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Byzantinisches Reich (Gcsch. bis 1422).
theilten sie so, daß ein Dheil als Krongut demneu zu wählenden Kaiser zufallen, 3 andere Theilean die übrigen Anführer u. die Republik Venedigkommen sollten, in der Weise, daß diese Macht-haber nicht souverän, sondern Lehnsträger desKaisers sein sollten.
L) Das Byzant. R. als Lateinisches Kai-serthum unter abendländischen Regenten,1204—61. Erster Kaiser ward der treffliche fland-rische Graf Balduin I. Venedig nahm die Küsten-länder des Adriatischen u. Ägäischcn Meeres, einigePlätze des Peloponnes u. viele Inseln; der Mark-graf Bonifacius von Montferrat erhielt Make-donien als König von Thessalonich. Überdies gabes noch eine Menge kleinerer Herrschaften, indemmit der Verfassung n. den Gesetzen des fränki-schen Königreichs Jerusalem das ganze Feudal-system durch die Abendländer auf griechischenBoden verpflanzt wurde; so entstand ein Fürsten-thum Achaia, ein Herzogthum Athen, ein Herzog-thum Naxos u. Negroponte, Pfalzgrafschaften vonZante u. von Kephalonia (s. d.) rc. Diesen Staa-ten gegenüber behaupteten sich die Byzantiner inAsien, u. hier entstand das Kaiserthum Nikäa u.das Kaiserthum Trapezunt (s. d.); in Epirus u.Ätolien hielt sich ein unehelicher Abkömmlnng desHauses Angeles. Die neuen Reiche u. Herrschaf-ten der Abendländer waren meist nicht glücklich;die Sieger wollten zum großen Theil sich nur be-reichern; die Griechen, von Haß gegen die Frem-den erfüllt, gehorchten nur von der Noth gezwun-gen u. verbanden sich bald mit dem BulgarenkönigJohannes, der über die thrakische Grenze drang n.1205 Balduin I. bei Adrianopel schlug. Balduinselber fand den Tod. Heinrich, Balduins ausge-zeichneter Bruder u. Nachfolger, gewann das Zu-trauen des Volkes dadurch, daß er dasselbe inkirchlichen n. politischen Dingen human u. ver-söhnlich behandelte u. den Griechen Ehren undWürden gah. Mit den Bulgaren n. dem Kaiservon Nikäa schloß er Frieden. Als Heinrich 1216starb, wählte man, nachdem der UngarnkönigAndreas die Krone ausgeschlagen hatte, HeinrichsSchwager, den Grasen Peter von Courtenay, zumKaiser. Da dieser auf einer Reise aus Frankreichnach Griechenland dem Fürsten Theodor vonEpirus die Stadt Durazzo entreißen wollte, fieler 1217 in dessen Gefangenschaft, aus der er nichtwieder frei wurde. Unterdessen hatte seine Ge-mahlin Jolantha in Constantinopel regiert, u. dadiese 1219 gestorben war, wurde die Krone sei-nem Sohne Robert angetragen, der auch 1221nach Constantinopel kam. Durch die Schwächeder letzten Regenten war der Zustand des Reichessehr verschlimmert, ja, dasselbe durch die Erober-ungen der byzantinischen Fürsten von Epirus n.Nikäa zuletzt beinahe auf die Stadt Constantinopelu. deren nächste Umgebungen eingeschränkt. AlsRobert 1228 gestorben war, übertrug man Jo-hann von Brienne, Titularkönig von Jerusalem,die Vormundschaft über Roberts unmündigenBruder Balduin; dieser kräftige Greis rettete dasvon den Bulgaren u. Nikäern hart bedrängteConstantinopel, u. nach seinem Tode (1237) ver-uneinigten sich zum Glück jene Feinde des Reiches.Balduins II. Negierung war eine höchst traurige,
seine Kriege kosteten ihm so viel Geld, daß er alleKostbarkeiten u. Reliquien verkaufen mußte. Unterihm ward das Lateinische Kaiserthum von dennikaischen Kaisern immer nachdrücklicher eingeengt.Die Nikäer hatten bereits die Balkan-Halbinsel bisnach Dyrrhachium und Thessalien hinein wiedergewonnen. Der seitl. Jan. 1259 herrschende Mi-chael VIII. Paläologos, Gründer der letzten byzanti-nischen Dynastie, dessen Feldherr Alexios Strate-gopulos mit Hilfe der Genuesen Constantinopeleingenommen hatte (25. Juli 1261), wurde nunnach Balduins Flucht Kaiser des wiederhergestell-ten Oströmischen oder Rhomäischen Reiches.
I?) Das Byzant. R. unter den Paläo-logen, 1261—1453. Das Reich der Paläologenwar doch nur ein Schattenbild des alten Reiches, daes zunächst weder Epirus, noch Griechenland, nochTrapezunt wiedergewonnen hatte, innerlich auchdie Erschütterung durch die Lateiner niemals völligüberwinden konnte u. im O. seit 1289 andauernddurch die osmanischen Türken bedroht wurde.Dagegen begannen die Byzantiner seit 1263 dieWiedereroberung von Morea, die (mit Ausnahmeder venetianischen Städte) bis 1432 vollendetwurde u. die Bildung eines durch paläologischePrinzen regierten Despotats ermöglichte. AufKaiser Michael VIII. folgte 1283 sein SohnAn-dronikos II. Gegen die Türken rief er 1303 diedamals berühmten catalonischen Freibeuter zuHilfe; diese schlugen zwar die Türken zurück, ver-wüsteten aber nachher Griechenland n. setzten sichauch in diesem Lande fest. Von 1321—28 wurdeder Kaiser in innere Unruhen verwickelt; in letz-terem Jahre ward er von seinem Enkel u. Mil-regenten Andronikos III. zur Abdankung ge-nöthigt. Aber auch dieser Andronikos (1328—41),der allerdings 1337 Epirus noch einmal ans Reichbrachte, war ein ohnmächtiger Regent. Unterihm ging Kleinasien endlich völlig an die Türkenverloren. Unter dessen Sohn Johann V. (1341bis 1399) riß dessen Vormund Johannes Kanta-kuzenos (1347—1355) einen Theil vom Byzant.R-e los u. bildete ein neues Reich, dessen Sitzzu Didymoteichos in Thrakien (s. d., Gcsch.) war;als aber Kantakuzenos 1355 seine Regierungniederlegte n. sein Sohn Matthias dieselbe fort-führen wollte, wurde er von den Byzantinerngeschlagen u. gefangen. Johann V. wurde vonseinem eigenen Sohn Andronikos IV. 1375 vomThrone gestoßen, der zwar 1376 znrückgedrängtwurde, aber schon 1378 wieder emporkam u. 1381sich unter türkische Hoheit zurückzog. Der alteKaiser starb 1391 nach unglücklichen Kriegen gegendie Türken. Nicht glücklicher war sein Sohn Ema-nuel II. (1391—1425), der, weil er nirgendsHilfe gegen die Türken fand, endlich die Herr-schaft seinem Sohne Johann VI. (1425—48)übergab. Die Türken waren allmählich auf derBalkan-Halbinsel die herrschende Macht geworden.Sie hatteii 1354 den Hellespont, 1361 Avrianopelerobert u. 1381 bereits Kaiser Johann V. zuihrem Tributär herabgedrückt, dann durch dieSchlacht bei Kossowa 1389 das seit 1333 rascherwachsene Serbische Reich zerschmettert und 1401sich sogar schon an den Mauern von Constantino-pel versucht, was dann 1422 ohne Erfolg wie>