Druckschrift 
Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
Entstehung
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341
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Byzantinisches Reich (Gesch. bis 1071). 341

Z) Das Byzant. R. unter den Kaisernver makedonischen Dynastie, 8671056.Durch weise Negierung, durch Siege über dieAraber u. durch Gerechtigkeit machte sich Basilios(seiner Herkunft nach ein gräcisirter Slave ausMakedonien) um das Byzant. Reich verdient;seinen Namen tragen die Basiliken, das revidirteJustinianeische Gesetzbuch, welches aber erst seinSohn Leo VI. der Philosoph (886912) voll-endete, ein gelehrter, die Wissenschaften schützenderMann. Dieser bediente sich gegen seine Feinde mitErfolg fremder Hilfe: gegen die Bulgaren rief erdie Magyaren, gegen die Araber die Türken auf.Nach Leo regierten seit 912 sein Bruder Alexan-der und Leos unmündiger Sohn Constantin VII.Porphyrogennetos gemeinschaftlich, u. da Elftererschon 912 starb. Letzterer allein bis 959, anfangsunter der Vormundschaft seiner Mutter ZoL, einerFrau von Festigkeit und männlichem Geiste; siemißfiel indeß den Constantinopolitanern, u. balderhielt mit Hilfe der fremden Söldner der AdmiralRomanns I. Lekapcnos, ein Armenier, solchenEinfluß auf Constantin, daß derselbe ZoL ver-bannte u. den Ronianus 919 zum Schwiegervateru. Mitrcgenten annahm; gleiche Würde mit ihmgenossen seit 921 dessen Söhne (Christophoros,Stephanos u. Constantin). Romanns verwaltetedas Reich mit Kraft u. Geschick, bis 944 seineSöhne durch Basilios, einen Freund Constantins VH,erregt, gegen ihren Vater sich empörten u. den-selben in ein Kloster sperrten; aber schon 945folgten die Söhne dem Vater verbannt dahin nach,u. Constantin VII. regierte dem Namen nach wiederselbst, ohne jedoch sich der Regierung mehr als früheranznnehmen. Der Sohn n. Nachfolger Constan-tins, Romanus II. (959963), wurde von seinerGemahlin Theophania vergiftet, welche nun denFeldherrn Phokas heirathete u. als Nikephoros II.auf den Thron hob (regierte 963969). Erentriß den Arabern Syrien, Cilicien, Cypernnebst Antiochien u. Tripolis; aber wegen seinerStrenge u. Sparsamkeit machte er sich bei Volku. Heer verhaßt. Theophania, selbst seiner über-drüffig, ließ ihn durch den armenischen FeldherrnJohannes Tsimiskes ermorden, wurde aber, da siesich mit diesem vermählen wollte, verbannt. Jo-hannes regierte (969976) nur als Vormund derSohne des Romanns II., u. zwar vortrefflich;er schlug die Russen, Bulgaren u. Araber nach-drücklich. Auf einem Zuge gegen Damascus warder vergiftet, u. nun folgten seine Mündel Basilios II.<9761025) und Constantin VIII. (1028);doch ließ sich Johannes' Feldherr, Bardas Skleros,aus Haß gegen den ersten Minister Basilios vondem Heere zum Kaiser ausrufen und hielt sichgegen mehrere vom Kaiser gegen ihn gesendeteFeldherren, bis er in der Schlacht bei Amasia ineinein Zweikampfe mit Bardas Phokas verwundetward, worauf er nach Bagdad floh (979). Späteraber empörte sich auch Bardas Phokas (987), wurdeaber im Jahre 988 bei Abydos vom Schlage ge-rührt. Jetzt machte auch Skleros seinen Friedenmit dem Kaiser, der nun den Minister Basiliosentließ u. nachher, ein sieggekrönter Feldherr u.Held,namentlich die seit976 besonders furchtbar auftretcn-den Bulgaren in einerNeihe grimmiger Kämpfe zer-

schmetterte, endlich ihr Land wieder zur Provinzmachte (s. Bulgarien). Nach seinem Tode (1025)übernahm sein Bruder Constantin VIII., einrühmloser Fürst, allein die Regierung (102528).Ihm glich sein Schwiegersohn und NachfolgerRomanns III. Argyros, dessen sich seine GemahlinZoL bald entledigte, die nun seines Mörders Bru-der, ihren Kämmerer, als Michael IV. den Paphla-gonier auf den Thron hob (1034). Dieser schwachen. kranke Mann überließ die Regierung seinemBruder, dem Emmchen Johannes. Als er 1041starb, kam das Reich au sejnen Neffen Michael V.Kalaphates. Als dieser aber die ZoL und alleseine Wohlthäter verbannte, um unabhängig vonjenen zu regieren, zettelten die Verbannten eineVerschwörung an; er ward gestürzt u. mußte nach4monatlicher Regierung geblendet in das Exilgehen. ZoL kehrte zurück u. nahm 1042 ihreSchwester Theodora zur Mitregentin an. Aberdiese gemeinschaftliche Regierung dauerte wegender großen Charaktcrverschiedenheit der beidenSchwestern nur 2 Monate, u. da Theodora nichthcirathen wollte, so heirathete ZoL 1042 den Con-stantin IX. Monomachos. In das Jahr vorConstantins Tod (1054) fällt auch die gänz-liche Trennung der Griechischen von der Lateini-schen Kirche. Als er gestorben war (1055), bekamTheodora, weil auch ZoL nicht mehr lebte (siestarb 1050), wieder den Purpur. Bei ihremTode (30. Aug. 1056) ernannte sie den StaatsrathMichael VI. Strationikos zu ihrem Nachfolger,der aber schon im Sommer 1057 durch einenSoldatenaufstand zu Gunsten eines Mannes ausder allmählich mächtig entwickelten griechischenAristokratie, des Isaak Komnenos aus Kastamona inPaphlagonien, vom Throne gestoßen ward. Mit ihmendete das Haus der makedonischen Kaiser, n. nachihm kam die Dynastie der Komnenen zur Herrschaft.

0) Das Byzant. R. unter den Komnenen,10571185. Der erste der Komnenen, Isaak I.,2. Sept. 1057 in Constantinopel gekrönt (regierte105759), führte eine bessere Verwaltung ein;krank ging er schon 1059 in ein Kloster u. überließdie Regierung seinem Adoptivsöhne, Constantin X.Dukas (105967), nachdem sein Bruder Johannesdie Krone ausgeschlagen hatte. Unter diesem grif-fen die seit etwa 1040 gefährlich gegen Armenienvordringenden seldschukischen Türken immer ener-gischer das Reich an. Bei seinem Tode (1067)hatte ihm seine Gcniahlin Eudokia zwar ver-sprochen, nicht wieder zu heirathen u. für seine3 unmündigen Söhne, Michael, Audronikos undConstantin, das Reich zu verwalten; dennoch hei-rathete sie, nachdem sie die Verpflichtungsnrkundevon dem Patriarchen Nphilinos znrückerhaltenhatte, den General Romanns IV. Diogenes(106871). Durch eine kräftige Regierung wußtedieser sich die Achtung des Volkes zu erwerben,noch mehr dadurch, daß er die Seldschuken unterAlp Arslan dreimal besiegte n. über den Euphratzurückwarf; aber auf dem 4. Feldzuge (1071)ward er bei Manzikcrt in Armenien gefangen, u.diese Gefangenschaft benutzte Prinz Michael, sichals Michael VII. Parapinakes auf den Thronzu schwingen. Michael, der den zurückkehrendenRomauus tödten ließ, brachte die Zeit mit dem