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Byzantinisches Reic
Studium der Wissenschaften zu, während Magya-ren, Serben u. Seldschuken das Reich bedrängten.Der Hil>e des Seldschuken Suleiman bediente sich1078 Nikephoros III. Botaniates, um sich Con-stantinopels u. damit des Thrones zu bemächtigen,worauf Michael n. sein Bruder Constantin in einKloster gehen mußten. Nikephoros selbst behauptetesich nur Lurch seinen F-eldherrn Alexios Koinnenos,einen Neffen des Isaak Koinnenos, welcher indeß,am Hofe verdächtigt, es räthlich fand, sich zu ent-fernen. Da aber Alexios durch das Heer u. diegroßen Adelsfamilien, nach Constantinopel zurück-geführt wurde, ging Nikephoros III. 1081 insKloster, worauf dann Alexios I. von Senat undVolk als Kaiser ansgernfen ward. Er zog nachKleinasien gegen die Seldschuken, schloß aber Frie-den mit ihnen (der ihnen allerdings Kleinasienbis nahe an die Propontis überließ), um sichgegen Robert Gniscard wenden zu können, denin Epirus gelandeten kühnen Führer der Nor-manen, die seit 1030 in Umer-Jtalicn festen Fußgefaßt u. seit 1040—1070 die Byzantiner völligaus Italien verdrängt hatten. Der Kaiser waraber nicht glücklich u. gewann erst nach RobertsTode (1085) die verlorenen Besitzungen wieder.Die nördlichen Grenzen sicherte er nach mehr-jährigem Kampfe 1091 durch entscheidende Siegeüber die Petschenegen. Unterdessen hatte die Er-oberung Jerusalems u. das immer weitere Vor-dringen der Türken in Asien im westl. Europaallgemeine Aufmerksamkeit erregt. Alexios selbsthalte einige Male bei den abendländischen Höfenum Unterstützung gebeten. Endlich kam 1095der 1. Kreuzzug zu Stande; die Menge u. Zügel-losigkeit des ersten Hansens aber erregte beiAlexios Argwohn, u. er ließ denselben 1096 schnellnach Asien übersetzen. Als er bei dem 2. Zugeden Grasen Hugo, Bruder Philipps I. von Frank-reich, widerrechtlich gefangen nahm, rücktendieKreuz-fahrer gegen Constantinopel an. Endlich ward1097 ein Vergleich abgeschlossen, zufolge dessen er dieKreuzfahrer als Bundesgenossen betrachten u. ihnenUnterstützung zukommen lassen sollte; dagegen mach-ten diese sich anheischig, alle dem Reiche frühergehörigen Provinzen znrückzugeben u. die zu er-obernden Länder als Vasallen von ihm zu Lehn zunehmen. Als der Normanne Bohemund, Fürst desLurch die Kreuzfahrer eroberten Antiochien, seineLehnspflicht nicht leistete, kam es mit diesem 1103zum Kriege. Bohemund kehrte nach Italien zurück,belagerte mit Hilfstrnppen ans Italien Dyrrha-chium, schloß aber 1108 mit Alexios einen Frieden.Alexios suchte in der letzten Zeit seines Lebens bes.die Ruhe im Innern seines Reiches herzustellen;auch legte er manche Streitigkeiten der Griechi-schen Kirche bei u. starb 1118. Sein Sohn Jo-hannes II. (Kalo-Johannes, 1118—1143), der besteder Komncnen, regierte im Innern gut u. humanu. behauptete siegreich die Interessen des Reichesgegen die Türken und die Feinde im N., wieauch gegen die Franken in Syrien. Ihm folgtesein Sohn Emanucl (Manuel) I. (1143—80), eintüchtiger Feldherr, zugleich ein Held von riesigerStärke u. Tapferkeit u. ritterlicher Nomanlik, derseine Negierung mir Kriegen wider alle Feindedes Reiches vom Taurus bis nach Sicilien ans-
, (Gcsch. bis 1204).
füllte. Mit seinem Tode waren die besseren Zeitender Komnenen vorüber. Alexios II. (1188—83)war bei seines Vaters Tode erst 12 Jahre alt,u. seine schöne Mutter, eine fränkische Prinzessinans Antiochien Namens Maria, vernachlässigte nichtnur seine Erziehung, sondern ließ auch ihre Günst-linge schalten. Einer derselben, der ProtosebastosAlexios, herrschte willkürlich, ohne doch den inPhrygien eindringendcn Türken Widerstand ent-gegenzustcllen. Diesem Regiment machte derwilde, im gesummten Morgenlande als Abenteurerberüchtigte Vetter Emanuels, Andronikos I., einEnde: er stürzte 1182 durch einen Ansstand denMinister Alexios, ließ bald hernach die KaiserinMaria, endlich auch den Kaiser erdrosseln u. bestiegselbst den Thron (1183), herrschte aber so grausam,daß er von dem Volke umgebracht wurde (12. Sept.1185). Er war der letzte der Komnenen. An seinerStelle erhob man Isaak II. Angelos (Enkel derTheodora, der jüngsten Tochter des KaisersAlexios I., und des Constantin Angelos), welcherGründer der elenden Dynastie der Angelen ward.
D) Unter der Herrschaft der Angelen,1185—1204. Dem Kaiser Isaak II. fehlte dienöthige Thatkraft, um die Ruhe im Innern u.die Sicherheit nach außen zu erhalten. Er ver-mochte nicht zu hindern, daß die Türken immergrößere Fortschritte in Kleinasien machten u. daßsich die Bulgaren der griech. Regierung wieder ent-zogen, u. erregte dadurch die größte Unzufrieden-heit. Sein Bruder Alexios III. erhob sich gegenihn, ließ ihn ans der Flucht 1195 blenden u. inein Kloster bringen und bestieg statt seiner denThron, um noch viel schlechter zu regieren. DieRegierung führten seine Gemahlin und seineGünstlinge, welche das Volk arg bedrückten. In-dessen war der junge Sohn Isaaks, Alexios IV.,aus der Haft seines Oheims nach dem Abend-lande entkommen n. bewog 1202 die unter demVcnetianer Heinrich Daudolo vor Zara liegendenitalienischen, französischen u. belgischen Kreuzfah-rer des sogen. 4. Krcuzzuges, seinem Vater bei«znstehen, wogegen er versprach, ihnen 200,000Mark Silber zu zahlen, die Griechische Kirche unterdie päpstliche Oberhoheit zu stellen u. mit ihnengegen die Ungläubigen zu ziehen. Die Kreuzfahrererschienen 23. Juni 1203 vor Constantinopel,zwangen Alexios III. zur Flucht, setzten EndeJuli 1203 Isaak wieder auf den Thron u. gabenihm seinen Sohn Alexios IV. zum Mitregenten.Die Regenten mußten indessen, um ihren Ver-bindlichkeiten gegen die Kreuzfahrer uachzukom-men, dem Volke große Lasten ausbllrden. Diedadurch hcrvorgernfene Unzufriedenheit benutzteein vornehmer Beamter, Alexios V. DukasMnr-zuphlos, um eine Empörung gegen Isaak undseinen Sohn anzuspinnen, n. ließ Letzteren 8. Febr.1204 im Gefängnis) ermorden; Isaak starb vorSchreck. Da drangen die Kreuzfahrer unter furcht-baren Kämpfen 9.—13. April 1204 mit stürmen-der Hand in die Stadt, vertrieben den AlexiosMurznphlos, der später gefangen u. grausam ge-tödtet wurde, u. nachdem sie die Stadt geplünderthatten, machten sie dem Byzant. R-e in so fernein Ende, als sie keinen Byzantiner, sondern einenLateiner zum Kaiser wählten; das Land aber