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Camphauscn.
Mitglied des Staatsrathes im Haag n. Depntir-tcr fiir den Landtag der Prov. Friesland undwidmete der Kunst vielseitige Thätigkeit, denn ermalte, zeichnete, ätzte, beschäftigte sich mit derBaukunst n. versuchte sich selbst in der Bildhaue-rei. Er fand zuerst die Gegenwart der Luft inden Knochenhohlräumcn, wies nach, daß dieAffen-art, welche die alten Anatomen beschrieben, zu denOrang-Utang gehörte, machte wichtige Entdeck-ungen in der Chirurgie u. in der vergleichendenKnochenlehre, bahnte die wissenschaftliche Begründ-ung der verschiedenen Menschenracen an durchHinweis auf die Verschiedenheit der Kopsknochenu. machte sich dem größeren Publicum besondersbekannt durch seine Schrift: Betrachtungen überdie Schönheit, namentlich des Kopfes u. über dienatürlichen Verschiedenheiten, welche die Physio-gnomien charakterisiren rc. Der nach ihm benannte,dabei in Betracht kommende Gesichtswinkel —gebildet durch zwei Linien, deren eine vom äuße-ren Gehörgange ans nach dem Nasenboden ge-zogen wird, die andere im Profil von dem her-vorragendsten Punkte des Oberkiefers über dieNase weg — wird als Unterscheidungsmerkmalzwischen den Schädeln verschiedener Menschen-racen benutzt. C. st. 7. April 1789 im Haag, alsMitglied fast aller Akademien Europas, bis dahinder einzige Holländer, der in der Pariser Akade-mie der Wissenschaft den einen der 8 Sitze fürAuswärtige eingenommen hatte, hochverdient umAnatomie u. Zootomie, sowie alle Zweige derNaturwissenschaft u. der Heilkunde. Von seinenSchriften sind zu nennen: vomonstrabionss nna-tomioo-pabbolnAwao, Haag 1760—62; Vs olau-ckiesbions, Gröningen 1763; Vs eaUo ossinm,ebend. 1765; Vs kraotura pabsllas ste., Haag1789; loouss lwrnininm, von Sömmcring her-ansgegeben, Franks. 1801; Über den natürlichenUnterschied der Gesichtszüge im Menschen ver-schiedener Gegenden n. verschiedenen Alters; Überdas Schölte antiker Bildsäulen und geschnittenerSteine, nebst einer Darstellung einer neuen Arr,allerlei Menschenköpfe mit Sicherheit zu zeichnen,aus dem Holländ. von Sömmering, Berl. 1792;Vorlesungen über den Ausdruck der verschiedenenLeidenschaften durch die Gcfichtszüge; über die be-wunderungswürdige Ähnlichkeit im Bane des Men-schen, der viersüßigen Thiere, der Vögel n. Fischeu. über die Schönheit der Formen, aus dem Holl,von Georg Schatz, Berl. 1793. Außerdem sindnoch verschiedene seiner Dissertationen gesammeltund, wie auch kleinere Werke, nach seinem Todeherausgeg. u. übersetzt. Eine Lebensbeschreibungbesitzen wir von seinem Sohne, Adrian Gilles C.,u. von Schatz in der vorher angegebenen Über-setzung; Condorcet u. Vicq d'Azyr haben Gedächt-uißrcdcn zu seiner Ehre gehalten; Cuvier hat seinerehrend gedacht in dem viseonrs vnr Iss pro^rss(Iss soisnesv ptrMgnos ckspnis 1789. Thamhayn.
Camphauscn, 1) Ludolf, preuß. Staats-mann, geb. 3. Jan. 1803 in Hünshoven beiGeilenkirchen; besuchte das Gymnasium in Weil-burg u. die Handelsschule in Rheidt, gründetemit seinem älteren Bruder 1825 ein Bankier-Hans in Köln, wurde 1832 Mitglied des Stadt-raiheS u. der Handelskammer daselbst, des Ver-
waltungsrathcs der Rheinischen Dampfschifffahrts-Gesellschaft rc. Als Vertreter der Stadt Köln beidem rheinischen Provinziallandtage stellte er 1843einen Antrag auf Preßfreiheit u. 1845 auf all-gemeine Volksrepräsentation u. Vereinigung derProvinziallandtage zuReichstagen; auf dem Ver-einigten Landtage in Berlin 1847 war er unterden rheinländischen Abgeordneten, hielt sich aberhier zu der conservativen Fractivn der Liberalen.Nach der Märzrevolution 1848 wurde er Präsi-dent des Ministeriums vom 29. März (s. u.Preußen); sein Programm war das Festhalten amRechtsboden; da er aber die Majorität der 22.Mai eröfsncten Preuß. Nationalversammlung, wel-cher er zu wenig liberal war, nicht erhalten konnte,nahm er 20. Juni seine Entlassung n. lebte dannauf seinem Landsitze am Fuße des Siebengebirgcs.30. Juli wurde er zum Bevollmächtigten bei derCentralgewalt von Deutschland in Frankfurt er-nannt, gab aber diese Stellung schon im April1849 auf u. trat dann wieder als Abgeordneterin diel. Kammer, wo er zur Opposition gehörte;auch war er 1850 Mitglied des Erfurter Parla-ments, wurde 1860 auf Lebenszeit ins Herren-haus berufen, 1867 in den Reichstag gewählt n.trat nachher in sein Bankhaus zurück. Er schr.:Versuch eines Beitrages zur Eisenbahugesetzgebung,1838. 2) Otto, preuß. Staatsmann, Bruderdes Vor., geb. 21. Oct. 1812 in Hünshoven;wurde, nachdem er in Bonn, Heidelberg, Mün-chen u. Berlin die Rechte u. Cameralia studirthatte, 1834 Referendar bei der Regierung inKöln, 1837 Assessor bei der in Magdeburg und1840 Hilfsarbeiter iin Finanzministerium in Ber-lin; Ende desselben Jahres kam er zur RegierungnachKoblenz, 1842 nachTrier, 1844 als Finanzrathbeim Finanzministerium nach Berlin. Er wurde
1848 dem preuß. Bevollmächtigten bei der deut-schen Centralgewalt in Frankfurt attachirt, saß
1849 u. 50 in der preuß. 2. Kammer und imVolkshanse in Erfurt u. wurde 1853 GeheimerOberfinanzrath u. 1854 Präsident der Seehand-lungs-Gesellschaft, 1860 lebenslängliches Mitglieddes Herrenhauses, 1867 Mitglied des Reichstages
u. 26. Oct. 1869 an v. d. Heydts Stelle Finanz-minister, als welcher er die preuß. Finanzen durchumsichtige Verwaltung zu großer Blüthe brachten. 9. Nov. 1873 Viccpräsident des Staatsmini-steriums. 3 ) Wilhelm, deutscher Schlachten-maler, geb. 8. Febr. 1818 zu Düsseldorf. SeinVater starb wenige Stunden nach des SohnesGeburt an einem Schlagfluß. C. besuchte dasGymnasium seiner Vaterstadt, erhielt dann vonAlfr. Rethel Zeichenunterricht u. trat 1834 anderAkademie ein, diente dann als Freiwilliger ineinem Husarenregiment u. ward dadurch auf seinekünftige Richtung hingewiescn. Zu seinen erstenBildern wählte er Stoffe aus dem 30jähr. Kriege:Lilly bei Breitenfeld rc., dann Prinz Eugenius beiBelgrad, Reiters Morgenlied nach W. Hauff.Zu Anfang der 40er Jahre besuchte er Holland,Belgien u. Ober-Italien n. später Deutschland,verweilte länger in München u. ward dort durchdie monumentale Richtung zu seinem Gottfried
v. Bouillon vor Askalon angeregt. Doch griff erbald zu Stoffen späterer Zeit: Cromwells Reiter