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Camogh6 —
Stanzen) erschien erst 1572; der Dichter erhieltfür die Dedication an den König Sebastian einesehr geringe Pension, die er nach Sebastians Todewieder verlor. C. verfiel in tiefste Noch. Er st.IO. Juni 1580 angeblich in einem Hospital inLissabon; 15 Jahre später ward ihm ein Denkmalin der St. Anneukirche errichtet, welches aber beidem Erdbeben 1755 zerstört wurde; 1867 wurdesein ehernes Standbild in Lissabon aufgestellt. DieLufiaden, herausgcg. von Souza-Botelho, Paris1817 u. 1823; beste kritische Ausgabe mit histo-rischem u. literarischem Commentar von Fonseca,ebd. 1846; neueste mit Biographie v. Juromenha1860—71, neue Ausg., Lpz. 1874; übersetzt inalle europäischen Sprachen, auch ins Lateinischeund selbst ins Hebräische, deutsch von Kuhn undWinkler, Lpz. 1802; von Heyse, Hamb. 1807,2 Bdchn.; von Donner, Stuttg. 1834, 3. Ausg.,Lpz. 1869; von F. Booch-Arkossy, Lpz. 1854,2. A., 1857; von K. Eitner, Hildburgh. 1872.Er schr. noch Sonette, herausgeg. von Arentschildt,Lpz. 1852; außerdem Satiren, Briefe, auch 3Komödien. Werke, herausgeg. von Barreto Feiound Monteiro, Hamb. 1834, 3 Bde. Lebens-beschreibung von Adamson, Lond. 1820, 2 Bde.,u. Mordani, Bologna 1841. C. ist der Held inseines Landsmannes Almeida Garrett gleichnam.Epos, Par. 1825; in Tiecks Novelle: Tod desDichters, u,, in mehreren neueren dramatischenArbeiten. Über sein Hauptwerk: Die Lufiaden,wodurch er der portugiesischen Literatur eine vor-her nie gehabte Bedeutung und wesentlich ihrenFortbestand als solche sicherte, s. speciell den Art.Lufiaden. Booch-Artossy."
Camoghe, Berggipfel im schweiz. Kanton Tes-sin, an der ital. Grenze, 2226 rn hoch; von Bel-linzona oder Lugano aus zu ersteigen; gewährteine der großartigsten Alpenfernsichten vom-Sim-plon bis Monte-Rosa u. vom Gotthard bis zurOrtelesspitze, über den Como-See, einen Theil desLugano-Sees u. des Lago-Maggiore, über die Lom-bardische Ebene bis nach Mailand hinaus.
Camogli, Gemeinde in der ital. Provinz u.dem Bezirke Genua, Eisenbahnstation; 9813 Ew.
Camonrca (Val di C.), Thal in der ProvinzBergamo des Königreichs Italien (Lombardei),am Oglio; gute Viehzucht; Erzeugnisse sind Ge-treide, Mais, Gerste, Kastanien, Seide, Eisen,Marmor, Kalk; 50,000 Ew. — Das Val di C.stand früher unter Mailand u. ergab sich 1426an Venedig; 1509 riß es Ludwig XII. von Ve-nedig los u. überließ es dem Kaiser Maximilian I.;Karl V. überließ es Franz I. von Frankreich, u.dieser gab es an Venedig zurück.
Camorra u. Camorristi, eine geheime Ge-sellschaft, welche sich über das ganze Gebiet desvormal. Königreichs Neapel verbreitete, ursprüngl.zum Schutze der Schwachen u. Unterdrückten gestif-tet, in diesem Jahrhundert in Gaunerei u. Räu-berei ausgeartet, die sich auch (außer zur Über-nahme von Schmuggeltransporten in früherer Zeit)zur Ausführung schwerer Verbrechen im Aufträgeherbeiließ. Fest organisiert u. solidarisch unter sichverbunden, stets bereit zu Gewalt u. Mord, wa-ren sie in den Gefängnissen selbst von den Mit-gefangenen und Kerkermeistern gefürchtet. Die
Campagna.
Brüderschaft der C. hatte in jeder Provinzial-hauptstadt eine Centralstelle, in Neapel selbst 12solche, deren jede unter einem gewählten Chefmit absoluter Gewalt stand; neben ihm verwalteteein Rechnungsführer (Contarolo) die gemeinschaft-liche Kasse (Barattolo), in welche der Ertrag derGeschäfte zur gleichen Vertheiluug eingeliefert wer-den mußte. Wer aufgenommen werden wollte,mußte Nachweisen, daß er noch keine Spionage u.keinen Diebstahl begangen, daß weder seine Frau,noch Schwestern zu den Prostituirten zählen, undauf ein eisernes Crncifix einen furchtbaren Eidder Treue u. Verschwiegenheit leisten; dann wurdeer 1 Jahr lang Lehrling (?ieoiotto), nach Ableg-ung lebensgefährlicher Proben von Mnth u. Ge-horsam u. einer Probezeit erst eigentlicher Camor-rista durch Verleihung der 2 besonders geformtenMesser, eines ihrer Erkennungszeichen. AndereZeichen waren ein weiter Plaid von gestickter Wolle,eine besondere Art weiter Jacken rc. Die Disci-plin ist außerordentlich streng; auf Verrath, selbstvon Seiten Ausgestoßener, steht Todesstrafe. ErnsteStreitigkeiten unter sich entscheidet meist der Dolch.Ursprünglich bestand die C. nur in den Gefäng-nissen, wo die häufig dort eingesperrteu Mitgliederden in den allgemeinen Gefangenensaal eingewiese-nen Sträflingen dadurch Geld abnahmen, daß siedenselben Gelegenheit zu Tabakrauchen, Wein u.Spiel verschafften; erst seit 1830 verpflanzte sichdie C. auch in die Städte. Nachdem Ferdinands II.Negierung die C. ans politischen Gründen ge-duldet, hat Franz II. alle die Polizei bekanntenC. deportiren lassen, weshalb die zurückgebliebenenC. sich an Garibaldi anschlossen u. für die Re-volution thätig waren. Als aber die neue Regier-ung sie im Polizcidienste verwenden wollte, schlugensie sich in die Gebirge u. bieten noch bis in dieheutige Zeit als Förderer des Brigantenthums derital. Polizei die größten Schwierigkeiten. Lagai.
Camorta, s. Nikobarische Inseln.
Camou, Jacques, franz. General, geb. I.Mai1792 in Sorrouces; diente schon zur Zeit desErsten Kaiserreiches im franz. Heere, zeichnete sichaber besonders 1830 in Algier aus; 1852 wurdeer Divisionsgeneral in Algier; 1854 machte erals Befehlshaber anfänglich der 3., dann der2. Division des Bosquetschen Corps den Krim-krieg mit, wo er sich besonders bei Traktir, ander Tschernaja u. der Erstürmung des Mainelonauszeichnete. Nach dem Frieden erhielt er dasCommando der Boltigeurdivision der kaiserlichenGarde und kämpfte 1859 in Italien gegen dieÖsterreicher mit, wo er namentlich den Übergangder Franzosen über den Tessin bewirkte und beiSolferino focht. 1862 trat er in den Ruhestand,wurde 1863 Senator; er starb 10. Febr. 1868in Paris.
Camozzi, Giambattista, geb. 1515 inAsolo bei Treviso; wurde 1550 Professor derPhilosophie in Bologna, 1555 in Macerata u.1558 vom Papste nach Rom berufen; er starb hier1591. C. übersetzte die griechischen Kirchenväterund schrieb Anmerkungen zu Theophrastos undAristoteles.
Campagna (ital.), 1) Feld, Weichbild, Um-gegend einer Stadt; so 3) Stadl u. Hauptort des