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Bilfingen
geb. in Klein-Rußland; wurde Lehrer bei der Aka-demie in Moskau, trat 1707 in den Mönchsstandu. wurde 1714 Präfect an der Akademie in Mos-kau, 1719 Oberhieromonach bei der Flotte, 1721Archimaudrit, Mitglied des dirigirenden Synods,Direktor u. Protektor aller geistlichen Schulen u.Typographien, 1726 Bischof von Räsan u. Mu-roin; st. 1731 zu Moskau. Er übersetzte Pusen-dorfs Einleitung in die Geschichte der europäischenStaaten, Petersb. 1718; Desselben: Über die Pflich-ten des Menschen u. des Bürgers, 1726; Stratte-manns Theatron, 1724, u. schrieb dazu eine durchreligiöse Toleranz hervorragendeEinleitung. Fernervon ihm Kanzelreden ans Len Sieg bei Pultawa;die Einnahme Schlüssclburgs, die Gründung derneuen Hauptstadt u. a. W. Körner.»
Büsingen, Dorf u. badische Enklave, umgebenvom schweizer Kanton Schafshausen, am Rhein.Als 29. Juli 1849 ein hessisches Commando sichhierher verfügen wollte, um Verhaftungen vonbadischen Flüchtlingen vorznnehmen, wurde es,weil es ohne schweizerische Erlaubnis; einen Theildes schweizerischen Rheins befahren hatte, vonden eidgenössischen Truppen in B. abgeschlossen n.erst 30. Juli auf dem Landwege nach dem Badi-schen entlassen, an welche Begebenheit sich damalsillmöthige Kriegsbefürchtnngeu knüpften.
.. Dusiris (Busir, a. Geogr.), Stadt in Nieder-Ägypten im Bnsirrtes Nomos, am linken Uferdes östlichen Hauptarmes des Nils: Tempel derIsis, zu welchem jährliche Wallfahrten unternom-men u. bei welchem jährliche Feste gefeiert wur-den; er wurde von Diocletianus zerstört. JetztBusyr (Abusstr) mit Ruinen. Von dem eigent-lichen Jsistempel glaubt man, daß er nördlich ineiniger Entfernung von B. gelegen habe u. seineÜberreste die Ruinen bei Bahbeüt (Bohbait) seien.
Busrris, Sohn Poseidons u. der Lysianassa,Tochter des Epaphos, nach Anderen Sohn desÄgyptos u. Neffe des Danaos, sagenhafter Königin Ägypten. Alle Fremde, die in sein Land ka-men, soll er nach griechischer Sage geopfert haben,veranlaßt dazu durch eine Dürre, welche nach demRathe des Sehers Thrasios (Phrasios) ans Kyprosnur daS alljährliche Opfern eines Fremden besei-tigen konnte. B. machte mit dem Propheten selbstden Anfang. Als er auch den Herakles opfernwollte, sprengte dieser Plötzlich seine Bande u. er-schlug den B. sammt seinem ganzen Gefolge, wasauf Vasengemälden mehrfach dargestellt ist. Jso-krates schrieb eine Schutzrcde auf ihn. Diodorosmeint, B. sei das Grab des Osiris, an welchemAusländer geopsert worden seien. Brandes.»
Bnsk, Stadt in der galizischen Bezirkshaupt-mannschast Kamionka Strnmilowa, im ehemaligenKreise Zloczow, am Bug; 6 Vorstädte; Spiritus-stbrik; Handel mit Fischen; 4956 Ew.
Buskernd, norwegisches Amt des StiftesChristiania, das von den Ausläufern des dasStift Bergen vom Stifte Christiania scheidenden Ge-birges Langefjeld, vielen strömenden Gewässernmit Wasserfällen, die Eisenhämmer u. Sägemllhlentreiben und, gesammelt, als Storelv sich in denTyrisfjord ergießen, n. von schönen Waldgebirgendurchzogen ist; 14,656 slsikm (266 HjM); 99,300Ew. Darin das große, in den Dramselv mün-
— Buß,
dende Wasserbecken Tyrisfjord, dessen östl. Uferder Urwald Krogskoven mit der 666 in hohen KuppeKrogkleven bildet, von deren Königsstuhl die mei-lenweite Aussicht über die reizende LandschaftRingcrige. Dahin wallfahrten die Bewohner dernorwegischen Hauptstadt u. nach der kleinen StadtHönsefjord (1200 Ew.) am Wasserfalle gleichenNamens u. der Kirche Norderhov mit dem Be-gräbnis; der in der norwegischen Kriegsgeschichteberühmten Anna Colbjörnsen.
Buspa, Nebenfluß des Setledsch in Indien;entspringt am Himalaja in Tibet; nach ihm istdas Thal von B., ein fruchtbares Gebicgsthal,benannt.
Buß, Franz Joseph, ultramontaner Politiker,geb. 23. März 1803 zu Zell in Baden; studirtePhilosophie, Medicin u. Rechtswissenschaften, wurde1824 Privatdocent u. 1836 Professor der Rechts-u. Staatswissenschaften an der Universität Frei-burg; sprach auf den Landtagen von 1837 und1846 für die Freiheit u. Unabhängigkeit der Kath.Kirche, ward 1848 in das Frankfurter Parlamentgewählt, wo er zur großdeutscheu Partei hielt.Er schr.: Geschichte u. System der Staatswissen-schaften, Karlsr. 1839, 3 Bde.; Über den Einflußdes Christeuthums auf Recht u. Staat, Freib.1841; Methodologie des Kirchcnrechtes, 1842;als vr. Eremites: Der Orden der BarmherzigenSchwestern, Schafsh. 1844, 2. A., 1847; DerUnterschied der katholischen und protestantischenUniversitäten Deutschlands, Freib. 1846; Die Ge-meinsamkeit der Rechte und der Interessen desKatholicismns in Frankreich u. in Deutschland,Schafsh. 1847—49, 2 Bde.; Die deutsche Einheitund die Prenßenliebe, Stuttg. 1849; Der hoheund niedere Radikalismus, Schafsh. 1850; Diekatholische Politik von Donoso Cortes und B.,Paderb. 1850; Geschichte der Bedrückung derKathol. Kirche in England, Schafsh. 1851; DieAufgabe des katholischen Thcils deutscher Nation,Regensb. 1851; Urkundliche Geschichte des Natio-nal- u. Territorialkirchenthums in der KatholischenKirche Deutschlands, 1851; Die freie katholischeUniversität Deutschlands, Schafsh. 1851; Dienothwendige Reform des Unterrichtes u. der Er-ziehung der kath. Weltgeistlichkeit Deutschlands,ebd. 1852; Die Reform der kath. Gelehrtenbild-ung in Deutschland, ebd. 1852; Reformen imDienste der kath. Geistlichkeit Deutschlands, ebd.1853; Die Gesellschaft Jesu, Mainz 1853, 2 Bde.:Der heil. Thomas von Canterbnry, ebd. 1855;Geschichte u. System der Staatswissenschaft, Karlsr.1859, 3 Bde.; Österreichs Umbau in Kirche undStaat, Wien 1862; Rechtfertigung des AnspruchsTirols auf seine Glaubenseinheit, Jnnsbr. 1863:übersetzte Maciejowski, Slavische Nechtsgeschichte,1835—39, 4 Bde.; Blanqui, Geschichte der poli-tischen Ökonomie in Europa, Karlsr. 1840, 2 Bde.;Gerando, System der gesummten Armenpflege,1844—46, 3 Bde. 1863 wurde er in den öster-reichischen Ritterstand erhoben. Im Jahre 1866zwang ihn ein Gehirnleiden, der öffentlichenThätigkeit für längere Zeit zu entsagen, aber inden letzten Jahren ist er wieder in seine Stelleals Rechtslchrer eingetreten n. hat sich als De-putirter der ultramontanen Partei in der badischen