Druckschrift 
Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
Entstehung
Seite
404
Einzelbild herunterladen
 

404

Cambcllmuis Cambrai.

Ostindiens, an der Mündung des Myhiflusses;10,000 Ew. Einst die blühende u. schön gebauteHauptstadt der Halbinsel, mit reicher Industrievon Baumwollen^, Seiden- und Goldstoffen undbeinahe einstündigein Umfange, ist sie jetzt verfal-len; noch etwas Edelstcinschleiferei wird betrieben.Sitz des Nabobs von Candy, der unter Ober-aufsicht der Negierung von Bombay ein Gebietvon ungefähr 1300 s^jicm mit 40,000 Ew. be-herrscht. Nach ihr der Golf von C., in den Ner-budda, Tapti u. a. F üsse sich ergießen.

Cambellänus (Camberlingus), 1) im frühenMittelalter Kammerherr; hatte die Oberaufsichtim Audienzziinmer, führte die Vasallen vor, ant-wortete denselben im Namen des Kaisers u. er-hielt von den Vasallen den Ehrenmantel, dendiese bei der Beleihung trugen; letzteres wurdespäter in eine angemessene Geldsumme (Cambella-gium) verwandelt. 3) So v. w. tlninsrarius, s.u. Kämmerer.

Cambcrt, Robert, sranz. Operncomponist,geb. um 1628 zu Paris; war eine Zeit langOrganist der Kirche St. Honore u. wurde dannvon der Königin Anna v. Österreich, der MutterLudwigs XIV., als Oberintendant der Musik an-gestellt. Als Mazarin 1647 die Euridike von Periü. Caccini halte aufführen lassen, sah sich AbbePcrrin angeregt, den Text einer sünfactigen Pa-storale ähnlichen Stils zu schreiben, wozu C. dieMusik setzte. Das Stück wurde 1659 auf demSchlosse Jsiy u. zu Vincennes mit großem Er-;olge aufgeführt, u. dies war der Anfang der sranz.Oper. Durch Mazarin wurden Dichter u. Com-ponist zu weiteren Opern angeregt; es folgtenXrians on les ainours äs Lnevüns, Läonis,n. dieBeiden erhielten 28. Juni 1669 das Patentzu Musik-Akademien für dramatische Compositio-uen in Paris und anderen Städten des König-reiches. Sie eröffneten im März 1671 ihr Theatermit der Oper komone, welche man gewöhnlichals die erste regelmäßige franz. Oper ansieht;dann wurde die fünfactige Pastorale I-es psinsset Iss xänisirs äs I'ninour in Scene gesetzt. Dasich aber Uneinigkeit unter den Theaterdirectoreneinstcllte, so benutzte I. B. Lulli diese Gelegenheit,um das Patent außer Kraft setzen zu lassen. C.verließ gekränkt sein Vaterland, wurde Regiments-Musikmeister und dann Oberkapellmeister unterKönigKarlII. von England. Erst. 1677 zu Lon-don. Die Partitur des Adonis ist verloren; Frag-mente der Nomons sind von CH. Ballard ver-öffentlicht; von der Oper I-ss xeines st Iss xini-sirs äs 1'ninour besitzt die Nationalbibliothek zuParis ein Manuscript. Brambach.

Cambiaso, Luca, Luchetto da Genova od.Cangiaci, berühmter italienischer Historienmaler,geb. 1527 zu Moneglia im Genuesischen, gest. 1585zu Madrid; bildete sich in Rom unter Leitungseines Vaters Giovanni C. nach Rafael u. MichelAngelo; trug, erst 15 Jahre alt, in Concurrenzmit Laz. Calvi über diesen den Sieg davon, in-dem ihm die mythologischen Malereien im PalasteDoria in Genua übertragen wurden. Späterwurde er nach Spanien berufen, um im Escurialfür Philipp II. zu malen. C. besaß eine außer-ordentliche Fertigkeit im Produciren, so daß man

von ihm erzählt, daß er mit beiden Händen zugleich malte. In seinen Bildern findet sich nebenmancher manieristischen Ausartung doch eine ge-sunde Auffassung der Natur. Werke: im BerlinerMuseum eine Caritä mit drei Kindern; in derMünchener Pinakothek das Brustbild eines Mannes.

Regnet.

Cambiform, s. Gewebe.

Cambio (ital.), Wechsel; daher: Cambist(Cambiator), Wechsler, auch Angeber des Wech-sels; C-geschäft, Wechselgeschäft, C-conto rc.;Cambiiren, Wcchselgeschäste treiben; tlambiiactio, Wechselklage; Cambial, was auf WechselBezug hat; so Cambialbürge, Carnbialrecht.

Cambro, Arnolso di C., Baumeister u. Bild-hauer, geb. 1232 in Florenz, im Baufache Schü-ler eines deutschen Meisters, Jacob; führte durchseine Meisterwerke einen besseren Geschmack in derBaukunst ein u. verband sehr glücklich Festigkeitu. Anmnth. Er begann 1294 den Bau der Ka-thedrale von Florenz (vgl. Brunelleschi), bautezu gleicher Zeit die Kirche S. Croce, die Befestig-ung von Florenz, das Kloster in Assisi u. m. a.Gebäude in Florenz. Er starb 1300.

CamSium, Cambiumrinff (Bor.), s. Gewebe.

Combo, Dorf im Arr. Bayonne des sranz.Dcp. Nieder-Pyrenäen, am linken User der Nive,die hier schiffbar wird; eine kalte u. zwei warme(18° R.) Mineralquellen, Badeanstalt; 1470 Ew.

Cambodscha (Cambodja), s. Kambodscha.

Lsmbogis, s. Cnrcinin.

Cambon, Joseph, Mitglied des Franz. Na-tionalconvents, geb. 17. Juni 1754 in Montpellier,wo er Kaufmann war; wurde 1791 Deputirterder Gesetzgebenden Versammlung, dann des Con-vents, widmete seine Thätigkeit bes. den Finanzen,legte das große Buch öffentlicher Schuld an, fer-tigte treffliche Berichte über die finanzielle Lagedes Landes u. forderte genaue Rechnungsableguug.Seine darauf bezüglichen Anordnungen warenmnstergiltig, so daß viele derselben noch heute inKraft sind. Obwol er sich anfangs auf die SeiteLudwigs XVI. stellte, stimmte er zuletzt unbedingtfür seinen Tod; er trug viel znm Falle Dantonsu. seiner Anhänger, dann zum Sturze Rob espierresbei, mußte sich aber wegen Vertheidigung vonCollot d'Herbois vor einem gegen ihn von Tal-lien erwirkten Verhaftsbefehl verbergen u. lebte dannauf seinem Gute bei Montpellier. Er trat erst1815 wieder als Deputirter in die Kammer ein,machte hier den Vorschlag, die Bourbonen für un-fähig zur Regierung zu erklären, wurde nachLudwigs XVIII. zweiter Rückkehr verbannt undstarb 15. Febr. 1820 bei Brüssel. Schroot?

Camborrre, Stadt in der englischen GrafschaftCornwall, Station der von Plymouth-Devonportnach Penzance führenden Eisenbahn; bedeutendeKupfer- u. Zinnbergwerke; Handel; 7757 Ew.

Cambrai, eine Art Batistleinwand, genanntnach der Stadt Cambrai.

Cambrai (Cambray, deutsch Camerik), Haupt-stadt des gleichnam. Arr. im frauz. Dep. Nord, amrechten User der Schelde und der Mündung desSt. Quentin - Kanals, Station der NBahn; be-festigt, starke Citadelle; alterthümliche Bauart, breiteaber unregelmäßige Straßen; Sitz eines Erzbischofs;