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Braurischwcig (Geschichte).
Hausgesetz (?actum Hsnrico - IVilllelmiannm),die Primogenitur u. Untheilbarkeit des Landesbetreffend; als sein Bruder Wilhelm sich dieserBestimmung widersetzte, nahm ihn Heinrich ge-fangen u. hielt ihn 12 Jahre lang in Haft, biser 1535 den Primogenitnrreceß Unterzeichnete.In der Fehde mit dem Bischof von Hildesheimward er zwar in der Soltauer Heide geschlagen,erwarb aber 1523 den größten Theil von Hildes-heim , betheiligte sich am Bauernkriege und anKämpfen in Italien u. trat 1534 als Gegnerder Protestanten auf, verband sich mit HerzogGeorg von Sachsen u. wurde Anführer des gegendie Schmalkaldischen Bundesgenossen errichtetenBundes, hatte jedoch wenig Glück als solcher.Von den Städten B. u. Goslar mit Hilfe vonSachsen n. Hessen wurde er 1542 ans Wolsen-büttel vertrieben und 1546 mit seinem inFrankreich gesammelten Heere geschlagen undgefangen nach Ziegenhain gebracht, von wo ererst 1547, durch die Schlacht bei Mühlberg befreit,wieder in sein Herzogthum zurückkehrte. In seinenvielen späteren Fehden hatte er nicht mehr Glück,wie ihm auch seine Ehe mit dem Hvfsräulein Evsv. Trott manche Händel brachte, zumal er denmit ihr erzeugten Sohn Eitel Heinrich zuseinem Nachfolger haben wollte wider des KaisersWillen. Dagegen gab er dem Lande manche guteInstitutionen u. refvrmirte besonders im Rechts«wesen. Er st. 11. Juni 1568 u. hatte seinen SohnJulius zum Nachfolger, einen eifrigen Prote-stanten , der die evangelische Lehre ausbreitete,Klöster in Schulen verwandelte, das SalzwerkJuliushall u. die Universität Helmstädt gründeten. das Römische Recht eiuführte. Ihm fiel 1584Kalenberg n. Göttingen (s. oben) u. 1585 dieGrafschaft Diepholz zu. Bei seinem Tode, 3. Mai1589, folgte ihm sein Sohn Heinrich Julius,seit 1566 Bischof von Halberstadt. Dieser durchseine Bildung u. Gelehrsamkeit noch den Vaterüberragende Fürst reformirte von 1591 an Hal-berstadt, erbte 1596 Grubenhagen (s. oben),zog die Grafschaft Blankenburg und Regensteinals heimgefallcnes Lehn ein, ordnete die Ver-hältnisse der Landlente gegenüber den Guts-herren, führte das Schatzcvllegium ein, ausdem nachher ein landständischer Ausschuß wurde,u. starb in Prag im Juli 1613 während einesBesuches beim Kaiser Matthias. Sein ältesterSohn u. Nachfolger, Friedrich Ulrich, besaßweder die Kraft, seinen Besitz zu erhalten (ermußte 1617 Grnbenhagen an Lüneburg abtreten),noch die Entschlossenheit, das Wohl seines Landesund seiner Glaubensgenossen in der stürmischenPeriode, in welche seine Regierung siel, wahrzu-nehmen, u. spielte im Dreißigjährigen Kriege eineschwankende Rolle. Er starb kinderlos 11. Aug.1634, u. das Land fiel an August, Herzog vonB.-Lüneburg-Dannenberg.
L) Jüngere Linie B.«Lüneburg. Bei derTheilung 1409 zwischen den Söhnen des HerzogsMagnus II. (s. oben), war Lüneburg an Heinrichden Milden gefallen, der die Sicherheit der Heer-straßen förderte u. den räuberischen Adel züchngte,so daß er der König der Heiden genannt wurde;er st. 1416, u. ihm folgten seine Söhne Wilhelm
n. Heinrich, die aber 1428 mit ihrem OheimBernhard tauschten (s. oben), welcher nun Herzogvon Lüneburg u. Stammvater der mittleren LinieLüneburg wurde u. 11. Juni 1434 starb. Erhintcrließ 2 Söhne, die gemeinschaftlich regierten,Otto den Lahmen (von der Heide) u. Fried-rich den Frommen. Otto st. 1446 Plötzlich u.ohne Erben, n. nun führte Friedrich die Regier-ung allein. Mit der Geistlichkeit der benachbartenHochstifter wurde er in Zwistigkeiten verwickelt,trat 1457 die Regierung seinen Söhnen Bern-hard II. u. Otto dem Siegr eichen ab, welcheaber vor ilim starben, Ersterer 1464, Letzterer1471 u. übernahm sie daher wieder; er st. 1478.Ihm folgte sein Enkel Heinrich der Mittlere,Ottos Sohn, der sich in der HildesheimischenStiftsfehde mit dem Bischof Johann gegen seinenVetter Heinrich von Wolfenbüttel verband n. dieBewerbung des Königs Franz I. von Frankreichum den Kaiserthron gegenüber KarlV. begünstigte.Als der Letztere zur Regierung kam, fürchtete erdessen Zorn, trat 1520 das Land an seine SöhneOtto ».Ernst ab u. begab sich außer Land, umder Reichsacht zu entgehen. Als seine Söhne 1527die Resormatiou in ihrem Lande einführten, suchteer sich vergebens der Regierung wieder zu be-mächtigen. 1527 entsagte Otto der Mitregicrung,gegen die Abtretung von Harburg, n. stiftete dieLinie B.-Harburg, welche 1642 erlosch u. dasLand Lüneburg hinterließ. Dagegen trat der 3.Bruder, Franz, mit ein, der aber 1536 sich mitdem Amte Gifhorn absurden ließ u. die LinieB.-Gifhorn stiftete, die aber 1649, La Franzohne Söhne starb, mit ihm wieder erlosch. Ernstder Bekenner regierte nun in Lüneburg allein,zeigte sich als eifrigen Anhänger der protestanti-schen Lebre, trat 1546 zum SchmalkaldischenBunde,gerade als der unglückliche Krieg zwischen diesemu. dem Kaiser dem Ausbruche nahe war, erlebteaber Len Ausbruch nicht mehr, da er schon 11.Jan. 1546 starb. Ihm folgte sein ältester SohnFranz Otto, u. da dieser schon 1559 ohneKinder starb, seine jüngeren Brüder, die HerzögeHeinrich n. Wilhelm, die anfangs gemein-schaftlich regierten, 10. Sept. 1569 aber sich da-hin verglichen, daß Heinrich seinem jüngerenBruder oie Regierung abtrat n. sich als ältererbloß die Ämter Dannenberg, Lüchow, Hitzacker u.Scharnebeck vorbehielt. Er nannte seine Linie nunB.-Lüneburg-Dannenberg u. ward, da seinSohn August später Wolfenbüttel erbte, Stifterder Linie Wolsenbüttel. Wilhelm, der jüngereBruder, dagegen stiftete die Linie B.-Lüneburg,welche später die Knrfürstenwürde erhielt u. 1815den Titel eines Königs von Hannover an-nahm (s. u. Hannover Gesch.).
IV. Das jetzige Haus B., seit 1569. Hein-rich, Herzog von B.-Lüneburg-Dannenberg, resi-dirte in Dannenberg u. st. 19. Jan. 1598. Seinältester Sohn, Julius Ernst, führte die Regier-ung allein u. vereinte die Grafschaft Wustrow mitseinem Gebiete. Als 1634 das Haus B.-Wolfen-büttcl ausstarb, überließ er seinem jüngeren BruderAugust, welcher in Hitzacker seinen Sitz hatte,alle Ansprüche auf die neue Erbschaft gegen eineGeldsumme; er selbst st. 1636. August erbte nun