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Canada (Geogr. u. Statist.).
uneben, wenn auch ohne bedeutende Erhebungen,u. im Allgemeinen stark bewaldet, an den Küstenu. Flüssen gut angebaut. Den mindesten land-schaftlichen Werth hat der atlanlische Küstenstrich,wo das Gestein platonischer Bildung ist. Weiterlandeinwärts bessert sich aber der Boden, nament-lich wegen der weiteren Erstreckung von Thon-schiefer. Die nördl. wie die westl. Region derProv. ist in ihrer ganzen Ausdehnung fruchtbar.Die Grafschaft Annapolis ist die beste für Obst-zucht, Gartenbau u. Ackerbau im Allgemeinen;zunächst kommt Kings County. Beide Graf-schaften enthalten ausgedehnte Striche von Marsch-boden. Die hauptsächlichsten Beschäftigungensind, neben dem Ackerbau, der in letzter Zeit mehrals früher gefördert wird, der Bergbau, Schiff-bau u. Fischfang. Kohlen- u. Eisenlager erstreckensich durch den ganzen W. von Neu-Schottland u.Cape Breton. Die Kohlengewinnung betrug 1869511,795 Tonnen. Die wichtigsten Eisensteinlagerbefinden sich in der Grafschaft Annapolis, amSFuße des Cobequid-Gebirges, am East-River inder Grafschaft Picton. Die sonstigen Mineraliensind Blei, Achat, Amethyst, Chalcedon, Carneol,Jaspis, Opal, Onyx, Granit, Schiefer, Quader-steine, farbiger u. weißer Marmor, Mühlsteine,Schleissteine, Gips, Kalk, Mergel, endlich neuer-dings auch Gold. Der Goldquarz wurde 1860entdeckt, u. war der Ertrag bis Ende 1868 160,000Unzen. Das ergiebigste Jahr war 1867 mit 30,000Unzen, 1869 dagegen nur 17,868 Unzen— 330,558Doll, an Werth. Der Schiffbau ist bedeutend,1870 wurden 141 Schiffe von 33,659 TonnenGehalt gebaut. Die neu-schottländ. Fischerei über-trifft die aller anderen Provinzen. Handel. DieAusfuhr, Fische (6 Mill. Doll, jährl.), Holz, Mi-neralien n. Bausteine, beträgt jährl. im Durchschnitt8 Mill. Doll. u. die Einfuhr an 14 Mill. Doll.,die sich zur Hälfte in Halifax concentrirt. Vonder Bevölkerung gehörten 1871 102,000 zurrömisch-katholischen Religion, 55,124 zur Angli-kanischen Kirche u. 54,263 zu den verschiedenenArten der Baptisten, der Rest vertheilt sich ansMethodisten u. Presbyterianer. Die Provinz isteine Diöcese der engl. Colonial-Kirche. DerUnterricht wird, ebenso wie in den anderen Thei-len des Dominions, mit Sorgfalt gepflegt. Rechts-wesen u. Verfassung sind denen von Neu-Braun-schweig fast ganz gleich. Finanzen. Die Ein-künfte betrugen 1871 667,149 Doll., die Ausgaben676,666 Doll. Städte. Halifax, Hauptstadt derProv., mit vorzüglichem Hasen; Windsor mildemHanptcollege u. Truro mit der Normalschule derProv. Die Prov. setzte dem Eintritt in dasDominion einen langen u. beharrlichen Widerstandentgegen; die neu-schottländische Schwierigkeit ver-eitelte lange das Zustandekommen des neuen po-litischen Systems. Im Jan. 1869 fand eine Con-ferenz statt, welche endlich zur Regelung derUnionsbasis führte. Das Dominial-Parlamentgenehmigte die abgeschlossene Vereinbarung, undder Eintritt Neu-Schottlands in das Dominionerfolgte. Zuerst schien es, als habe sich die Prov.mit dem neuen Verhältniß völlig zufrieden ge-geben, doch 1869 brach, wol von amerikanischenAgitatoren u. der in der Prov. bestehenden An-
nexionsparteigeschürt, eine heftige Opposition aus,die jedoch von Seiten des Dominions keine Be-achtung fand.
1?) Prinz-Edwards-Jnsel, an derSSeitedes Lorenz-Busens, durch die Northumberland-Straße von Neu-Schottland u. Neu-Braunschweiggetrennt. Die steilen, bis an 40 m hohen roth-klippigen Küsten sind reich an tief einschneidendenBuchten, welche die Insel in 3 Halbinseln zer-schneiden. Sie hat ein so zuträgliches Klima,einen so fruchtbaren Boden, daß man sie denGarten des britischen Amerika zu nennen Pflegt.Sie ist zwar außerordentlich arm an Mineralien(nur Kupfer u. Raseneiscnstein kommen in geringenMengen vor), doch gehören die Fischereien zu denwerthvollsten des Britischen Amerika. Die Aus-fuhr besteht aus Hafer, Kartoffeln, Rüben, Gerste,Schweinefleisch, Schinken, Schmalz, Eier, Butter,Austern, Hafergrütze, Pferde, Heu und Fische imGesammtbetrage von 2,254,200 Doll. (1871).Die Einfuhr, bestehend ans englischen Manufactnr-waaren, Weizenmehl, Kohlen, Brettern u. Kalk-steinen, belief sich auf 1,928,660 Doll. Die Inselzerfällt in 3 Grafschaften. Charlottetown ist derSitz der Regierung. Die Insel zählt 357 Districts-schulen mit iiber 15,000 Schülern. Der Unter-richt ist frei, nur eine ganz geringe Gebühr wirdfür die Feuerung der Schulen erhoben. Von1868—69 wurde aus dem öffentlichen Schatze fürUnterricht allein 98,965 Doll, ausgegeben. AlleTheile der Insel werden von guten Fahrstraßendurchschnitten, nicht minder besitzt die Insel eintheilweise unterseeisches Telegraphensystem u. seit1874 auch eine sie die ganze Länge nach dnrch-schneidende Eisenbahn. Die Prinz-Edwards-Jnselward 1745 zum ersten Mal von England in Besitzgenommen u., nachdem sie inzwischen in die Händeder Franzosen gerathen, 1758 wiedererobert u.den britischen Besitzungen in NAmerika endgiltigeinverleibt.
6) Manitoba (früher Dsck-Wvor Lsttto-moui), liegt zwischen den Seen Winnipeg undManitoba, 49" n. Br. und den VereinigtenStaaten (Minnesota). Sie war ein Theil derTerritorien, welche der Hudsons-Bai-Compagniegehörten, u. um dort eine Colonie anzulegen,ward sie 1811 von dem Grafen von Selkirk an-gekauft. Der westl. Theil ist eine ebene Fläche,öde u. monoton, mit hier u. da zerstreuten nie-derem Gebüsch u. fast gänzlich ohne bewässerndeStröme, während die östl. Länderstriche eine man-nigfaltige Landschaft von Hügel u. Thal darbieteu,fruchtbar u. weidenreich u. gut mit Holz bestan-den. Die Temperatur-Unterschiede sind ungeheuer,da das Thermometer im Winter oft bis auf 45°Fahrenheit fällt, im Sommer aber nicht selten bisauf 95° od. 105° im Schatten steigt. Nichtsdesto-weniger ist das Klima ein gesundes. Die Mehr-zahl der Bevölkerung besteht aus dem Bois brultz,französischem Halbblute, welches von den kanadi-schen Voyageurs abstammt, die früher von denPelzgesellschaften zahlreich beschäftigt wurden u.sich häufig mit Indianerinnen am Rothen Flußverheiratheten, außerdem aus Indianern, Ameri-kanern, schottischem Halbblute u. europäischen An-siedlern. Die Hauptbeschäftigung derEw. be-