Camphcne —
beobachten den anrückenden Feind, Flucht Karls I.bei Naseby; dann zur Geschichte Friedrichs II-,der ihn am meisten fesselte. Hierauf kamen dieFreiheitskriege an die Reihe, so in Blüchers Über-gang über den Rhein bei Caub und Blücher u.Wellington bei Waterloo. Nach dem DänischenKriege von 1864 malte C.: Düppel nach demSturme; nach dem Kriege von 1866: Das Zu-sammentreffen des Kronprinzen u. des PrinzenFriedrich Karl bei Chlum; endlich nach 1870 zweiden Kaiser Wilhelm darstellende, eines in Begleit-ung von Bismarck, Moltks n. Roon, das anderein Begleitung von Moltke, re. Seine Eigcnthüm-lichkeit besteht in lebendiger Composition n. freierZeichnung, denen er die Farbe unterordnct, diesich in mäßigen Grenzen hält. Er schr.: DerMaler auf dem Kriegsfelde, Vieles. 1865.
1) 2> Bauer." 3) Rcguet.
Camphene (Chem.), Kampherarten. Unterdiesem Namen faßt die organische Chemie eineAnzahl Substanzen zusammen, welche alle 10Atome Kohlenstoff im Molccül enthalten n. derenHauptvertreter der gewöhnliche oder japanischeKampher 6l°8^0 u. der Borneokampher oderLas Borneol 6,08,«0 sind. Von diesen Sub-stanzen zeigen viele eine gewisse Analogie in ihremchemischen Charakter mit Körpern anderer Grup-pen. So läßt sich z. B. der Borneokampher alsein ematomiger Alkohol betrachten, entsprechenddem Äthylalkohol LzkllaO. Er bildet wie dieserbeim Erhitzen mit Säuren ätherartige Verbind-ungen, verliert durch schwache Oxydation 2 AtomeWasserstoff u. bildet den gewöhnlichen Kampherwelcher sich somit als Aldehyd des Bor-neols ansehen läßt, entsprechend dem Aethylaldehyd6284O. Jedoch ist das chemische Verhalten derC. im Ganzen ein derartiges, daß sie sich nichtin andere Gruppen einreihen lassen, sondern alsbesondere Gruppe zusammengesaßt werden müssen.Als Eigenthllmlichkeit treten bei diesen Substanzenhäufig Fälle von physikalischer Isomerste auf, d. h.Körper von derselben Zusammensetzung u. den-selben chemischen Eigenschaften zeigen ein ganzverschiedenes Verhalten gegen den polarisirtenLichtstrahl, so zwar, daß oft die eine Substanzden polarisirten Lichtstrahl um ebenso viele Gradenach links dreht, als die andere ihn nach rechtsablenkt. Das Nähere s. u. Kampher. Clören.
Camphin, ein Kohlenwasserstoff von der Zu-sammensetzung der sich aus Kampher bei
der Destillation mit Jod bildet. In keiner Be-ziehung dazu stehend, wurde unter diesem Namenfrüher ein gereinigtes harzfreies Terpentinöl alsBrennöl in den Handel gebracht. Dasselbe wurdedurch vorsichtiges Rectificiren von gewöhnlichemTerpentinöl über gebranntem Kalk Largestellt u.in eigens dazu eingerichteten Lampen verbrannt,deren sehr complicirte Constrnction einen starkenLuftzug u. somit eine rußfreie Flamme erzielte.Auch eine Lösung von 1 Volumen des so gereinig-ten Terpentinöls in 3 Vol. Alkohol v. sp. Gew.0,22» diente unter dem Namen C. als Brenuöl.Jetzt sind diese Producte durch das viel billigerePetroleum gänzlich verdrängt. Clören.
Camphol wird sowol der Borneokampher, alsauch der gewöhnl. japan. Kampher (s. d.) genannt.
Cmnphtlysm. 423
Canipholen, s. Cainpholsäure.
Campholsäurc (^„kl^O^. Leitet manKam-phcrdämpsc über ein erhitztes Gemenge von Kalku. Kalihydrat, so bildet sich campholsaures Kali,ans welchem durch Salzsäure die C. abgeschiedenwird. Sie läßt sich auch durch Einwirkung vonKalium auf eine Lösung von Kampher in Steiuölerhalten. Sie ist weiß, krystallisirbar, wenig lösl.in Wasser, leicht in Alkohol u. Äther, schmilztbei 80" u. siedet unzersetzt bei 250°. Salpetersäureoxydirt sie zu Kampheriäure u. Campyoronsäure(LglllüO»). Wasserfreie PhoSphorsäure zersetzt sieunter Bildung von Campholen, einem bei 135bis 137° siedenden Kohlenwasserstoffe von der For-mel 6g8,a. Tlören.
Camphor, so v. w. Kampher; s. d.
Osmpbora Me«., Pflanzengatt, aus der Farn,der 1-aurlnsas-Oaruptwrsac (XIX. 1), Bäumemit abwechselnden, elliptischen, zngcspitzten, 3-5-nervigeu, lederartigen Blättern u. kleinen, in Rispengestellten Blüthen; Perigon 6theilig mit abfälli-gem Saume; 15 Staubblätter in 5 aufeinander-folgenden Kreisen, die 6 obersten ohne Autheren;Frucht eine von der verkehrt-kegelförmigen Blü-thenachse getragene Beere. BemerkeuswertheArten: 0. oltkcluaruin M crd R/«. (Raurus 6ain-plrora L., Kampherbanm), großer Baum inChina, Japan, Cochiuchina, auf den Antillen cul-tivirt, mit glatten gelben Zweigen, eiförmigen,langgestielten u. laugzugespitzten Blättern, in Trau-ben stehenden, kleinen Blüthen u. schwarz-rothen,erbsengroßen Beerenfrüchteu. Vorzugsweise ausder stark riechenden Wurzel wird der Kamphergewonnen, eines der hervorragendsten Arzneimittel,bas in seinen das höhere Nervenleben, sowie dieSensibilität im Blutsystem erregenden Wirk-ungen unübertroffen dasteht. 6. ^näuliloraM ad (Raurns Flauäulrkora IRall.) liefertschwächeren Kampher, während die Rinde alsSurrogat der Rack. Lassakras dient; der Stammliefert Nutzholz (Kampherholz). 6. RartllsnoxxkonM ab Ld. (Imurus Rartü. -kaeg.), auf Sumatrau. Java; besitzt ebenfalls medicinisch verwendbareRinde; aus den Früchten wird Öl gepreßt, wel-ches äußerlich in Gebrauch ist. Engl-r.
llampborosma T,., Pflanzeugatt. aus der Fam.der Olisuopoäiacsas-Oüonopoäisag, Halbsträuchermit kleinen, linealischen oder psriemenförmigeuBlättern u. dichtgedrängten, kleinen, grünlichenBlüthen, deren krugförmiger, 2zähniger Kelch 4Staubblätter u. einen eiusächerigen Fruchtknoten,in der Fruchtreife eine einsamige Kapsel einschließt.6. monoxsliaca L., im Mittelmeergebiete, mitbehaarten, linealischen, kampherartig riechendenBlättern, ist osficinell (8srba eampiwratas). 0.acuta. L., mit starren, kahlen, xsriemcnförmigenBlättern, in Italien heimisch; wird jetzt mchtmehr benutzt. Engkr.
Camphren 6g8„0, farblose Flüssigkeit, diesich bei längerer Erhitzung von Kampher mitconcentrirter Schwefelsäure bildet. Sie ist unlösl.in Wasser, leicht lösl. in Alkohol u. Äther.
Camphuysen, Dirk Rafaelz, niederländischerDichter, geb. 1586 in Gorkum; wurde erst Maler,daun Theolog u. war einer der eifrigsten Armi-uianer; aus seiner Pfarrei Bleuten vertrieben, st.