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Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
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Öaimrinn. — Canarischc Inseln.

100 Vögeln sollen nur 10 ihrem Lehrer im Ge-sänge wirklich gleichkommen oder ihn übertreffen,nur 20 ihm annähernd gleichkommen, 70 endlichnur mittelmäßige Sänger abgeben, auch wenn sievom besten Schläger abstammen u. beim vorzüg-lichsten Meister die Kunst des Gesanges erlernten.Als Hauptfntter reicht man den CanarienvögelnRübsamen, ausnahmsweise u. nur zuweilen einwenig Canariensamen, täglich einige KörnchenHafergrütze; außerdem zur Abwechselung Grünzeug,wie man es gerade haben kann, ein BlättchenSalat, Sternmiere, Kreuzkraut u. a. Während derMauser u. zur Brutzeit reichen diese Stoffe zurNahrung nicht aus, dann muß man namentlichhartgekochtes Hühnerei füttern, u. zwar sowol vomEiweiße u. Dotter, als auch von der Schale;letztere ist nicht zu vergessen, da sie die nöthigenMineralstoffe zur Bildung der Federschäfte undSpulen enthält u. liefern soll. Statt Eischale gibtman auch wol das aus der Apotheke zu heziehendeOs Kspias, die Rückenschuppe des Tintenfisches.Das Lrinkwasser muß stets frisch, darf nie faulsein; doch schadet es nicht, wenn ein grüner, vonmikroskopisch kleinen, zu den Algen gehörendenPflänzchen herrührender Anflug die Wände derWasserbehälter überzieht; derselbe hält vielmehrdurch sein Wachsthum das Wasser frisch. ZurZeit der Mauser thut man gut, dem Vogel einzweites Trinkgefäß in den Bauer zu setzen: Wasser,in welches man ein Stückchen Eisen (einen Eisen-nagel, nicht Drahtstift) legte, u. welchem man einigeTropfen guten Rothweins zufügte; dem Vogel be-kommt solche Eisenweinkur ebenso wohl, wie eisen-haltige Mineralwasser, Stahlquellen rc. dem blut-armen Menschen. Wollen Canarienvögel brüten,dann gibt man ihnen einen Nesthalter (am besteneinen Harzer Bauer), befestigt als Nest einen kleinenBlumentopf in demselben u. legt als NistmaterialHaare, Federn u. Moos in den Bauer (Charpieist zu vermeiden, weil sich die Vögel leicht darinverwirren u. die Jungen in ihr die Füße brechen);Federn dürfen nie beim Baumaterial fehlen, weilsonst die nistenden Vögel einander die Federn aus-rupfen, namentlich die Weibchen ihre Männchenoft ganz kahl machen. Wer größere Zuchten vor-nehmen will, oder mit kranken Vögeln zu thunhat, dem sei Brehm, Gefangene Vögel, Leipz. seit1872, angerathen, das auch hier zum Führerdiente. Vgl. auch Der C., 4. Stereotyp-Ausg.,Hamb. 1875. Thoms.

Osnsrinn L., Pflanzengatt, aus der Fam. derOampannIaoöas-V-alilsnbsrAioas (VI. 10), mitgegenständigen, gestielten, pseilsörmigen u. gezähn-ten Blättern, gabelig verzweigtem Blüthenstande u.schönen großen Blüthen mit Ktheiligem Kelche, 6-spaltiger, glockenförmiger, blaßgelber, an den Ein-schnitten purpurrother Blumenkrone; Frucht eineunterständige, «Fächerige, vielsamige Kapsel. Dieeinzige Species der Gattung, 6. Oampannla L.,ist auf den Canarischen Inseln heimisch u. gedeihtbei uns gut im Kalthause. Engter.

Canarische Inseln (span. Jslas Canärias),eine Inselgruppe des nordwestlichen Afrika (vonden Spaniern jedoch zu Europa gerechnet), imW. der marokkanischen Küste, nur 15 M vomCap Bojador entfernt, von 27° 37' bis 29° 30'

n. Br. u. 0° 30' w. bis 5° L. L.; 7295 Hjlcm(132, g iHM). Sie bestehen aus 7 größeren be-wohnten Inseln: Hierro od. Ferro 4622 (1860),Palma 31,405, Gomera 11,386, Teneriffa 91,482,Gran - Canaria 68,302, Fuertevcntura 11,325,Lancerote 15,524 Ew., n. mehreren kleineren un-bewohnten. Sämmtlich bergig, erheben sie sich zusehr bedeutenden Höhen; der höchste Punkt ist derPico de Teyüe auf Teneriffa 3589 m, nebst derFelsenkette von Guajara 3265, g m, die Sierrade Palma auf Palma, 1800 — 2200 in, u. aufGran-Canaria der Pico del Pozo de las Nieves,Nueblo u. Sancillo 1500 —1800 m; die ganzeGruppe ist durchaus vulcanisch, Palma ist fastganz basaltisch, Teneriffa und Lancerote bestehenaus Trachyt; die meisten Krater sind jedoch er-loschen. Aus Palma erfolgten noch 1677 Lava-ergllsse, aus Lancerote noch 1730 — 36 u. 1824.Das beständig milde Klima ist eines der trefflich-sten auf der Erde; Schnee beständig nur auf denhöchsten Theilen von Teneriffa u. Palma. ImWinter verursachen die heftigen Regengüsse oftverwüstende Überschwemmungen; auf einigen In-seln ist aber auch wiederum der Regen Jahre langausgeblieben. Die Vegetation, begünstigt durchKlima u. fruchtbaren Boden, ist nach dem ver-schiedenen Niveau sehr verschieden, hat aber in-folge der Colonisation einen ganz anderen Cha-rakter angenommen, als vor der Entdeckung vonAmerika, wie denn z. B. die großen Drachenbaum-wälder fast ganz ausgerodet sind. Hauptpro-ducte sind Öl, Getreide, europäische Baumfrüchte,Zucker (besonders früher), Wein (der einst be-rühmte Canariens ect oder Malvasier kommt nurnoch als Sherry und verfälscht vor; auch liegtseit 1852 der Weinbau infolge der Traübenkrank-heit so sehr darnieder, daß er kaum noch den 10.Theil der früheren Production hervorbringt) undOrseille; aus der Thierwelt Ziegen u. Esel, so-wie Hirsche (auf Gomera), der Dromedar ist seitJahrhunderten eingeführt; unter den Vögeln er-scheint der Canarienvögel in ganzen Banden; Bie-nen in der Retamagegend von Teneriffa, Seiden-raupen, Cochenille aus Teneriffa. Die Bevölker-ung von 237,036 Seelen (1860) ist katholisch u.trägt wesentlich spanischen Charakter; die Urbe-wohner, dieGuanches, von berberischem Stamme,sind in ihrer Reinheit ganz verschwunden u. mitden Eroberern vermischt. Hauptbeschäftigungist Acker- u. Weinbau, doch ist, nur etwa H desBodens cultivirt; ansehnlicher Fischfang, besondersauf Stockfisch, wird an der gegenüberliegendenafrikanischen Küste betrieben. Industrie fehltfast ganz; Seidenstoffe werden auf Palma undBranntwein auf Fuerteventura u. Gomera, beidesfür den Export nach der Havanna, fabricirt. DerHandel steht in keinem Verhältniß zu der gün-stigen Lage des Archipels; Hauptausfuhrartikelsind Wein, Getreide, Branntwein, Barilla (na-türliche Soda), Orseille, dann Cochenille, Ziegen-häute, Harze, Honig u. Wachs, Salz u. etwasSeide. Der Handelsverkehr ist am bedeutendstenmit England, wie denn auch vorzugsweise Eng-länder den Handel auf den C-n I. selbst betrei-ben; von Spanien finden sich jährlich höchstens12—18 kleine Schiffe ein. Doch hat sich seit der