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Buschir — Buschmänner.
altmodisch, nachlässig, unelegant, wortreich, weit-schweifig. In der geographischen Literatur seinerZeit nahm B. die erste Stelle ein. Was ihmsreilich mangelt, ist die Gesammtanschauung derErde u. der vergleichende Blick über die natürlicheBeschaffenheit ihrer einzelnen Theile. Sein Haupt-ziel war die sog. politische Geographie; seine we-sentlichen Verdienste bestehen in der möglichst voll-ständigen u. richtigen Localbeschreibung n. Statistik;auch wagte er es zuerst, von dem Zustande man-cher bisher in den Schleier des Staatsgeheimnisseseingehüllten Länder genaue Kunde zu geben. SeineNeue Erdbeschreibung, Hamb. 1754—92, 10 Thle.u. die 1. Abth. des 1., umfaßt Europa und denkleineren Theil Asiens (Fortsetzungen von Sprengel,Wahl, Hartmann, v. Ebeling, bis 1807, das Werkblieb unvollendet); Magazin für Historiographien. Geographie, Hamb. u. Halle 1767—93,25 Bde.;Wöchentliche Nachrichten von neuen Landkarten rc.,Hamb. 1773—87, 15 Jahrgänge. B-s Auto-biographie steht im 6. Bd. seiner Beiträge zu derLebensgeschichte denkwürdiger Personen, insonderheitgelehrter Männer, Halle 1783—89. Vgl. denSupplementband von Schlichtegrolls Nekrolog für1790—93, 1. Abth., S. 58—146. 2) JohannGustav Gottlieb, Sohn des Bor., Philolog n.Alterthumsforscher, geb. 19. Sept. 1783 in Ber-lin; studirte in Erlangen u. Halle Rechtswissen-schaft, wurde 1806 Regiernngsrefcrendar in Berlin,1811 Kgl. Archivar u. 1817 Professor der Alter-thumswissenschaften in Breslau, wo er den Vereinfür schlesische Geschichte u. Alterthümer gründete;st. 4. Mai 1829. Er gab heraus mit v. d. Ha-gen eine Sammlung deutscher Volkslieder, Berl.1807; Buch der Liebe, ebd. 1809, i Bd.; Grund-riß zur Geschichte der deutschen Poesie, 1812; DasLeben Götz' von Berlichingen, 1813; mit Kanne-gießer: die Zeitschrift Pantheon, Berl. 1810, 2 Bde.u. 3. Bd. 1 St.; mit Docen u. A.: Museum füraltdeutsche Literatur u. Kunst, 1809—11; Erzähl-ungen, Dichtungen, Fastnachtsspiele u. Schwänkedes Mittelalters, Berl. 1813—15, 3 Hefte; Nach-richten für Freunde der Kunst n. Gelahrtheit desMittelalters, ebd. 1816, 12 Hefte; Zeitbücher derSchlesier, ebd. 1813—19, 3 Bde.; Des DeutschenLeben, Kunst u. Wissen im Mittelalter, Berl. 1816bis 1818, 4 Bde., n. A., 1821; Die heidnischenAlterthümer Schlesiens, ebd. 1820—24, 4 Hefte;Reise durch einige Münster u. Kirchen des nörd-lichen Deutschland, Dresd. 1819; Lieben, Lust u.Leben der Deutschen des 16. Jahrh., Lpz. 1820bis 1824, 3 Bde.; Einleitung in die Geschichte deraltdeutschen Baukunst, Lpz. 1823; Das Schloß derDeutschen Ritter in Marienburg, Berl. 1823;Ritterzeit u. Ritterwesen, ebd. 1823, 2 Bde., u. a.;gab auch das Nibelungenlied, metrisch übertragen,Lpz. 1815, heraus.
Buschir, Stadt, so v. w. Abnschchr.
Buschklepper, so v. w. Wilddieb, Strauchdieb,Räuber.
Buschmann, Johann Karl Eduard, her-vorragender Sprachforscher, geb. 14. Febr. 1805zu Magdeburg; studirte seit 1823 in Berlin undGöttingen klassische Philologie u. orientalische Spra-chen, womit er die Erlernung neuerer Sprachenverband. Ein einjähriger (1827—28) Aufenthalt
in Mexico als Erzieher in der Familie eines Berg-beamten gab ihm Gelegenheit zu mehrfachen Rei-sen u. Studien in diesem Lande. Seit 1832 ander Königl. Bibliothek in Berlin angestcllt, rückteer 1853 zum Bibliothekar auf; seit 1851 ist erMitglied der Akademie der Wissenschaften. Seit1828 stand er in naher Beziehung zu Wilhelmvon Humboldt, dessen epochemachendes Werk überdie Kawi-Sprache er herausgab u. durch selbstän-dige Bearbeitung des 3. Bandes, die Grammatikder malaiischen Sprache, vollendete. Diesen Stu-dien auf dem Gebiete der polynesischen Sprachenreiht sich der L.psr?u äs In langus äss iis« Nar-guisss st äs la langus tattisuns (Berl. 1834) an.Hervorragende Bedeutung haben außerdem seineeingehenden Forschungen auf dem Gebiete der nord-u. centralamerikanischcn Sprachen, die in einerReihe Abhandlungen niedergelegt sind: Der atha-paskische Sprachstamm; Die Völker und SprachenNeu-Mexicos; Die Spuren der aztckischcn Spracheim Nördlichen Mexico und höheren amerikanischenNorden; Grammatik der Sonora-Sprache, n. m. a.,sämmtlich zu Berlin seit 1853 in den Abhandlun-gen der Akademie herausgegebcn. Ans dem Ge-biete der allgemeinen Sprachwissenschaft ist die Ab-handlung über den Naturlaut, Berl. 1853. Schonbald nach W. v. Humboldts Tode war B. in einnäheres Verhältniß zu Alexander von Humboldtgetreten u. unterstützte diesen bei der Herausgabealler seiner Schriften, vorzüglich des Kosmos, dessenzum Druck gelaugtes Manuscript von seiner Handherrührt. Ebenso verfertigte er das große, im 5.Bd. veröffentlichte Register dazu (vgl. HumboldtsKosmos, Bd. 5, S. 17 u. 128).
Buschmänner (holl. Bosjemans, d.h. Strauch-bewohner), Volk im südlichen Afrika, das sich selbstSaap, Sap, Plur. Saan, San, nennt u. einender zwei Hauptstämme der Hottentotteurace aus-macht; sie bewohnen, in viele Horden zerstreut,meist die sandigen u. gebirgigen Theile des Innernbis an den Kuneue u. Zambefi u. stehen, da sieMangel an Lebensmittel leiden, auf einer nochtieferen Culturstufe, als die Hottentotten. DerKopf der B. ist unförmlich u. stark nach hintenverlängert; die Backenknochen weniger hervor-steheud, als bei den Hottentotten; die Nase flach,der untere Gesichtstheil stark prognathisch; die Ohrengroß; die Augen klein u. tief in den Höhlen lie-gend. Die B. sind klein, gewöhnlich unter 5 Fußgroß, hager, aber gewandt, ausdauernd, energisch,scharfen Verstandes, rachsüchtig u. höchst grausam.Sie theileu sich in mehrere Stämme, leben abernur in einzelnen Familien zusammen, so lange siesich nicht zur Vertheidigung vereinigen müssen, u.haben einen unüberwindlichen Zug zum faulenUmherwandern, daher sie, ohne allen Ackerbau u.Viehzucht, sich mühsam nähren von Jagd, Honig,Heuschrecken, Ameisen, Schlangen, Fischen, wildwachsenden Zwiebeln n. auch oft nur vom Dieb-stahl, indem sie das Stehlen von Vieh als eineArt berechtigter Jagd ansehen, alles Vieh gleichschlachten u. nur das Fleisch anfbewahren; gelingtihnen kein Fang, so können sie auch Tage laugden Hunger ertragen, entschädigen sich dann aberdurch so unmäßigen Genuß von Speisen, daß siewiederum Tage lang ohne Regung liegen bleiben