10 Bramlkohlcnformatioir — Bcamrschweig (Hcrzogthllin).
Flötze über einander, wie in der Mark Branden-bnrq, wo sieben bekannt geworden sind. AlsZwischenmittel findet sich gewöhnlich plastischerThon oder Sand. Die Verbreitung der B. isteine sehr große; sie findet sich besonders im nord-deutschen Flachende entwickelt. Von Bonn undlöln zieht sich eine Ablagerung über den Wester-wald bis in die Frankfurter Gegend. Sehr reichist naurentlich das nördliche Böhmen; ebenfallsreichlich versehen mit B. sind die österreichischenAlpen, Frankreich u. NAmerika. Über die Bild-ung der B-n geben die heutigen Torfbildungensicheren Ausschluß. Der sogen. Martors Däne-marks bildet sich in seichten, von Düne» abge-schlossenen Seen, indem die üppig wucherndenSumps- u. Moospflanzen durch zeitweises Ein-brüchen der Dünen begraben werden. Unter demDrucke de§ Sandes entstehen geschichtete u. plati-gcdrllcktc Stämme enthaltende Massen, welche B-nganz ähnlich sehen. Die riesenhaften Stämme derB-n, zwischen welchen ein reiches Thierleben sichentwickelt findet, müssen Waldungen gebildet haben,wie sie sich in ähnlicher Weise nur noch in denTropen finden. Die Anhäufung des abfallende»Laubes, welche durch geknickte Stämme u. Astewährend der verheerenden tropischen Orkane ver-mehrt werden, entspricht den Moder- u. Holz-massen, wie sie in vielen B-nlagern angetroffenwerden. Das Vorkommen einzelner Ablagerungenspricht dagegen für Ansammlung von Treibholz.Die amerikanischen Flüsse führen oft ungeheureHolzmaffeu mit sich, welche sich theilS in den Deltaihrer Mündungen vorfanden, theils bis ins Meergeführt und, von Strömungen erfaßt, zu fernenKüsten geflößt werden. Im Laufe der Zeit wer-den sie von Wasser so durchdrungen, Laß sie wiePfähle alter Wasserbauten ihre Schwimmfähigkeitverlieren, zu Boden sinken u. bedeutende Lagerbilden. Je mächtigere Erdschichten sowol die auf-rcchtstehenden Stämme der Waldungen als dasznsammengeflößte Treibholz der Tertiärzeit be-deckten, um so vollkommener Pflegt die Umwandel-ung in B. stattgefunden zu haben. Verwendungfinden die B-n hauptsächlich als Brennmaterial,wobei sie als Stückkohle, Scheitholz, durch Zer-sägen n. Spalten gewonnen, oder in Form vonBriqnettes u. Ziegeln angewandt werden. ZurFabrikation von Briqueltes eignen sich nur bitu-mcnreichc Kohlen; sie werden bis zum Erweichenerhitzt u. in kräftigen Pressen geformt. Die un-reinen erdigen B-n werden cingesumpft, in Formengestochen u. wie Torfziegel benutzt. Auch werdenB-n vielfach zur Darstellung von Solaröl undParaffin verwendet. Erdige B. dient als brauneFarbe (Kölnische Umbra). In Asturien, sowie beiSamte - Colombe im Dep. l'Aude werden sehrcompacte B. (Pechkohle, Gagat, Jayet, Jet) zuKnöpfen, Rosenkränzen, Kreuzen, Franenschmucku. dgl. verarheitct. Die Alaunerde benutzt manzur Vitriol- und Alaunerzeugung. Zu letzteremZwecke macht man große Hausen, welche sich unterZersetzung des beigemengten Eisenkieses n. Bild-ung von schwefelsaurer Thonerde stark erhitzen.Alkali, welches gewöhnlich nicht hinreichend vor-handen ist, muß zugesetzt werden. Lehmann.
Brailiikohlenforiiration, s.Terliärformalion.
Braunkohlenöl (Oleum pz-rcxmrbonionm)^bei der trocknen Destillation der Braunkohle er-haltenes dickes, schwarzbraunes Öl von durch-dringendem Geruch, durch wiederholte Destillationreiner zu erhalten; wurde früher als Mittel gegenGicht und andere chronische Krankheiten benutzt.
Clören.
Braunkohlensandstein, sonst die die Braun-kohlen umschließende Molaffe.
Braunsberg, 1) Kreis im preuß. Regbez.Königsberg, auf beiden Seiten der Passarge,,von 20 , 2 « lcm der OBahn durchzogen; 982,g Usicm.(I7,b IIIM); 52,480 Ew. 2) Kreisstadt daselbst,an der Passarge, Eisenbahnstation; altes SchloßtI§-esnin lTosianum, im 13. Jahrh. gegründet,1818 zu einer Bildnngsanstalt für junge Klerikermit theolog. u. Philosoph. Facultät erhoben, kathol.Gymnasium, kath. Schullehrerseminar; Taubstum--menanstalt; Freimaurerloge: Brunno zum Doppel-kreuz; Aktienbraucrei, Flachsfactorei, große Amts-mühle; 10,470 Ew. Die Burg B. wurde 1241vom Deutschen Orden erbaut u. nach dem BischofBruno von Olmütz genannt; rasch entstand nunauch die Stadt. Doch bald bedrängten die abge-fallenen Preußen B. u. verbrannten Stadt undSchloß. 1279 wurde es unweit der alten Stättewieder erbaut, trat der Hansa bei bis 1298;wurde 1520 vom Markgrafen von Brandenburgeingenommen u. 1626 zeitweilig von den Schwe-den besetzt, 1667 von Polen an Preußen ver-pfändet. Im Febr. 1807 war B. bei Gelegenheitder Stellung der Russen u. Preußen hinter derPassarge wichtig; s. Preußisch-Russischer Krieg von
1806—1807.
Braunschweig, 1)Herzogthum in Norddeutsch-land, besteht aus drei größeren u. vier kleinerengetrennten Theilen; der größte ist der nördlichste(Kreise B., Wolfenbüttel n. Helmstädt), zwischendem preuß. Regbez. Magdeburg n. den preuß.LanddrosteienLüneburg u. Hildesheim; der anderegrößere Theil (Kreise Gandersheim u. Holzmin-den) liegt südwestl. davon u. grenzt im N. u. S.an die preuß. Landdrostei Hildesheim, im O. anden preuß. Regbez. Magdeburg u. im W. an denRegbez. Minden n. das waldecksche FürstenihumPyrmont; der dritte Haupttheil (Kreis Blanken-burg) liegt östl. davon, zwischen Preußen u. An-halt. Die kleineren Theile sind Enclaven, dergrößte mit dem Amte Kalvörde im preuß. Regbez.Magdeburg, zwei kleinere, Ölsburg n. Ost-Harm-gen in der Landdrostei Hildesheim, an der Lammen. Innerste; der letzte ist das Amt Thedinghausenin der Landdrostei Hannover, links an der unterenWeser und Eyther. Das Herzogthum ist getheiltin folgende 6 Kreise:
Braunschweig
Wolfenbüttel
Helmstädt
Blankenburg
Gandersheim
Holzminden
543 Hs Icm763 „
788 „
474 „
548 „
574
90,948 Ew.60,741 „
53,717 „
22,537 „
42,236 „
41,585 „
3690 Hjicm 311,764 Ew.,wovon 300,196 Lutheraner, 2793 Reformirte,7030 Katholiken, 574 christl. Sectirer u. Dissi-denten u. 1171 Juden, welche in 13 Städten, 2Flecken und 440 Landörtern leben; sie sind sämmt-