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Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
Entstehung
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405
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Cmnbray-Digny

Gericht I. Instanz, Handelsgericht; Kathedrale mitschöner Orgel u. Glockenthurm n. Denkmal Fene-lons, der hier Erzbischof war; College, Theolog.Seminar, Zcichnenschule; Alterthumsmuseum, öf-fentliche Bibliothek (über 34,000 Bde.); Theater;Palast; Kasernen; Fertigung von Bamnwollcn-u. Leinenzeugen (Linon n. Batist, Cambrai oderCambrik genannt), ferner von Gaze, Zwirn, Öl,Cichorien, Seife, Zuckerraffinerien, Färbereien,Zeugdruckereien, Bleichen; Handel mit Baumwol-len- u. Leinenzeugen, Wolle, Hopsen, Lein, Butter,Vieh; 22,897 Ew.; Geburtsort von Mine Bour-don, Balthasar u. Kasp. Warst, General Dumou-riez u. Marschall Mortier; Sterbeort Fenelons. C. war das Camaracnm der Alten, eine Stadtder Nervicr im Belgischen Gallien; erhielt spätereine römische Colonie u. war Sitz der Proconsuln,welche Paläste, Wasserleitungen, Amphitheater rc.anl.'gten. 370 wurde C. von dem Usurpator Ma-ximus zerstört und später von den Vandalen undAlanen genommen. Dann nahmen es die Gothen.Von den Römern wiedererobert, kam es unterChlodio an die Franken 437 (444). Es gehörtezu Australien u. war ein fester Ort, wo Chilpe-rich Zuflucht gegen seine Brüder fand. Nach Lud-wigs des Frommen Tode kam C. mit Australienan Lothringen; 880 wurde es von den Normannenerobert u. verbrannt. C. u. sein Gebiet (Cam-bresis, Theil des jetzigen Depart. Nord) war in-zwischen eine Grafschaft geworden, welche KaiserHeinrich I. nach dem Aussterben der eigentlichenGrafen den Bischöfen von C. gab. Erbliche Ca-stellane von C. waren die Herren von Crevecoeur;nach deren Aussterben 1309 mit Hugo kam dieWürde durch Hugos Schwester Hildegard an dieHerren von Montmirail, u. deren Enkelin Marieverkaufte Crevecoeur nebst der Castellanei von C.an Otto von Dampierre; 1430 wurde dieselbe anPhilipp von Valois verkauft, u. nun wurden ge-wöhnlich die Dauphins Castellane von C. Dar-über, daß Ludwig IX. die von Karl VII. an Bur-gund verpfändete Castellanei von C. u. Crevecoeurwieder einzog, entstand ein langer Streit, bis Kai-ser Karl V. 1543 die streitigen Güter an die recht-mäßigen Erben, die Herren von Beures, ertheilte.Hier wurde 10. Decbr. 1508 die Ligue von C.zwischen dem KaiserMaximilian, König Ludwig XII.von Frankreich, Ferdinand dem Katholischen vonSpanien u. dem Papste gegen Venedig (s. Frank-reich u. Venedig) u. 1529 der Friede (Damen-friede) geschlossen, welcher den zweiten Krieg zwi-schen Spanien u. Frankreich beendigte (s. Frank-reich). 1510 wurde C. zum Herzogthum u. derBischof als deutscher Reichsfürst zum Herzog und1559 das Bisthum in C. zu einem Erzbisthumerhoben. 1581 Uat C. der Sache der Niederländerbei u. wurde dishalb von den Spaniern belagert,aber entsetzt. Johann von Monlnc, Herr zuBaligny, zum Gouverneur eingesetzt, machte sichzum unabhängigen Herrn von C., doch wurde dieStadt 1595 von den Spaniern erobert, und dasHerzogthum kam unter spanische Hoheit. 1677wurde es den Spaniern von den Franzosen wie-der abgenommen u. im Nimweger Frieden förm-lich an Frankreich abgetreten. Am 25. Juni 1815wurde es von den Engländern erstürmt, die Be-

Cambridge.

satznng zog sich in die Citadclle und capitulirte26. Juni. C. war auch die erste französische Siadt,die den zurllckkehrcnden Ludwig XVlII. !^I5 em-pfing. 181518 war bei der Occnpaüon Frank-reichs durch die Alliirten hier Wellingtons Haupt-quartier.

Cambray-Dignll, Wilhelm, Graf v., ital.Finanzminister u. Vicepräsident des Senats, geb.1823 in Florenz; kam nach Vollendung seinerStudien an den Hof des Großherzogs (1845) n.suchte in dieser Stellung für liberale Reformen n.gegen die Allianz mit Österreich zu wirken, aberumsonst. Nach 1859 erklärte er sich für den An-schluß Toscanas an Italien u. wurde von seinenLandsleuten ins Parlament gewählt. 27 Öctbr.1867 trat er als Finauzminister in das MinisteriumMenabrea, wo ihm die schwierige Aufgabe znfiel,die so sehr zerrütteten Finanzen Italiens wiederzu ordnen; zu dem Behufe wollte er nach genauerDarlegung des Finanzstandes die Mahlsteuer unddie Verpachtung des Tabakmonopols eingeführtwissen u. fand nach langen Debatten die Zustimm-ung der Kammern zu seinem Finanzplan. Jn-deß mußte C. mit dem Ministerium MenabreaNov. 1869 abtreten, ja, Lanza, der Nachfolger desLetzteren, stellte sogar als Bedingung der Annahmedes Portefeuilles die Entfernung C-s ans der Um-gebung des Königs, bei welchem derselbe wegenseiner gut französischen Gesinnung sehr beliebt war.C. hielt sich seitdem von den politischen Angelegen-heiten fern, übernahm aber die Mitdirection derLaues, Losesna. Lag«.

Cambrefincs (fr.), feine levantische u. ben-galische Leinen, so genannt wegen der Ähnlichkeitmit dem Cambrai.

Cambrefis, Landschaft in den franz. Nieder-landen; 970 flskin (17,s UM); s. Cambrai

Cambria, County im nordamerikan. Unions-staate Pennsylvania, u. 40° n. Br. u. 78" w. L.;36,569 Ew.; Conntysitz: Ebensburg.

Cambridge, 1) (Cambridshire) Grafschaft inEngland; 2124 Hskm (38,« sljM); grenzt im N.an die Grafschaft Lincoln, im O. an Snfsolk u.Norfolk, im S. an Essex u. Hertford, im SW.an Bedford, im W. an Huntingdon; meist eben,von der Ouse bewässert; von den Kanälen Bell-vills Leam n. Mortons Leam, welche den Whitlesea-See durch den Nyne u. Nen mit der Nordseeverbinden, u. verschiedenen Eisenbahn-Linien (vonLondon nach Boston und Hüll, mit Abzweigungnach Kings Lynn, von Darmouth und von Ips-wich westlich nach Huntingdon und Bedford undweiter) durchschnitten; die Grafschaft ist im N.theilweise morastig, jetzt meist zu Marschland umge-bildet (Ely), im S. fruchtbar; Products: Getreide,Gartenfrüchte, Rindvieh (Butter- u. Käsegewinn);Haupterwerbszwcig Ackerbau und Viehzucht; In-dustrie unbedeutend; 186,906 Ew. 2) Haupt-stadt darin, zu beiden Seiten des Cam, über wel-chen eine eiserne Brücke führt; Bischofssitz; schönePlätze, darunter der Marktplatz mit Rathhaus, derUniversitäts-Bibliothek u. schönem Brunnen (aufKosten Thomas Hobsons 1614 erbaut); 18 Pfarr-kirchen, darunter die des Heiligen Grabes (8b.Lsxukodrs'a Uaunci 6irsps1), als Rotunde nachdem Muster der Heiligen-Grab-Kirche in Jerusalem,