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Byzantinisches Mich (Gejch. bis 1056).
trieb sie u. nahm ihnen auch später noch Phry-gien ab. Leo, ein ausgezeichneter Herrscher,führte in Verwaltung, Rechtspflege, Finanzwesenn. vor Allem im Heerwesen tüchtige Reformendurch. Dagegen verlor er durch seine kirchlichenNeuerungen den Theil Mittel-Italiens, welchen dieByzantiner bis jetzt noch behauptet hatten, u. er-regte durch dieselben im Innern seines Reiches einenSturm, welcher fast ein Jahrhundert verheerendtobte; dies war der in der Kirchengeschichte berühmteBilderstreit (s. Bilderdienst). 728 ward der Exarchzu Ravenna erschlagen, u. die Longobarden nahmendie Stadt, die allerdings erst 751 definitiv fürdas Byzant. R. verloren ging. Leo starb 741.Ihm folgte sein Sohn Constantin V. Koprony-mos (741—775). In Beziehung auf die Bilder-srage folgte er seines Vaters Beispiel u. hob vieleKlöster auf, weil er in den Mönchen seine er-bittertsten Gegner fand. Die Grenzen des Byzant.R-es erweiterte er wieder gegen Syrien u. Ar-menien hin, u. seine Feldzüge gegen die Slavcnn. Bulgaren (755—763) gehören zu den glän-zendsten Waffenlhaten dieser Zeit des ByzantinischenR-es. Doch konnte er die Ueberfluthnng Griechen-lands durch slavische Stämme nicht hinvern. Ihmfolgte sein Sohn Leo IV. der Chazare (775—780);erfahrene Feldherren schützten unter ihm die Grenzendes Reiches gegen die Araber u. Bulgaren. Erstarb 780; seine athenische Gemahlin Irene warschon bei seiner Thronbesteigung mit ihrem un-mündigen Sohne Constantin VI. Mitregentin ge-worden, jetzt regierte sie als des Letzteren Vormünde-rin fort u. freite für ihn 781 um Rotrndis, TochterKarls des Gr.; doch machte sie selbst 788 dieHeirath wieder rückgängig, aus Furcht, ihr Sohnmöchte durch die Verbindung nnt dem mächtigenKarl ihr den Gehorsam aufsagen. Irene be-günstigte die Bilderverehrnng wieder und machtesich dadurch viele Feinde; da sie endlich sogar ihrenSohn von der Regierung verdrängen wollte, soverbannte dieser 790 seine Mutter. 792 zurllck-gerufen, sann sie aus Rache; sie suchte den Kaiserdem Volke verhaßt zu machen, und dies gelangihr um so leichter, als Constantin unglücklich ge-gen die Bulgaren kämpfte n. 795 seine GemahlinMaria verstieß u. dafür die Theodota heirathete.Nachdem Constantin auf ihren Befehl geblendetworden war, kam es gegen die Kaiserin, welche,unglücklich gegen die Araber, auch sonst schlechtund launenhaft regierte, zu einer Verschwörung,welche ihr den Thron kostete und (802) denNikephvros, Schatzmeister der Irene, zur Herr-schaft brachte. Dieser schloß mit Karl dem Gr.(803) einen Vertrag, nach welchem das freie Ge-biet der Venetianer die Grenze zwischen ihrenbeiden Reichen bilden sollte. Die alten Feindedes Reiches beunruhigten auch seine Regierung;gegen die Araber focht er tapfer, eröffnete auchdie Arbeiten zur Unterwerfung u. Gräcisirung derSlaven in Griechenland, aber in dem Kampfegegen die Bulgaren fiel er 811; sein Sohn Stau-rakios, der verwundet aus der Schlacht entkommenwar, regierte nur einige Monate, worauf seinSchwager Michael I. Rhangabes den Thron ein-nahm, aber nach harten Bedrängnissen von Sei-ten des Bulgarenköniqs Krum seinem Feldherrn
Leo wich (SIS). Dieser, als Kaiser Leo V. derArmenier, ein höchst thätiger und intelligenterMann, hatte durch seine Siege über die Araberu. seine Befreiung Constantinopels voll den An-griffen der Bulgaren sich die Achtung des Volteserworben; thätig, einsichtig, gerecht, gab er denorthodoxen Massen nur durch seinen Kampf gegenden Bilderdienst Anstoß n. ward durch eine Ver-schwörung, die sein Freund, der phrygische GeneralMichael, angezettelt hatte, gestürzt. Dieser folgteihm als Michael II. Pscllos (der Stammler) 820bis 829. Sein ehemaliger Mitfeldherr Thomasbelagerte ihn, weil auch er sehr bald der Ortho-doxie mißfiel, 821 in Constantinopel, ward jedochnach Adrianopel getrieben u. dort nach 5monat-licher Belagerung gefangen (824) u. hingerichtet.820 ging dem Byzant. R-e Dalmatien durchAbfall, 823 Kreta und 627—878 Sicilien andie Araber verloren; von seiner früheren Größewar dasselbe so vermindert worden, daß nur nochGriechenland, Epirns, Makedonien, Thrakien,Kleinasien, die Krim n. das Herzogthum Neapelin Italien dazu gehörten. Daß sich das Byzant.N. inmitten mächtiger Feinde, beim Mangel einerguten Staatsverfassnng, einer festen Thronfolge-ordnung u. einer geschlossenen Nationalität doch vonLa an noch ein halbesJahrtansend erhielt, hat seinenGrund darin, Laß Constantinopel eine der festestenStädte der Welt war, die Feinde des Reiches sichmit der Kriegskunst der Byzantiner nicht messenkonnten, in Constantinopel auch noch der Sitz derWissenschaften n. der Cultur des praktisch Nütz-lichen mar. Dazu war Heerwesen, tüchtige Ver-waltung, knappe Finanzwirthschast u. vor Allemdie Kunst der auswärtigen Politik in Constanti-nopel noch immer der aller übrigen Völkern weitüberlegen. Stand ein tüchtiger Fürst an derSpitze des Staates, so zogen Araber u. Bulgaren,die ewigen Feinde des Byzant. R-eS, fast immerden Kürzeren. Einer jener besseren Fürsten warMichaels II. Sohn und Nachfolger, Theophilos(829—842); er war zwar streng bis zur Härte,aber nüchtern, von reinen Sitten, gerecht n. tapfer.Unter ihm erhob sich der Bilderstreit von Neuemmit Wnth; aber während er dem Bilderdienstefeindlich entgegentrat, stellte seine Gemahlin Theo-dora, die nach ihm während der Minderjährigkeitihres Sohnes Michaels III. bis 856 die Regier-ung führte, denselben wieder her, womit derBilderstreit sein Ende fand. Mit Theodora führtederen Bruder, der Patricier Bardas, ein eifrigerBeförderer der Wissenschaften, die Regierung.Dieser legte dadurch, daß er den PatriarchenIgnatius vertrieb und diese Würde (857) demgelehrten Photins ertheilte,denGrundzur bleibendenTrennung der Morgen- u. Abendländischen Kirche.Bardas ward 866 durch den OberkammerherrnBasilios, den Günstling des Kaisers, ermordet..Der ausschweifende u. verschwenderische Michael III.selbst, unter welchem als neue Feinde des Reiches865 auch die Russen erschienen, fiel bald durchdes Günstlings Hand, der als Basilios I. (derMakedonier) Len Thron bestieg und der Gründerder makedonischen Dynastie im ByzantinischenReiche wurde, welche mit wenig Unterbrechung bis1056 regierte.