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Braunschwcig (Geschichte).
auch sein Gebiet u. vereinigte cs mit Wolfenbuttel.Der Herzog von Lüneburg-Celle machte ihm indeßdie Wolfenbüttcler Erbschaft streitig, u. es kam1635 zu einem Vertrage, dem zufolge AugustWolfcnbütte! behielt, Kalenberg, Hoya u. Diepholzaber an die Cellische Linie abtrat. Als er die Ne-gierung übernahm, befand sich das Land in dentraurigsten Verhältnissen, aber seiner Umsicht ge-lang cs, demselben eine bessere Zukunft zu sichern,weshalb ihm auch seine Zeitgenossen den BeinamenLonex ckivimw, göttlicher Greis, gaben. Er istauch der Gründer der Wolfenbüttcler Bibliothek.Nachdem die Kaiserlichen 1643 Wolfenbüttel ge-räumt hatten, verlegte er seine Residenz dahin,schloß 1642 einen Separatfrieden mit dem Kaiser,erhielt 1649 das Amt Lutter amBarcnbcrg, 1651die Grafschaft Blankenburg, konnte aber die Streitig-keiten mit der Stadt B., die nach Ncichsfrciheitstrebte, nicht zu Ende bringen u. st. 17. Sept.1666. Über seine Theilnahme am DreißigjährigenKrieg s. d. A. Ihn überlebten 3 Söhne, RudolfAugust, Anton Ulrich u. Ferdinand Al-brccht; Letzterer stiftete die Linie B.-Bevern,Rndols August aber setzt- die Wolfenbüttcler Liniefort. Dieser war ein Fürst von großen Fähig-keiten u. Kenntnissen, unterwarf mit Hilfe derLüneburger Fürsten 1671 die Stadt B. u. erhieltdieselbe als Eigcnthum, nachdem sie bisher Ge-sammtcigenthnm beider Linien gewesen war, mußteaber die Ämter Dannenberg, Lüchow, Hitzackcr,Wustrow n. Scharnebeck dagegen an Lüneburgabtrcten. Außerdem erwarb er 1672 das AmtWalkcnricd. Er st. 26. Jan. 1704, ohne männ-liche Lcibeserben zu hinterlassen, u. ihm folgtesein Bruder Anton Ulrich, der schon seit 1685 seinMitregent gewesen. Dieser erwarb 1702 das AmtCampen n. ließ die Grafschaft Blankenburg zumFürstcnthum erheben (1707), das nach seinemTode sein jüngster Sohn Ludwig Rudolf er-hielt. 1710 wurde er katholisch n. st. 27. März1714. Sein Sohn August'Wilhelm, ein eifri-ger Protestant, solgte ihm u. suchte den Eindruck,welchen der Religionswcchscl seines Vaters hervor-gebracht hatte, zu verwischen. Nach dem Todedes Königs Georg I. von Großbritannien strebteer vergeblich, die Kurwürde an sein Haus zubringen. Er st. 23. März 1731 ohne Kinder, u.ihm folgte sein Bruder Ludwig Rudolf, seit1714 Fürst von Blankenburg, der viele wohlthätige Einrichtungen traf, aber schon 1. März1735, ohne Söhne zu hinterlassen, starb. Vonseinen 3 Töchtern war eine, Elisabeth Chri-stine, an den Kaiser Karl VI., die zweite, Chri-stin«, an den Großfürsten Alexei von Rußland,u. die dritte, Antonie Amalie, an FerdinandAlbrecht II., Herzog von B.-Bevern, vermählt;dieser folgte dann auch seinem Schwiegervater inder Hauptlinie, starb aber noch in demselben Jahre,3. Sept., die Regierung seinem ältesten SohneKarl hinterlassend, welcher das Collegium Caro-linum in B. gründete, die Universität Helmstädtvon Georg II. von England allein überlassen bekam,derselben eine verbesserte Einrichtung gab, aberdurch seine Prachtliebe u. durch den Antheil, dener am Siebenjährigen Kriege nahm, in welchemer 12,000 Mann zur alliirten Armee stellte, sein
Land in große Schulden (11—12 Mill. Thlr.)stürzte, so daß von Reichs wegen der Lehnsconcurseingctreten wäre, wenn nicht seit 1773 das Ein-greifen des Erbprinzen wenigstens einige Ordnungin die Finanzen gebracht hätte. Er verlegte 1753seine Residenz nach B. u. st. 26. März 1780.Karl Wilhelm Ferdinand, geb. 9. Oct. 1735,Karls Sohn, der älteste von 13 Geschwistern, dersich schon als Erbprinz während des Siebenjähri-gen Krieges als Feldherr auszeichnet hatte, folgtein der Regierung. Durch musterhafte Staats-wirthschaft hob er die Kräfte des Landes, durchkluge Sparsamkeit befreite er dasselbe von denSchulden, welche es drückten, beförderte Handeln. Fabriken, Acker- u. Bergbau u. die Forstcultur.1788 unterwarf er als preußischer FeldmarschallHolland, aber im Kriege gegen Frankreich 1792n. 1793 hatte er kein Glück u. legte zu Anfangvon 1794 den Oberbefehl nieder. 1806 befehligteer die preußische Armee, wurde bei Auerstädttödtlich verwundet u. st. 10. Nov. 1806 in Otten-sen bei Altona, wohin er geflüchtet war, wenigeTage nachdem Napoleon I. das Machtwort ge-sprochen: das Haus B. hat aufgehört zu regieren.Gleich nach der Schlacht bei Auerstädt ließ Na-poleon das Herzogthnm B. besetzen u. legte dem-selben eine schwere Contribution auf. Nach demFrieden von Tilsit 1807 wurde bestimmt, daßdasselbe nicht an die rechtmäßigen Erben KarlWilhelm Ferdinands zurückfallen, sondern mitAusnahme des 1679 erworbenen, sonst bremischenAmtes Thedinghausen zu dem neuen KönigreichWestfalen geschlagen werden sollte; es gehörte zuden Departements der Ocker, Leine u. des Harzes n.theilte während der siebenjährigen Fremdherrschaftalle Schicksale des Königreiches Westfalen. Nachder Schlacht von Leipzig kam B. 1 . Nov. 1813an Friedrich Wilhelm, jüngsten Sohn desHerzogs Karl Wilhelm Ferdinand, der die Re-gierung 1813 antrat. Er war bis 1806 in preußi-schen Diensten gewesen, zum Generalmajor ge-stiegen, hatte dann in Bruchsal gelebt u. von dem1805 ihm von seinem Oheim Friedrich Augustzugefallcnen Herzogthnm B.-Ols den Titel vonB.-Ols geführt, 1809 als Führer eines Frei-corps ein rcsultatlvses Unternehmen in NDeutsch-land gegen Napoleon commandirt u. war dannnach England gegangen. Er kehrte 22. Dcc. 1813zurück, nahm das Land in Besitz und stellte einCorps von 10,000 M. für die Verbündeten auf,marschirte mit 7000 M. 1815 in die Niederlande u.blieb 16. Juni 1815 bei Quatrebras. Bei seinenmilitärischen Liebhabereien u. seiner Nichtbeachtungder gewohnten ständischen Formen u. Rechte ver-wandelte sich der Jubel, mit dem er empfangenworden, bald in Mißstimmung, obwol er stets nurdas Gute für sein Land gewollt. Seine SöhneKarl und Wilhelm waren noch minderjährig,weshalb der Prinz-Regent von England (nach-mals König Georg IV.) als Obervormund dieRegierung von B. übernahm. Die besondere Leit-ung der Regiernngsgeschäste besorgte aber vonLondon aus der Graf von Münster in einer aller-dings nicht mehr zeitgemäßen patriarchalischen,aber doch in so fern anerkcnnenswerthen Weise, alsdie materiellen Interessen gefördert u. damit die