen oder Abzweigungenversehen, an welchen die kleinen Lampen mittelsBronzeketten aufgehängt wurden. Den Schaftersetzte auch wol eine Figur, welche in einer od.in jeder Hand einen Diskos trug; auch über demKnaufe findet sich, wiewol seltener, eine den Tellertragende Figur angebracht. Auch die romanischeund gothische Kunst hat uns treffliche C-ausbild-ungen (meist aus Metall) überliefert, doch be-sitzen dieselben einen von dem griech. C. durchausverschiedenen Charakter; die Renaissance dagegenging auch in diesen Schöpfungen wieder auf dieAntike zurück, bildete aber die C-schäfte nicht säu-lenartig, sondern bauchiger, schwellender. Inneuerer Zeit hat der antike Geschmack auch aufLampengestelle Anwendung gefunden, welche jetztnach Art der C. in Bronzeguß zierlich ausgeführtwerden. C. dienen auch zu Verzierung von Ge-bäuden, oft als wirkliche Laternenträger; in Frie-sen findet man sie als Bildhauerarbeit angebracht,auch isolirt als Monumente. Ewerbcck.
Lnnckelsrin , Krustenflcchte aus der Fam.der Iweauorinas, ausgezeichnet durch schllsselsör-
mige Apothecien, deren Schläuche viele ellipso'tdi-sche, farblose n. zweizeilige Sporen enthalten.Arten: 0. vltsIUua L/rr/r., an Bretterzäunen,Baumrinden u. Felsen gelb-grüne Überzüge bildend.0. vulgaris Mrss., wie vorige, aber mehr ander Schattenseite der Baumstämme in lichtenWaldungen häufig. Engkr.
Candelbaum, s. Mti^opiiora.
Candia, Name der Insel Kreta (s. d. A.) beiden WEuropäern.
Candid^ Peter, s. u. Witte.
Candidat (lat. Oancklästns), 1) eigentlich dermit einem weißen Kleide (Oauckickn) Bekleidete.Da in Rom Diejenigen, welche sich um ein öffent-liches Amt bewarben, ein weißes Kleid trugen,so hieß C. 2) Einer, der sich um ein Staatsamtbewarb (s. u. Magistrat), u. daher noch jetzt3) der Bewerber um ein Amt, besonders um einPredigtamt (Predigtamts-) u. um eine Schulstelle(Schulamts-C.), u. Candidatur, Anwartschaftauf ein Amt. 4) Zur Kaiserzeit gab es Oanälckatiprinoipis (0. Laess-ris, Huasstorss oauäickabi),welche als Hofdiener die Sendschreiben des Kaisersdem Senat mittheilten; unter den Gordianenhießen die Elitencohorten 6auäiäs.bi, wahrschein-lich von ihrem weißen Kriegskleide oder einersonstigen weißen Abzeichnung. 5) In der Kircheder ersten Jahrhunderte ein Neugetaufter, weildiese 8 Tage lang nach empfangener Taufe inweißen Kleidern gehen mußten.
Lamlläe (lat.), aufrichtig.
Candidus, 1)(Weiß) Pantaleon, nenlatein.Dichter, geb. 7. Oct. 1540 zu Jps in Nieder-Österreich; studirte bis 1562 in Wittenberg u. wurdeerst protestantischer Pfarrer in der Rheinpfalz, dannDiaconns in Meisenheim; er starb als Superin-tendent in Zweibrücken S. Febr. 1608. C. schr.:Iwoi tiwoloxioi. prasoipui vsrsidrw eonsorlpbi,Wittenb. 1564, u. LIsZtas prsonbiouum sx svan-Aeliis äomiuieäiibus, zusammen Basel 1570;?rovsrbin Lalomouis (in lat. Versen), Franks.1578 u. Straßb. 1588; bipsi-ra mm ata. xacra,Genf 1589; Lpibapina, autüguo, st rsssutis.,Straßb. 1600; In laucksm üoaunis äueis Bipout.,Zweibr. 1604; außerdem 6stibsr1s (über dieGothen in Spanien) u. Lollsmias, ebd. 1597;Oouoiouss kausbres, ebd. 1600. 2) Karl, Dichteru. Philosoph, geb. 1817 im Elsaß; war erstGeistlicher in seinem Heimathlande, wo er andeutschem Wesen und deutscher Wissenschaft festhielt; ging dann als Prediger der deutschenprotestantischen Gemeinde nach Odessa; er starb16. Juli 1872 im Bade zu Feodosia. C. ver-öffentlichte: Der deutsche Christus (Canzonen-cyklus), Lpz. 1854; Einleitende Grundlage zueinem Neubau der Religionsphilosophie (im Hegel-scheu Sinne), ebd. 1855; HvgwAslinrn astsrnum(religiöse Betrachtungen), ebd. 1866, 2. A., 1867;Neueste Göttergespräche, ebd. 1867; VermischteGedichte, ebd. 1869; auch ist die anonyme undins Deutsche übersetzte Schrift Llss Ariska oonbrsess tNWsisuro (gegen die franz. Philosophen)von ihm. i) l..
Candrren (v. Fr.), 1) mit Zucker überziehen;geschieht, indem man den Zucker in einem Gefäßüber dem Feuer schmelzen läßt u. dann die Sachen,