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Buxin — !
8) Hermann, Bischof in Dorpat, wurden vomKaiser 1224 unter die Reichsfürsten ausgenommen.Ihr jüngerer Bruder, 3) Johann, ließ sich auchin Livland nieder, wo er sich große Besitzungenerwarb; er ist der Stammvater derB. in Livland.4)Graf Friedrich Wilhelm, Sohn des 1754 ver-storbenen Freiherrn Otto, geb. 14. Sept. 1750 inMagnusdal auf Ösel; wurde im Cadettenhanse zuPetersburg erzogen, zeichnete sich, eben in dieArmee getreten, 1769 u. 1770 gegen die Türkenaus, begleitete 1774 den Fürsten Orlow, dessenPflegetochter Natalia Alaksejeff er 1777 heirathete,nach Italien u. Deutschland; wurde 1783 Oberst,zeichnete sich als Generalmajor gegen Schweden1789—90 u. als Generallieutenant in Polen1792—94 aus, wo er dann als Gouverneur blieb,n. wurde 1795 für sich u. seine Nachkommen inden preußischen Grafenstand erhoben. Unter Kai-ser Paul wurde er Militärgouverneur von Peters-burg, verlor aber diese Stelle u. des KaisersGunst u. zog sich nach Deutschland zurück. UnterKaiser Alexander nach Rußland zurückbcrnfen,wurde er, nachdem er die Regulirung der Orts-abgabcn vollendet, Gouverneur von Livland, Esth-land u. Kurland, befehligte bei Austerlitz denlinken Flügel u. 1806 das 2. Corps u. im Januar1807 nach Kamenskois Abtreten das ganze rus-sische Heer, mußte aber nach der unglücklichenSchlacht bei Pultnsk den Oberbefehl an Bennig-sen abtreten u. erhielt denselben erst nach derSchlacht von Friedland wieder. 1808 eroberteer das Großfürstenthnm Finnland in einemZeiträume von 10 Monaten und legte, nachdemer Sweaberg zur Capitulation gezwungen undden Feldzug am Torneästrom in Lappland be-endet, 1809 das Commando nieder. Er starbauf seinem Schlosse Lohde in Esthland 23. Aug.
1811. 2°gai.»
Buxin, so v. w. Bebeerin.
Buxtehude, Stadt im Geestkreise der preuß.Landdrostei Stade an der Este; Amtsgericht, Zoll-behörde; Rathhaus, 1296 erbaut; Cementfabrik, 2Ölfabriken, 3 Leimsiedereien, 5 Lohgerbereien, 2Seifenfabriken; lebhafter Handel mit Holz, Torf,Eichenborke, Honig, Wachs, Wolle, Öffducht, Öl,Ölkuchen; großer Marktverkehr und Viehhandel;2788 Ew. Die Este, ein Nebenfluß der Elbe, istschiffbar bis zur Stadt; täglich 2—3mal Dampf-schiffverkehr mit Hamburg. In der Nähe derStadt nach der Elbe zu liegt das sogenannte Alte'Land, ein fruchtbarer Marschstrich, bekannt durchseine Obstcultur. B., 1135 als Buckstadihude vor-kommend, erhielt 1273 vom Kaiser Rudolf vonHabsburg städtische Rechte, gehörte zum Hansa-bunde, war befestigt n. wurde in den Kriegendes Mittelalters mehrfach belagert.
Buxtehude, Dietrich, Orgelvirtnose u. Kir-chencomponist, geb. um 1635 in Helsingör; wurde1669 Organist an der Marienkirche in Lübeck;si. das. 9. Mai 1707. Er war Meister des Con-trapunktes u. der Fuge u. darin auch ausgezeich-neter Stegreifspicler. Er componirte: Fried- undfreudenreiche Heimfahrt des alten Simeon rc.,Lüb. 1675; Die Hochzeit des Lammes; 7 Klavicr-suiten, worin die Eigenschaft n. Natur der 7Planeten abgebildet worden; Himmlische Seelen-!
Buxtorff.
lust, Hamb. 1696 ff.; Toccata u. Fuge, heransg.von Cominer, Berl. 1840, u. a. Brambach.»
Buxton (das Bucvstenum der Römer), Markt-flecken u. Badeort in der englischen GrafschaftDerbyshire; 3717 Ew. Hier der Palast Crescentdes Herzogs von Dcvonshire u. Old-Hall, Schloßdes Grafen von Shrewsbnry, einige Zeit langder Gewahrsam der Königin Maria Stuart. Inder Nähe das Bools stols, eine Stalaktitenhöhle,u. Oiamonä still, wo Krystalle gefunden werden.Mineralwasser von 22" L. mit wenig flüchtigen(Kohlensäure) u. festen Bestandtheilen (Kalk fastohne Eisen); schöne Badeeinrichtungen; jähr-lich bis zu 1400 Kurgäste; außerdem findet sichnoch eine schwache Eisenquelle hier.
Buxton, Sir Thomas Fowell, Gegnerder Negersklaverei, geb. 1786 in Norfolk; studirtein Dublin, war dann mehrere Jahre Theilhaberan einer großen Bierbrauerei in London, bethei-ligte sich mit seiner Schwägerin, Mistreß Fry (s. d.)an den Untersuchungen über den Zustand derGefängnisse u. gab durch seine Schrift: Onguirx,rvstetstsr crime anä missrz? nie prockneeä orprsventeck stx our prsssnt erstem ok prisonciisoiplins, Lond. 1818, Veranlassung zu den Re-formen im Gefängnißwesen, die seitdem in vielenLändern durchgeführt worden sind. Er widmetesich 1820 wieder dein Landleben in Norfolk undwurde 1821 Wilberforces Nachfolger in der Leit-ung der Bewegung für die Freilassung der Neger.1840 schied er aus dem Parlament, in welcheser 1818 getreten war, n. wurde zum Baroneterhoben. Sein Vorschlag, Afrika für europäischeGesittung zu gewinnen, hatte eine NigerexpeditionzurFolge, welche aber fehlschlug. Er st. I9.Febr.1845inNorthrepps. B. sehr.: Lsts ^kriean slavstracks, Lond. 1839, deutsch von G. Julius, 1841.Seine Memoiren, herausgeg. von seinem SohneCharles North B., 1848, 3. A., 1851, deutschbearbeitet von A. von Treskow, 1853.
Buxtorff, 1) Johannes der Ältere, viel-leicht der größte Kenner der rabbinischen Literaturunter den Protestanten, geb. 25. Dec. 1564 zuKamen in Westfalen; wurde 1590 Professor desHebräischen in Basel u. später Director des aka-demischen Gymnasiums; er st. das. 13. Sept.1629. B.schr.: Hebräische Grammatik, Lcyd. 1673,n. A., 1710; Ovxieon stebraicnm st sstaläaicnm,Bas. 1607, n. A., 1735, erweitert von Mondaldi,Nom 1791, 4Bde.; Instituts» spistolaris stsstr.,ebd. 1603, n. A., 1629; Ooneoräantias biblio-rnm stebraicae, herausgeg. von B. 2), ebd. 1632,Fol., n. A., 1836, u. v. Bähr, Stuttg. 1861, ab-gekürzt von Chr. Rau als Bons Lion, Franks,a. d. O. 1676, Berl. 1677; Osxieon cstalä.,talinnä. et rabbin., nach seinem Tode von seinemSohne Johannes herausgeg., ebd. 1639, Fol.,neu bearbeitet von Fischer, Lpz. 1866—74, 2 Bde.;Liberias s. Ooinmentarius masorstious, ebd.1620, vermehrt 1665; Os abbroviationibus IIs-braieis, ebd. 1613, vermehrt 1708; LxnaAOAS,znäaica, zuerst deutsch, Basel 1603, dann latein.,von Germberg, Hann. 1604 u. ö.; gab auch dieBiblia stsstr. rabb., Basel 1618 f., 2 Bde. Fol.,heraus. 2) Johannes der Jüngere, Sohn!des Vor., geb. 13. Aug. 1599 in Basel; wurde