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Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
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Canandaigua — Canaresische Sprache u. Literatur.

nal; Osnales semi-eireulare», Bogengänge desLabyrinths im inneren Ohr, s. d.; 6. vläianus,Gang für Nerven »nd Arterien gleichen Namensim Flügelfortsatze des Keilbeines, f. d.

Canandaigua, Sitz des Ontario County imNordamerikas Unionsstaate Neu-Dork, u. 42» 50'n. Br. u. 77» 15' w. L., am Canandaigua-Seehübsch gelegen; 5146 Ew.

Cananore, s. Cannanore.

Canara (aus dem sanskrit. Karnata, einemReiche im Innern des Dekhan), in neuerer Zeitübertragen als die Bezeichnung des Küstenstrichesunter den Ghat, an der WKllste Vorder-Jndiens,von 15°'bis 12° 20' n. Br., gegen N. begrenztvon dem Flusse Sadarivaghas, gegen S. durch denTschandragiri von Malabar geschieden, ein unge-fähr 250 km langer hafenloser Küstenstrich mitzahlreichen Quellen u. Sümpfen, gebirgig durchdie westlichen Verzweigungen der Ghat, dennochfruchtbar u. gut angebant mit hauptsächlich Reisu. Pfeffer, auch reich an Palmen u. Teakwäldern;2500 km; über 1 Million Ew. brahmanischerReligion, stark gemischt mit Dschaina, Moslemin,Juden und von den Portugiesen abstammendenChristen. Hier beginnt das Gebiet der dekhani-schen Sprachen; im S. wiegt der Tuluva-Dialektvor. Das Land wird durch den Fluß Kundapurain NC. (administrativ ein District der SDivisionder Präsidentschaft Bombay) u. SC. (District derPräsidentschaft Madras) getheilt; in dem ersteren(Haiga der Inder) ist Honamar der Hauptort, indem letzteren (Tuluva) Maugalore, beide zugleichdie einzigen bedeutenden Häfen. C. ist seit 1799britisch; über seine früheren Geschichte s. Indienn. Dekhan.

Canarac, Ort im District Puri der DivisionOrissa der vorderindischen Präsidentschaft Bengalen;berühmt durch die schwarze Pagode, einen mitvielen Sculpturen bedeckten Hindutempel aus demEnde des Mittelalters, der jedoch in neuerer Zeitsehr verfallen ist.

Canaresische Sprache u. Literatur. Das

Canaresische (Canara od. genauer Cannada ist dieDravidische Form für das sanskritische Larnata od.Larnataka) gehört zu den Dravida- od. dekhamschenSprachen Indiens und wird auf dem innerenPlateau desDekhan zwischen den östl. u. westl. Ghat-Gebirgen, nördl. über den oberen Kistua (Krischna)hinaus bis in die Gegend von Beder, südl. bisCoimbatore gesprochen. Obgleich von N. her dasMahratti, von O. her das Telugu u. Tamil, dasMalajalam von SW. her vielfach in dieses Gebieteingedrungen sind u. sich das Dekhani, die im S.gesprochene Mundart des Hindostani, als allge-meine Sprache der Mohammedaner wie als läu-Aua krauen der britischen Regierung und Armeeüber das ganze Land verbreitet hat, so wird den-noch die Zahl Derer, die das Canaresische spre-chen, auf 7—8Mill. angeschlagen. Auch hat sichdurch Eroberung u. Einwanderung das Canare-sische in dem jetzt Canara genannten Küstenlandeso festgesetzt, daß es hier das Tulu, die ein-heimische Landessprache, aus dem Munde dergebildeteren Klassen verdrängt hat. Die cana-resische Schrift bietet die gesammte Buchstaben-reihe des Sanskrit-Alphabets in gleicher Ord-

nung dar; die Schriftzcichen, namentlich wiesie auf älteren Inschriften erscheinen, bekundendeutlich ihren Ursprung aus dem Devanagari-Alphabet. Man unterscheidet die altcanaresischeSprache (kurvacka, Aals oauacka) von der ueu-canaresischen; beide Sprachuiedersetzungcn haben inihrem Wörterschatze zahlreiche Sauskritwörter aus-genommen; während sie sich jedoch im Altcanare-sischen gewöhnlich den Lautgesetzen der Dravidaaccommodirten, wurden sie im Neucanarcsischenganz unverändert der Sprache einverlcibt, so daßjeder Gebildete dieselben noch als Fremdwörterfühlt. Auf das heutige Canaresische hat auch dasHindostani vielfach Einfluß geübt. Nächst den Ta-milen haben unter den dekhamschen Völkern dieCanaresen die reichste Literatur, welche jedoch,jüngeren Ursprunges, vollständig dem Gedanken-kreise der indischen sich anschließt. Die ältesten nochvorhandenen Bücher bilden Sabdamanidarpana(d. i.Wortperlenspiegel) vonKaviketzava, eineGram-matik des Canara nach dem System des Paniui, dasSabdamandschari (Blumenkorb der Worte), einSubstantivwörtcrbuch, u. Khandas, eine canaresischeMetrik von Kavinagavarma. Ebenfalls dem 12.od. 13. Jahrh. soll noch das Heldengedicht Dscha-gannalhavidschaja angehörcn. Als classisch wer-den von den heutigen Canaresen angesehen die 4größeren Gedichte, die Bearbeitungen der indischenEpen: Mahabharata u. Ramajana; die Übersetz-ung des Bhagavata-Purana, u. für die jetzigen ^gelehrten Canaresen das wichtigste, das Dschaimi-nibharata (eine Bearbeitung des sanskritischenAtzvamedhaparva) von Lakschmipati aus Deva-pura. Sie gehören dem 14. Jahrh. an u. tra-gen ganz den Charakter der späteren Kunstpoesie.Wiederum einem späteren Kreise gehören die er-zählenden Dichtungen Sobagina sone (Redeschmuck-kranz), Birumale (Redeplatzregen) von Kenaka-dasa, Gajatscharitra u. die novellenartige Geschichtedes Somasekhara und Tschitrasekhara au; fernerdas Vasava-Purana und das Raghuvausakavja,zwei wichtige Werke der Linga-Verehrer; weiterdie lobpreisenden Dichtungen (8duti oder Naimt-mzmn) Bhaktisara von Kenakadasa (aus Wisch»»),Siwabhaktisara (auf Siwa) und die Mahana-vamapadagalu, eine Sammlung kleinerer Lob-gedichte; endlich als moralisch-didaktische Pro- sducte das Jinamuni-Taneyyadnyanopadea, einHauptbuch der Dschaina, die Anubhavamrita,von den Brahmanen sehr geschätzt, und dieSarvadnjanapadagalu, eine Gnomensammlung.Gleichzeitig entstand eine große Anzahl kleinererlyrischer Poesien, welche rein volksthümlich sind.

Ihre Verfasser werden Dasa (d. i. Gebundeneeiner Gottheit) genannt. Zu ihnen gehören Ke-nakadasa, Pnrandaradasa, Vidschajadasa, Veikun-thadasa, Rangavallidasa; sowol in canarefischcrSprache, wie in Hindostani dichtete Kabiradasa.

Mit lyrischen Stücken gemischt sind die Prasangaund Jakschagana, Bearbeitungen alter mytho-logischer Stoffe in rhetorischer Prosa; ähnlicherArt sind die Dandaka in gereimter Prosa.Unter den Prosaschriften sind eine Geschichte desSringeri-Klosters u. eine Geschichte der älteren Kö-nige von Maisur ziemlich alt. Bemerkenswerthist noch die Geschichte des Königs Bhutalapanda