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Kanada
steht in Viehzucht u. der Jagd u. Pelzhandcl,obwol derselbe Monopol der Hudsons - Bai-Compagnie ist; seine Ausfuhr wird auf 2^ Will.Doll, geschätzt. Das Budget der Provinz beliefsich 1872 auf 81,425 Doll. u. die Zolleinnahmenetwa auf 80,000 Doll. Die Prov. ist in 24Wahlbezirke gethcilt u. das Gerichtswesen wie imübrigen Dominion eingerichtet. Die Regierung derProv. Manitoba besteht aus einem Vicegouver-neur u. einem Executiv-Comite von 5 Mitglie-dern; der Gesetzgebende Körper ans einem Senatvon 7 ans Lebenszeit ernannten Mitgliedern unddas Unterhaus aus 24 Deputirten, von denenjeder der 24 Wahlbezirke einen wählt. Der Sitzder Regierung ist Fort Garry, u. die Prov. wirdim Senat des Dominions durch 2, im Unter-hause durch 4 Abgeordnete vertreten. Die einzigeStadt in der Prov. ist Winnipeg.
L) Das NW.-Territorium (ehemaligesTerritorium derHudsons-Bai-Compagnie) u. Ru-perts-Landgrenzen im O. an die Prov. Quebec,an Labrador, den Atlantischen Occan, die Davis-Straße u. die Bassins-Bai, im N. an das Eis-meer, im W. an Alaska u. die Prov. Britisch-Columbia u. im S. an den 49. Gr. n. Br. u. dieProvinzen Ontario u. Quebec. Dieses Terri-torium besteht seiner Beschaffenheit nach aus dreiverschiedenen, sich neben einander nach NW. er-streckenden Regionen, dem Lande am Fuße des Fel-sengebirges, der Centralprärie, der Küstenstnfeim W. u. SW. der Hudsons-Bai. Die erste u.letzte Region sind ödes Felsenland; dagegen be-sitzt das Territorium in der großen Centralprä-rie, begrenzt im O. von den großen Seen Atha-basca, Deer, Winnipeg, über 10 Längengrade inder Breite, durchschnitten von den mächtigen Strö-men Saskatshewan, Athabasca u. Peace, ein Ge-biet, das einer hohen Entwickelung fähig ist undunermeßliche Ebenen umfaßt, in deren tiefemBoden der Pflug Hunderte von Meilen Furchenziehen kann, ohne auf einen Stein zu stoßen. DasKlima ist keineswegs so streng, als früher ange-
> geben wurde. Am Saskatshewan ist dasselbe fast
> so mild, wie das von St. Paul in Minnesota.
^ Seine mittlere Winter-Temperatur ist —15" Fah-renheit u. seine mittlere Jahres-Temperatur 44",demnach gleich der Winter- u. Jahres-Temperaturvon Wisconsin, Michigan, Ober-Canada u. NNew-Aork. Der District im S. der Hudsons-Bai wird
> gewöhnlich Ruperts-Land genannt, es besitzt den! kortits Leit (fruchtbarer Landstrich), eine an 180 km
breite fruchtbare Alluvialniederung. Dieselbe läuftvom oheren rechten Qnellenarme des Mooseflussesdurch dessen wertes mittleres u. unteres Gebiet u.durch das ganze Thal des Albäny u. des Win-nipeg u. ist vollkommen zum Anbau geeignet.
I Das Klima ist nicht strenger, als in Central-C.;
' Weizen u. alle anderen Cerealien u. Küchenpflan-zen der gemäßigten Zone gedeihen hier; derBaumwuchs besteht ans Sprossenfichte, Tamarae,Pappel, Birke. Außer den großen Flüssen Mooseu. Albany zieht es viele kleine Flüsse n. größere! und kleinere Landseen, welche sämmtlich fischreichl sind. Die Mineralschätze des Landes sind ohneI Zweifel sehr groß, jedoch bis jetzt noch unerforscht.
^ Unbedingt von großer Wichtigkeit ist das Kohlen-
(Gcsch.).
seid des NWGebietes, eines der größten in derWelt, u. zwar von vorzüglicher Steinkohle. VomWtlfer des Athabasca-Sees bis 49 Gr. n. Br.lassen sich die Kohlenflötze mehrere hundert Meilenlang verfolgen. Sie erscheinen in vorzüglicherMächtigkeit am Saskatshewan. In der Nähedieses Flusses lagern auch ausgedehnte Salzflötze.Viele Nebenflüsse des Saskatshewan führen Gold-sand, am reichlichsten in den Barren n. Buchten.Die Zahl der Einw. wird von Einigen bis zn200,000 geschätzt, was jedoch viel zu hoch ver-anschlagt sein dürste. Seit 1870 steht das Terri-torium unter der directen Verwaltung der Domi-nions-Regierung.
III. Geschichtliches. Zuerst besuchten die Ita-liener Giovanni u. Sebast. Cabot (s. d. 2) mit 6englischen Schiffen 1497 das von Elfterem schonfrüher gesehene Land, doch wurde von den Eng-ländern keine Notiz von dieser Entdeckung ge-nommen. Um 1500 nahm der in franz. Dienstenstehende Italiener Giovanni Berazzani das Landfür Frankreich in Besitz; 1534 u. 1535 fuhr Jacq.Cartier den Lorenzstrom hinauf u. nannte dasLand Neu-Frankreich; er schloß Verträge mirLen Eingeborenen n. baute ein Fort. Um 1600wurde schon ein großer Pelzhandel zwischen C.n. Frankreich getrieben. 1603 u. 1608 gingenHandelsgesellschaften von Nonen, St. Malo undLa Rochclle nach C.; 1608 legte Capitän Cham-plain den Grund zu Quebec, worauf die Coloniezum französischen Vicekönigreiche gemacht wurde.Den Titel Vicekönig von Neu-Frankreich erhielt1620 der Marschall Montmorency. Von demfesten Quebec aus regierten die Franzosen 150Jahre lang eine weite Region, die sich im O.bis Acadia (Neu-Schottland) ausdehnte u. imW. bis zum Oberen-See u. den Mississippi ent-lang bis Florida u. Louisiana reichte. 1759 ent-riß eine kleine britische Armee von 5000 Mannunter General Wolfe (s. d.) Neu-Frankreich aufden Ebenen von Abraham seinen ersten europäi-schen Herrschern durch die Einnahme von Quebec.Nach u. nach fielen auch Jsle-aux-Noix u. dieForts Oswegatchie u. Levis den Engländern indie Hände, n. dann ward Montreal belagert undvom General Amherst mit einer Armee von 17,000Mann eingenommen. Die Capitulation dieserStadt ward imSept. 1760 unterzeichnet ».damitder franz. Herrschaft in C. ein Ende gemacht.Die Briten führten nun durch Proclamation vom17. Sept. 1764 englisches Recht n. englische Ge-richtshöfe für Civil- u. Criminalprocessc ein; dieserregte aber als Antastung der franz. NationalitätUnwillen, u. als die nordamerikanischen Unruhenausbrachen, wurde für alle älteren Colonisteu 1774Lurch die Quebec-Acte nicht allein Religionsfrei-heit garantirt, dem Klerus sein Recht wiederge-geben u. die alle franz. Seigneur-Verfassungfd. h., daß ein Individuum einen ganzen Districtin Lehn bekam u. diesen nun Einzelnen, ihmLehn-baren, abtrat) sondern auch das franz. Recht mirAusnahme des Criminalrechtes hergestellt, währenddie neuen, d. h. englischen Ansiedler in ihrenLownships das engl. Recht beibehieltcn. DieseMaßregel u. der Umstand, daß die damals anDespotie gewöhnten Franzosen besser mit der
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