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Cauada (Gcogr. u. Statist.).
zng habenden officiellen Documente, Schriften,Berichte u. dgl. nur in englischer Sprache abgefaßtwerden dürften, ist durch die englische Parlaments-acte vom 1. Aug. 1848 aufgehoben. Jede Pro-vinz hat eine eigene Executive u. Legislative, indenen ein Mce-Gouverneur den Vorsitz führt.Letztere werden vom General-Gouverneur ernannt.Die provinziellen Parlamente können gemäß derConsöderations-Acte ihre Verfassungen von Zeitzu Zeit abändern. Finanzen. Der Gesammt-betrag der Einnahmen des Dominion von C. be-trug in dem 1. Juni 1873 endenden Finanz-jahre 20,813,469 Doll, und der der Ausgaben16,380,822 Doll. In Wirklichkeit gestaltet sichjedoch das Verhältniß keineswegs so günstig, in-dem unter den Einnahmen die Erträgnisse neuerAnlehen eingerechnet sind, welche die gleichzeitigeSchuldentilgung weit übersteigen. Unter den Ein-nahmen stehen die Erträgnisse der Zölle weit voran(1871 12,787,982 Doll.), dann kommen die derAccise (4,735,652). Von den Ausgaben erfordertdie Verzinsung der Staatsschuld den größten Be-trag (schon 1871 5,257,231 Doll., wozu 470,607für Tilgung kamen, ungerechnet die Schuldverwalt-nngskosten). Schuld (1871) 122,400,179 Doll.,wogegen 40,213,107 Activa vorhanden, so daßder Nettostand 82,187,072 Doll. war. Dazukam jedoch 1874 ein neues Anlehen von 4 Miil.Pfd. Sterl. Die Schuld wurde hauptsächlich fürAnlage öffentlicher Nutzlichkeitsbauten ausgenom-men. Münzen: Durch eine Acte des britischenParlaments von 1871 ward im Geldwesen C-svas Decimalsystem eingeführt. Die Einheit bildetder Dollar zu 100 Cents. Der Werth des elfterenberuht auf der Basis von 486K Cents — 1 Pfd.St. britischen Geldes. Der Werth des Geldes desVereinigten Königreiches von Großbritannien istLurch das gleiche Gesetz festgestellt, wie folgt:1 Sovereign — 4 Doll. 86Z Cts.; die SilberneKronen 1 Doll. 20 CtS.; dieH-Kroue --- 60 Cts.;der Florin (2 Shilling) 48 Cts; 1 Shilling— 24 Cts. Maße u. Gewichte. Durch einGesetz des kanadischen Parlaments vom 23. Mai1873 ward auch ein neues einheitliches System vonGewichten u. Maßen eingeführt, wonach der engl.Jmperial-Iard das allem giltige Längenmaß bil-det; das Imperial pounck ^vcür äu pois das alleingiltige Gcwichtsmaß; die Imperial Gallon dasFlüssigkeitsmaß u. das Imperial busirsl das trockeneMaß. Durch dieselbe Acte wurde der britischeCentncr (imnärsL vei§llt) zu 112 Pfund u. dieTonne zu 2240 Pfd. abgeschafft u. der Zentnerauf 100 Pfd. u. die Tonne auf 2000 Pfd. Lvoir<lu xois festgesetzt, wodurch die Gewichte denender Vereinigten Staaten gleichen. Wcchselcoursewerden nur auf London und New-Jork gemacht.Kriegswesen. Die Militärmacht, welche dasMutterland hier unterhält, ist seit 1869 auf un-gefähr 5000 Manu herabgesetzt. Die Colonie hatfür ihre Vertheidigungsfähigkeit wesentlich selbstzu sorgen. So ist denn neben einem Freiwilligen-corps eine Miliz gebildet, in welche alle Waffen-fähigen vom 18.—60. Jahre eingereiht werdensollen. Die Dienstpflichtigkeit im ersten Aufgebote(nicht Kasernepräsenz) dauert bei den Freiwilligen3, bei den Milizen 2 Jahre. Die Übnngszeit
der Letzteren ist auf 16 Tagen jährlich bestimmt.Die wirklich organisirte Miliz wird zu 48,800 M.angegeben, während man für die Reserve 700,000zur Verfügung zu haben glaubt. Zur Zeit istjedoch die Organisation gewaltig mangelhaft. Aufden kanadischen Seen u. dem Lorenzstrome ist eineKriegsflotille von 10 kleinen Fahrzeugen vorhan-den, worunter 3 See- u. 2 Flußdampfer.
II. Die einzelnen Provinzen. 4) Britisch-Columbia u. die Vancouvers-Jnsel, frühergesonderte Colonien, doch seit 1866 vereinigt. Bri-tisch-Colnmbia liegt zwischen 49—55° n. Br. u.98 —115° w. L.; 517,950, mit Vancouvers Is-land 551,650 HKm (9407, rcsp. 10,018 stW);seine nördliche, durch eine Parlamentsacte von 1858näher bestimmte Grenze folgt im W. dem Simpson-fluß bis zum Stillen Ocean u. dem Finlay, einemNebenfluß des Peace, im O. bis zu den Rocky-Mountains (Felsengebirge). Parallellaufend mitder Gebirgskette an der OGrenze, theilen zweiGebirgszüge das Land der Breite nach in dreiStromgebiete. In dem östlichen befinden sichStröme, die in entgegengesetzter Richtung von ihrenQuellen in die Flußgebiete des Columbia u. desMackenzie münden; durch das ganze mittlere Gebietu. einen Theil des östlichen fließt der Fraserfluß;endlich im W. befindet sich eine Reihe von Strö-men, die in dem Skeeuaflnß endigen, der mit sei-nem Hochlandreservoir, dem Babin-See, nur cmGeringes unbedeutender ist, als der Fraser; dannder Skeeuaflnß, der jetzt mit Dampfern befahrenwird u. einen der Wege nach den Ominica-Gold-minen bildet, und endlich der Naßfluß, nahe ander Grenze von Alaska, der eine Region durch-strömt, die nian für sehr goldreich hält. DieHaupthüfen sind die Burrard-Bucht im Georgia-Golf, einige Icm von New-Westminster, u. der be-deutendste Hafen für den Holzhandel; dann.Howe-Sonnd, nördl. von der Burrard-Bucht; weiternördl. die Bute-Bucht, am Ausflusse des Bute-Kanals; Milbank-Sound, der höchst wichtig für dieGoldminen am Friedensfluß (Peace River) werdenwird. Das Innere von Britisch-Columbia, d. h.die Region zwischen dem Cascadengebirge u. demFelsengebirge, ist im Ganzen zerklüftet u. hochge-legen. Nichtsdestoweniger sind die Striche frucht-baren Landes von beträchtlicher Ausdehnung. DieWeidsgründe Britisch - Columbias werden indeßhöhere Bedeutung erhalten, als der Acker. An dergroßen Cariboostraße (zwischenSodaCreek u.Q-ues-uel) befinden sich Prärien, die 250 km lang und36—48 km breit sind, u. zwischen den Thompson-u. Fraserflüssen dehnen sich gleichfalls ungeheureu. reiche Grasflächen aus. Die Wälder sind eben-falls von gewaltiger Ausdehnung u. enthalten diemeisten auch in den anderen Provinzen vorkommen-den Holzarten. Die Fischereien Britisch-Columbiassind vielleicht die reichsten der Welt, doch ihreEntfernung von volkreichen Mittelpunkten hat ihreEntwickelung bis jetzt gehemmt. Walfische u. See-hunde kommen an Len NKüsten in Menge vor,u. Störe werden bis zum Gewichte von 500 Pfd.in den Flüssen u. Häsen gefangen; im Fraser u.seinen zahlreichen Nebenflüssen schwärmen Lachseu. andere Süßwasserfische. Dampfboote fahrenjetzt den Fraser bis Fort Sjale hinauf, u. andere