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Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
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Oniiierni'ius Camcrarius.

Ier45° abgeschuittenen Rohre befestigt ist, sieht mandirect in das Mikroskop. Seitwärts von dein Rohrebefindet sich ein rcchtwinkeliges Glasprisma oäk.Bon dem neben dem Mikroskop ans dem Tischeliegenden Zeichenpapier tritt das Licht durch dieFläche äi säst ungebrochen in das Prisma, er-fährt an der Fläche ek eine totale Reflexion, trittdann durch die Fläche wieder aus u. trifst nundie Glasplatte ab, welche, für dasselbe als Spie-gel wirkend, es nach oben zurückwirft, so daß esgleichzeitig mit den aus dem Mikroskop kommen-den Lichtstrahlen ins Auge gelangt. Der Beob-achter hat daher den Eindruck, als ob das Bilddes unter dem Mikroskop liegenden Objects zu-gleich mit der Bleistiftspitze auf dem Papier sichbefinde, er kann also die Contouren des Bildesnachzeichnen. Es sei indessen bemerkt, daß dasZeichnen mit Hilfe der 0. I. nur nach anhalten-der Übung leicht u. sicher gelingt. Wimmenauer Ll.

eamerarm5 (lat.), 1) Aufseher des Schatzes, dererste Beamte im Palaste der fränkischen Könige.2) In Schottland Magistrat, der in dem Landemnherreiste, um Gericht zu halten n. die Polizeizu untersuchen. 3) In einigen Städten der Vor-steher od. Verwalter der städtischen Kämmereikasse.

Camerarrus, 1) Joachim, Humanist undTheolog der Reformationszeit, geb. 12. April1560 in Bamberg, aus einem alten kärntischenGeschlechts, das eigentlich Liebhard hieß und sich,als von den Kämmerern der Bischöfe von Bam-berg stammend, Kammermeister nannte. C. stu-dirte seit 1515 in Leipzig, dann seit 1518 in Er-furt, wurde 1521 an letzterer Universität Pro-fessor der griechischen Sprache, lebte auch eineZeit lang in Wittenberg, wo er MelanchthonsFreundschaft erwarb; wurde 1526 Lehrer der Ge-schichte u. griech. Sprache in Nürnberg u. 1530Deputirter am Reichstage zu Augsburg, wo ermit Melanchthon die Augsburgische Confession ab-saßte. 1535 berief ihn Herzog Ulrich von Würt-temberg nach Tübingen, um der Universität eineneue Organisation zu geben, 1541 folgte er einemRufe des Herzogs Moritz von Sachsen nach Leip-zig, wo er länger Rector war; 1555 war er wie-der mit Melanchthon als Deputirter auf den Reichs-tagen zu Augsburg, zu Nürnberg u. 1556 auchzu dem (übrigens nicht zu Stande gekommenen)Regensburger Religionsgespräche abgeordnet. 1568folgte er der Einladung des Kaisers Maximi-lian II. nach Wien, um sich mit ihm über kirch-liche Dinge zu berathen. Er starb 17. April1574 in Leipzig. Seine Schriften, über 150,umfassen fast alle Zweige des menschlichen Wissens.Bon fast allen griechischen Schriftstellern gab erganz oder zum Theil Übersetzungen mit Scholienm Erklärungen, auch zu Cicero, Quintilianus, Plan-tus, Terentius,Virgilius Commentareu.Bemerkun-gcn heraus. Am bekanntesten sind seine Lebensbe-schreibungen über Eobanns Hessus, Nürnb. 1553,Len Fürsten Georg v. Anhalt, Lpz. 1555, deutschvon Schubert, Zerbst 1853, u. Melanchthon, Lpz.1566 u. ö-, neueste Ausg. von Strobel, Halle1777, u. die Ausgabe von Melanchthons Briefen,Lpz. 156g. Zu erwähnen sind von seinen übrigenSchriften: Oommontarii IluAnas §r. ob lat.,Bas. 1551, Fol.; Griechische u. lateinische Ge-

dichte; Lpivtolas familiäres, Franks. 15831595,3 Bde.; Lentsntias st saplsntia Llraeicka; IlotatialiAurainm ssrmonls in libris Lw. et apostolioipseriptis; Ulstoria ä. 0.; Harratio äs szmoäodlloaena; Historien narrativ äs lratrurn orttioä.sovlosüs in Lolisnna, Noravia st kolonla; 6a-teoirssis Christians,; Honnlias. 2) Joachim,des Vorigen Sohn, einer der hervorragendstenÄrzte und Botaniker seines Jahrhunderts, geb.6. (5.) Nov. 1534 zu Nürnberg; genoß im Hauseseiner Eltern eine außerordentlich sorgsame Er-ziehung, kam dann nach Wittenberg unter Me-lanchthons Einfluß, stndirte hier und in LeipzigMedicin. ging dann nach Breslau zu Kraton, demkaiserl. Leibarzte, bereiste ganz Italien, promovirtein Bologna 1562 u. kehrte 1564 nach Nürnbergzurück, wo er sich niederließ. Er suchte als Arztdie Heilmittellehre möglichst zu vereinfachen, be-diente sich meist nur pflanzlicher Arzneien u. be-nutzte seinen großen Einfluß zur Gründung nütz-licher Institute. So vermochte er den Magistrat1592, ein medicinisches Collegium einzurichten, alsdessen Dsosnns psrpstnus er 11. Rovbr. 1598starb. Er selbst legte mit größter Sorgfalt einenGarten an, in dem die seltensten Gewächse gezogenwurden, deren Samen er allerwärts zugeschicktbekam, ließ junge Leute auf seine Kosten Botanikstudiren u. kaufte berühmte botanische Bibliotheken,z. B. die kostbare von Kaspar Wolf in Zürich,nebst den Mannscripten Konrad Geßners n. 1500Holzschnitten, die er bei der Herausgabe desLpitoins utilissims kstri iLnärsas LlattirioU etc.,Franks. 1586, benutzte, deutsch von Georg Handsch,bekannt als Kräuterbuch. Er gab ferner heraus:Hortus msäleus st pbilosoplrious, Franks. 1588,mit der ersten Abbildung einer blühenden Agaveund einer genauen Zeichnung des Keimens derDattelpalme, was für eine außerordentliche Be-obachtungsgabe zeugt; 8/mboIornm st snMsina-tnm osntnrias trss, deren erste 1590 in Nürn-berg erschien, die letzte ,1597, mit vielleicht denersten Pflanzcn-Kupferstichen; Lvlsota OsorAiessivs opnscmis äs rs rnstiea, Nürnberg 1577;Lzmoxsis guornnäain brsvinin seä psratilinmeommontarioram äs pssts sto., Nürnb. 1583.C. lebte nur seiner Wissenschaft u. lehnte verschie-dene Anträge, fürstlicher Leibarzt zu werden, ab.3) Ludwig Joachim, Sohn des Vor., eben-falls berühmter Arzt, geb. 23. Jan. 1566; bereisteItalien, Holland, England, gab die Stellung einesLeibarztes beim Fürsten Christian von Anhalt auf,um, wie sein Vater, nur seiner Wissenschaft lebenzu können, ging nach Nürnberg, wurde mehrereMale Decan des ärzlichen Collegiums; er starb13. Jan. 1642. Er gab die Lzmdolornm stsmblsmstuin esnt. trss seines Vaters mit Hin-zufügung einer vierten von Neuem heraus, Frkf.1654, Mainz 1677. 4) Rudolf Jakob, Arztn. Botaniker, geb. 17. Febr. 1665 in Tübingen;stndirte Medicin u. Philosophie, bereiste Deutsch-land, Holland, England, hielt sich in Paris auf,kehrte 1687 nach seiner Vaterstadt zurück, wurde1688 außerordentlicher Professor u. Director desBotanischen Gartens, auch Mitglied der L.eaäsmianatnras surlosoiain, 1689 ordentlicher Professorder Physik u. 1695 kroksssor prünarins; er starb