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Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
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Campagna -

gleichnam. Bezirkes der Italien. Provinz SalernolPrincipato cueriore); Erzbisthum; Kathedrale;Scidcnzucht, Ölbau; Handel; 9813 Ew.

Campagna, Girölamo C. da Vergna, Bild-hauer, geb. 1552 in Verona, Schüler JakobSansovinos; starb nach 1623. Werke: Hautrclicsdes Leichnams Christi in S. Ginliano zu Venedig,bronzene Hochaltargrnppe der 4 Evangelisten imS. Giorgio maggiore n. mehrere Porträtstatueu.C. gehört zu den besseren Künstlern seiner Zeit,die sich von der Manier sernhielten.

Campagna di Noma u. C. di Marittima,Theile der ital. Provinz Rom; schlecht angebaut u.ungesund (Malaria, Sumpffieber). Gegenwärtigwird die Entsumpfung u. Besiedelung derselbenbetrieben. S. übrigens Rom (Provinz).

Campagne (fr.-), 1) das Land, im Gegensätzeder Stadt. 2) So v. w. Feldzug. 3) (Hüttenw.)Die Zeit, welche ein Hohosen in ununterbrochenemGange ist. 4) Die Zeit eines ununterbrochenenindustriellen Arbeitsbetriebes überhaupt, z. B. beider Nunkelrllbeu-Zuckerfabrikation.

Campagnöla, Domenico, Historienmaler u.Kupferstecher; blühte in der ersten Hälfte des 16.Jahrhunderts in Venedig u. wetteiferte erfolgreichmit Tizian. Werke: Fresken in der Leuoia äslganto in Padua, Sceuen aus dem Leben desSt. Antonius darstellend; Bier Propheten in derAkademie zu Venedig; in der Dresdener Galerieein Ölbild: die Freigebigkeit. Von seinen durchschöne Zeichnung ausgezeichneten Stichen sind zuerwähnen: eine Schlacht im Walde, HimmelfahrtMariä, Ausgießung des Heil. Geistes, ein Äin-dertanz.

Campan, Marktflecken im Arr. Bagnörcs desfranz. Depart. Ober-Pyrenäen; Höhle; Marmor;Fertigung von Etamines, Crepons; H-ndel mitPapier u. Butter; 3524 Ew. Es liegt im schönen,vom Mont Aigu geschlossenen Campanerthal,welches der Adonr durchzieht u. worin das alteKloster Medons, die Priorei St. Paul und dasDorf l'Esponne liegt; bes. bekannt durch JeanPauls Dichtung: Das Campanerthal.

Campan, Jeanne Louise Henriette, franz.Schriftstellerin, geb. Genest, geb. 6. Oct. 1752,Tochter eines Ministerialsecretärs; kam 1767 alsVorleserin der Töchter Ludwigs XV. an den Hof,ward 1770 durch ihre Verheirathung mit Cam-pan, Secretär der Königin Marie Antoinette, inderen Nähe gezogen, ward deren erste Kammer-frau, wollte derselben auch in den Kerker folgenn. konnte nur durch Pethions Weigerung, sie mitin das Gefängniß (den Temple) zn lassen, vonihr getrennt werden. Nach Robespierres Sturzerrichtete sie zu St. Germain eine Pension fürjunge Mädchen, und Napoleon vertraute ihr dieLeitung bes Erziehungshauses von Töchtern derEhrenlegion zu Ecoueu au. Nach der Rllckkehrdes Königs ward das Haus aufgehoben n. die C.entlassen; sie lebte nun zu Paris u. st. zu Mantes16. Mai 1822. Ihre Llsmoirss our In vis pri-vss äs In rsins Llaris ^ntoinebts, 5. Aust., Par.1823, 4 Bde., deutsch, Bresl. 1824, 3 Bde.; außer-dem: äournal aneeäobigus, Paris 1824; 6orre-sponäanes insäils avse 1a rsins Hortons«, ebd.1836, 2 Bde.

- Campanella.

Oampsna (lat.), 1) Glocke. 2) Luftpumpe. 6.trutina, Wage.

Campäna, 1) Pedro, eigentlich Champagneod. v. de Velde, Historienmaler der span. Schule,geb. 1503 in Brüssel, gest. 1580 ebenda; erhieltseine Ausbildung in Italien, wo er sich Rafaelzum Muster genommen hatte. Um 1548 ließ ersich in Sevilla nieder, u. hier findet man seineineisten Gemälde, namentlich seine Kreuzabnahme(in der Domsacristei); auch zu Triana, Vorstadtvon Sevilla, u. zu Carmoua sind Bilder von ihm,die einerseits an Dürer, anderseits an Michel An-gelo erinnern. 2) Anton C. v. Splügen, öster-reich. Baumeister, geb. 1776; baute die berühmteStraße über den Splügen, wofür er in den Adel-stand erhoben wurde; er wurde Director desMilitärisch-Topographischen Instituts; er st. 1841in Wien. Regnet.»

Campanella, Tommaso, ital. Philosoph, geb.5. Sept. 1568 zu Stilo inCalabrien; trat 1583in den Dominicanerorden ein, wurde in das Klosterdes hl. Georg zu Morgentia in Abruzzo u. hier-auf nach Cosenza geschickt, um dort Philosophie,hier Theologie zu studireu. Zweifel an k'.r Ari-stotelischen Philosophie regten ihn zu gründlichen,selbständigen Forschungen au; vor Allem wirktenauf seine Richtung die Schriften des Telesius, dener noch an seinem Lebensabend als den erstenPhilosophen bezeichnete. Zu Altamonte in LenAbruzzen, wo er seine Studien sortsetzte, schrieber 1590 eine Abhandlung gegen Jakob AntonMaria in Neapel, der eine Schutzwehr des Ari-stoteles gegen Telesius verfaßt hatte. Er hielt sichdaun einige Jahre in Neapel, Rom, Florenz,Venedig, Padua, Bologna auf. Da er in seinenheimathlichen Bergen die Nähe des Gottesreiches,einen völligen Umschwung der Dinge, die Einführ-ung der Gütergemeinschaft verkündigte, wurde er1599 plötzlich verhaftet, nach Neapel gebracht u.des Hochverrathes beschuldigt: er sollte sich mitden Türken gegen die spanische Herrschaft ver-schworen haben. Der spanische Vicekönig dictirteihm ewige Gefangenschaft. Er wurde als Rebellu. Ketzer behandelt, 7 Mal, zuletzt gräßlich, ge-foltert u. in die scheußlichsten Kerker geworfen,was er mit Standhaftigkeit ertrug. Anfangs wur-den ihm Bücher versagt; er dichtete schwungvolleGesänge u. brachte sie n. philosophische Abhandlun-gen, da ihm heimlich die Gelegenheit geboten wurde,zu Papier. Es dauerte lange, bis ihm die Ge-fangenschaft erleichtert wurde. Er saß nun aufdem Castel Nuovo oder dem Fort St. Elmo, er-hielt Bücher, durste Besuche annchmen, mit aus-wärtigen Gelehrten correspondiren. Auf Grundpolitischer Verdächtigungen wurde seine Lage dannaufs Neue erschwert. Nachdem der Papst Paul V.,die Fugger u. das Haus Österreich erfolglos fürseine Befreiung gearbeitet hatten, gelang es end-lich dem Papst Urban VIll., sie durchzusctzen.Auf Besehl des Königs Philipp IV. erklärte derVicekönig Herzog von Alba den Philosophen fürunschuldig, u. 15. Mai 1626 wurde er seiner Hastentlassen. Er ging nach Rom. Nur zum Scheinewurde er noch einige Zeit als Gefangener derInquisition behandelt; 1629 erhielt er seine völligeFreiheit. Sein körperlicherZustand war jammervoll,