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Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
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Brauuschwcig (Geogr. u. Statistik).

lich sächsischer Abkunst, haben vorherrschend blaueAugen, blonde od. bräunliche Haare, sprechen platt-deutsch, die gebildeten ein sehr reines Hochdeutsch;die frühere einfache Kleidertracht der Bauern istsäst gänzlich verschwunden, u. der Landbewohnerist hinsichtlich der Kleidung vom Städter nichtmehr zu unterscheiden. Bodengestaltung. Dernördl. Theil ist meist eben, nur im O. ist Lasmit hartem Holz bewaldete Elmgebirg (bis327m)u. einige Hügelreiheu, der Fallstcin, die Lichten-berge, der Dorm u. Asse; die beiden südlicherenTheile sind gebirgiger, haben im O. den Harz(Wormberg 971 m, Achlermannshöhe 936 m,Eversberg 679 m), sowie das Marmorgebirg mitMarmorvrüchen, die Baumanns- u. Bielshöhle,im W. das mit Laubholz bewaldete Gebirg desSolliuger Waldes (bis 448 m), der sich mit demLogeier u. Hils ostwärts mit dem Harz verbin-det. Flüsse: westl. bildet die Weser eine Streckelang die Grenze u. fließt dann Lurch das braun-schweigische Gediet; ihr fließen die Leine, Innerste,Fuse u. Aller (mit der Ocker) zu; der Elbe gehenzu die Ohre u. durch Saale u. Helme die Bodeu. Zorge. Mineralquellen sind: eine erdig-salinijche Eisenquelle zu Helmstädt, eine eisenhaltigebei Ölber; ferner die Soolquellen zu Juliushallbei Neustadt-Harzburg (gegenwärtig eines der be-suchtesten Bäder in Norddeutschland), die zuSchöningcn, Salzdahlum, zu Bärnsdorf u. Schöp-penslädt. Klima nicht überall gleich, ader gesund;im N. milder, als im gebirgigen S., wo die Win-ter sehr kalt sind; Frühling u. Herbst bes. sencht.Products: von Mineralien 1871: Eisenerze1,987,642 Ctr., etwas Blei, Kupfer, Schwefel-kies; Braunkohlen 4,329,592 Ctr., etwas Stein-kohlen (Gesammtwerlh der Bergwerks-Producte729,807 N); auHüttenproducten: Roheisen 571,492Etr., Stabeijen 92,492Ctr., etwas Stahl, Kupfer,Blei, Silbern. Gold rc. (Gesammtwerlh 4,169,415N); Kochsalz für 107,592 Ll. Die früher fiscali-scheu Hüttenwerke am Harz sind mit AusnahmeLesCommunionbergbauesbeiGoslar (mit Preußen)gegenwärtig in das Eigcuthum von Privatgesell-schaften übergegangeu. Die Gebirge geben auchMarmor, Vitriol, Sandstein, Porzellanerde. VonPflanzen: Getreide (bes. nördlich), Ölgewächsc,Gemüse, besonders bedeutende Spargelzucht beiB., n. dgl., Flachs, Hopsen, Obst (nicht zureichend,nur Borsdorser Äpsel werden ausgesührt), Färber-röthe, Cichorien, Tabak u. viel Holz; von Thieren:die gewöhnlichen Hausthiere, wildes und zahmesGeflügel (von elfteren in der Ebene bes. Gänse),viel Wild, Bienen. Das Land hat im Ganzen,mit Ausnahme der Gegenden am Harz und derLüneburger Heide, einen fruchtbaren Ackerboden,n. mau rechnet 2 Theile auf Ackerland u. Gärtenu. je einen Theil auf Wald, Wiesen u. Triften.Die Industrie erzeugt außer den gen. MetalleuimBergbau, der betrieben wird, noch Glas, Spiegel,Porzellan u. Steingut; ferner Brauereien (Mummeu. bayerisches Bier), Cichorien- u. Tabakfabrikcn,Leinenweberei, Garnjpinnerei, Jute- u. Flachs-spinnerei, Gerbereien, Fabriken in Holz u. Wolle,lackirten Maaren u. Wurstbereituug (Braunschwei-ger Leberwurst). Der Industrie steht bei deinReichihum an Holz u. Mineralien noch ein bedeu-

tender Ausschwung bevor. Bon größerer Bedem-ung ist der Handel, welchen bes. die Braun-schweiger Messen u. die Eisenbahnen (Ende 1874331 km, s. Braunschweig. Eisenbahnen), gehobenhaben; die Chausseen sind in vortrefflichem Zu-stande. Lieh muß eingesührt werden, doch gibtes zu Harzburg ein Landgestüt, dessen Beschälerauf mehrere Stationen im Lande verthcilt sind.Wissenschaftliche Anstalten: Sonst war

Helmstädt Landesuniversität, da aber diese 1809vom König von Westsalen aufgehoben wordenist, hat Braunschweig seine Landcskinder nachGöttingen gewiesen und seine Freitische dorthinverlegt; es besitzt auch einen besonderen Studicn-sond, aus dem Vermögen der früheren Universitätu. Klöster gebildet, mit 480,153 LI jährlicher Ein-nahme n. 395,430 LI Ausgabe, die für Kirchen,Bildungsanstalten u. wohlthälige Zwecke verwende:werden. Außerdem sorgen in der Stadt B. das Col-legium Carolinum (Polytechnikum), 6 Gymnasien(zwei zu B., je 1 zu Wolsenbüttel, BlankenburgHelmstädt u. Holzminden), 1 Predigcrsemiuar inWolfenbüttel, Baugewerkschule in Holzminden,Schullehrerseminarien u. Präparandenanstalten inB., Wolsenbüttel n. Blankenburg, außerdem nochTaubstummen- u. a. Anstalten für wissenschaftlicheBildung. Die Blinden-Anstalt wurde im I. 1874mit der zu Hannover vereinigt. Berühmt ist dieBibliothek in Wolsenbüttel. Verfassung: B. ge-hört zum Deutschen Reiche. Laudesgrundgesetz istdie neue Laudschaftsordnung vom 12. Oct. 1832(vgl. Pölitz, Votum über den Entwurf der Lau-desorduung, Lpz. 1831; Jürgens, Bemerkungenüber denselben, Braunschw. 1831), zu der dieGesetze vom 19. März 1850 u. 4. Juli 1851,das Gesetz über die Zusammensetzung derLandcs-versammluug vom 22. Nov. 1851, das Wahl-gesetz vom 23. Nov. 1851 u. das Gesetz vom19. April 1852 wesentliche Änderungen eingesührthaben (vgl. Zachariä, Die deutschen Verfassungs-gesetze der Gegenwart, S. 694 ff.). Der Herzogist souveräner Laudessürst u. succedirl ans demGesammthause B. - Lüneburg erst im Mannes-stamme, dann in weiblicher Linie, nach der Lineal-erbsolge n. dem Rechte der Erstgeburt. Die ineiner Kammer vereinigten Landstände bestehen aus46 Abgeordneten (von Landgemeinden 12, Stadtge-meinden 10, durch Wahlmänner; vcn Len Höchst-besteuerten 21 u. den Geistlichen 3, direct gewählt).Wählbarkeit unbeschränkt, der Austrag dauert sechsJahre. Doch wird vor dem Beginne jedes ordenr-lichenLandtages, der alle 3 Jahre zusammentritt,die Hälfte der Abgeordneten neu gewählt. TieLandstände haben das Recht der Steuerbewilliguug,der Zustimmung zu den Gesetzen, der Präsenta-tion von 2 Räthen des Obergerichtes, der legis-latorischen Vorschläge, der Anklage der Ministerwegen verletzter Verfassung, der Annahme vonBittschriften u. Beschwerden u. deren Vortragesan den Landesherrn. Mit der obersten Leitungder Laudesverwaltung ist das unmiueli'arunter dem Landesherrn stehende und collegialischorgauisirte Staatsministerium beauftragt. Eineaus den Ministern, den Vorständen der höherenBehörden und den vom Herzog bes. ernanntenMitgliedern zusammengesetzte, in 6 Sectioueu ge-