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Bußknnones
ungen für Excommnnicirte bis zur Wiederaufnahmeiu die Kircheugemeiuschaft: a. vlstns, das weinendLiegen in der Vorhalle der Kirche während desGottesdienstes; l>. ^näitio, das Anhörcn derSchrifterklürung im Aufrechtstchen im Hintergründeder Kirche; s) Konnüsxio, das Beten knieend imSchiffe der Kirche unter der Fürbitte des Bischofsn. der Gemeinde; ci) Oonsistsntia, das stehendBeten mit der Gemeinde.
BuWanönes ((lanonss posnibsnbialss) sinddie von der Kirche festgesetzten Bestimmungen über»ie den Büßern aufzulegenden Bußwerke. SolcheKanones gingen nach dem Vorgänge Cypriansu. nach älteren Gewohnheiten von den Synodenzu Ancyra 314, Nicäa 325 u. s. f. aus. Diewichtigsten darauf sich gründenden Pönitcntialien,Bußordnungcn, finden sich bei Basilios von Cä-sarca (st. 379), Johannes Nestcnta, Patriarchvon Constantinopel (586). Jin Abendlande ent-standen während des ganzes Mittelalters überausviele solche Sammlungen, worüber den ausführ-lichsten Nachweis enthält Wasserschleben, Beiträgezur Geschichte der vorgratianischcn Kirchcnrechts-quellen, Lpz. 1839. S. auch Morinus, Vs aäml-nistrationg Laoram. posnitsntias. Löffler.
Bnsiklcid, 1) so v. w. vilioium. 2) So v. w.Sanbenito; s. u. Inquisition.
Bussole (Bonssole,v.ital.8n8soIa,Büchschen), einbei Feldmessungen gebräuchliches Winkelinstrnment,bestehend aus einem büchsensörmigcn Gehäuse mitin Grade eingetheiltem Kreisringe, in dessen Mittel-punkt <>ine horizontal schwingende Magnetnadel an-gcdracht ist. Die B. dient zunächst zur Bestimm-ung der Richtung einer aus dem Felde befindlichenLinie gegen den magnetischen Meridian des Ortesund mittelbar zum Winkelmessen. Ähnliche In-strumente, welche dem Seefahrer n. dem Mark-scheider zu gleichem Zwecke dienen, sind der See-u. Hängecompaß (l. Compaß). Man unterscheidet2 Arten von B-n: L. Die Feldbnssole (derKeldmessercompaß, s. Fig. 1 der Tafel zum Mag-netismus) besteht aus dem Compaß, dem Diopteroder Fernrohr u. dem Gestelle, a. Der Compaßist ein Messingcylinder von 10—20 ein Durch-messer und 1 ,-, —3 ein Höhe, ans einer ebenenMejsingplatte befestigt u. oben durch ein Glas-scheibe verschlossen; im Mittelpunkte ruht dieMagnetnadel mittels eines Carucolhütchens aufeinem spitzigen Stahlstifle. In gleicher Höhemit den wagerecht schwebenden Spitzen der Nadelist an der inneren Wand des Gehäuses der in360, rcsp. 400 Grade eingetheilte Kreisring be-scstigt; die Gradnummern laufen von links nachrechts wie die Ziffern ans der Uhr. Eine kleineFedervorrichtung — die Arretiruug der B. —dient dazu, die Nadel beim Nichtgebrauche vonder Stahlspitze abzuheben und an die darüberliegende Glasscheibe leicht angedrückt festzuhalten.Üver, neben oder unter dem Compaß ist l>) dasDiopter befestigt, u. zwar so, daß sich die Visirliniein einer auf dem Gradringe senkrecht stehenden Ebenedrehen läßt, welche diesen in dem Durchmesser vonPunkt 0 nach 180 (resp. 200) od. in einer demselbenparallelen Linie schneidet. Im letzteren Falle wirddie Visirlinie excentrisch genannt. Bei manchenB-n (so in der auf unserer Tafel abgebildeten) ist
— Bussole.
das Diopter durch ein einfaches Fernrohr mitFadenkreuz ersetzt. «.Das Gestelle der B. bestehtans eineni hölzernen Dreifuße mit messingenemKopfe, auf welchen der Compaß anfgcschraubt wirdu. der so eingerichtet ist, daß er eine Drehungdes letzteren um die Schwingungsachse der Nadelgestattet n. daß zugleich dem'Gradringe eine hori-zontale Stellung gegeben werden kann. Dieseletztere erkennt man daran, daß der Ring mit denSpitzen der stets wagerecht schwebenden Nadel beijeder Drehung in gleicher Höhe bleibt, od. auch,indem man eine Dosenlibelle auf den Glasdeckelsetzt. Um einen ans dem Felde abgestecktcn Winkelmit der B. zu messen, stellt man dieselbe überdem Scheitelpunkte des Winkels lothrecht auf, bringtden Gradring in horizontale Lage u. visirt zunächstdas Signal an, welches den linken Winkelschenkelbezeichnet. Sobald die Nadel ruhig geworden ist,liest man die Anzahl der Grade am Nord- undSEnde der Nadel ab, wobei etwaige Bruchthcilevon Graden nach dem Augenmaße eingeschätzt wer-den. Beide Ablesungen müssen, wenn der Stiftgenau im Mittelpunkte des Gradringes steht, dieNadel also einen Durchmesser des Kreises bildet,genau um 180" (rcsp. 200°) differiren. Im an-deren Falle, wenn die Nadel excentrisch ist, gibtdas arithmetische Mittel aus beiden Ablesungen(diejenige am Südende um 2 L. vermindert) dieNeigung der Linie gegen den magnetischen Meri-dian (das Azimnth) an. Beim rechten Schenkeldes zu messenden Winkels verfährt man in gleicherWeise und erhält schließlich das Gradmaß desletzteren in der Differenz der beiden Azimnthe.Diejenigen B-n, bei welchen das Diopter (oderFernrohr) excentrisch, d. h. nicht lothrecht überoder unter der Nadel, sondern zur Seite derselbenangebracht ist, geben bei einmaliger Beobachtungdas Gradmaß der Winkel nicht genau an. Der
— übrigens in der Regel unbedeutende — Fehlerkann jedoch vermieden werden, wenn die B. einezweite Beobachtung mit durchgeschlagenem Dioptergestattet u. aus beiden das arithmetische Mittelgenommen wird. Ein hoher Grad von Genauig-keit wird beim Aufnehmen (s. d.) mittels der B.niemals erreicht, weshalb sie auch bei größerenVermessungen wenig Anwendung findet. L. DieOrieutir-B. dient dazu, bei Meßtischauf-nahmen, welche nicht im Anschluß an Dreiecks-punkte (s. Aufnehmen) stattfinden, die Mittagsliniezu ermitteln und im Plan anzngeben. Dieselbebesteht aus einem rechteckigen messingenen Kästchenvon etwa 15 om Länge, 7 ein Breite n. 2 emHöhe, in dessen Mitte sich eine Magnetnadel,ähnlich wie bei der Feld-B., mit 2 in Gradeeingetheilten Kreisbogenstücken befindet, welcheletztere sich so einander gegenüberstehen, daß derden Langseiten des Kästchens parallele Durchmesserdie Punkte 0 u. 180 (resp. 200) der Gradein-theilung trifft. Hat man den Meßtisch im Feldeaufgestellt und orientirt — d. h. die Linien desPlans den entsprechenden Linien auf dem Feldeparallel gerichtet — stellt man alsdann die Orien-tir-B. auf das Meßtischblatt u. dreht sie so lange,bis das NEnde der Nadel auf 0, das SEndeauf 180 (resp. 200) einspielt, so entspricht einean der Langseite des Kästchens, welche hier zu-