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Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
Entstehung
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Braunkohle.

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Braunkohle. Werner nannte das Materialder tertiären Kohlenablagerungen seiner vorwiegendbraunen Farbe wegen B., ini Gegensätze zurSchwarz- oder Steinkohle der älteren Formationen.Wenn auch zugegeben werden muß, daß die dunk-lere Farbe im Allgemeinen ein höheres Alter an-zeigt, so ist dieselbe doch noch von anderen Fac-toren abhängig, namentlich von dem Druck über-lagernder Erdschichten, Wärme rc. Daher findensich sowol braune Kohlen in älteren Ablagerungen,als schwarze in tertiären, u. ist die WernerscheUnterscheidung eine rein geognostische. Die B.bildet lockere oder dichte Massen von erdigem,faserig-unebenem oder muscheligem Bruch und isttheils weich u. zerreiblich, theils hart u. politur-fähig. Auf dem Bruche erscheint sie matt oderschimmernd, selbst fettglänzeud. Ihr spec. Gew.schwankt zwischen 1 u. 2,5; die Farbe ist bräunlich-gelb bis ganz schwarz. Die chemische Zusammen-. setzung ist ähnlich jener der Steinkohle, doch ist^ der Gehalt an Sauerstoff u. Wasserstoff ein größe-ü. rer. Die B. enthält Kohlenstoff 5575 pCt.,Sauerstoff 2619 pCt. u. Wasserstoff 4,g2,§pCt. Von der frischen Holzfaser unterscheidet sichdie B. durch einen größeren Gehalt an Kohlenstoffu. einen geringeren Gehalt an Sauerstoff u.Wasserstoff. Sie schmilzt nicht, wie einige Stein-kohlen, ist aber leicht entzündlich u. verbrennt mitstark rußender u. übelriechender Flamme zu einer,leichten Kohle. B-n sind meist weniger bituminös,als fette Steinkohlen und geben schlechte Cokes.Von der Steinkohle unterscheidet sich die B. amleichtesten durch einen braunen, meist glänzendenStrich n. dadurch, daß sie heiße Kalilauge braunfärbt. Der trockenen Destillation unterworfen gibtB. ein saures, Steinkohle ein ammoniakalischesDestillat. Man unterscheidet mehrere Arten vonB.: 1) Muschelige B. (Pechkohle, gemeine B.)ist der Steinkohle äußerlich sehr ähnlich, unter-scheidet sich jedoch durch die oben angeführten Merk-male. Sie ist von allen B-n am sprödesten und, härtesten, hat muscheligen Bruch u. ist fettglänzeud.Bei den dunkleren u. härteren ist die Holzstructurfast gänzlich verloren gegangen. Bituminöse Hölzer. von Kott im Siebengebirge zeigten die auffallendej Erscheinung, daß sie auf dem Ouerbrnche einerPechkohle glichen, aus dem Längsbruche jedoch sehrdeutlicheHolzstructur erkennen ließen u. nur matten.Glanz besaßen. In Berührung mit einem Eruptiv-gestein ist die B. zuweilen in eine Glanzkohle u.Stangenkohle nmgeändcrt (Meißner in Hessen).2) Moorkohle (erdige B., Erdkohle) kommt am. verbreitetsten von allen B-n vor; sic bildet seinerdige

m. staubartig zerreibbare, derbe Massen von schwar-zer bis gelblich-brauner Farbe mit ebenen Bruche

n. glänzendem Striche, enthält viel Feuchtigkeit n.erscheint daher oft schlammartig; auf trockenerLagerstätte zerfällt sie an der Luft. Verhärtete..Stücke n. Lager derselben heißen Knorpel. Trotzder erdigen Beschaffenheit ist der Aschengehalt unter12 pCt. 3) Bituminöses Holz (Lignit) kommtin ganzen Stämmen, an denen oft noch Äste u.Wurzeln vorhanden sind, u. mit deutlich erkenn-barer Holzstructur vor, bildet Anhäufungen für sichallein, od. ist in erdiger B. eingebettet. Meist liegendie Stämme und sind stark plattgedrückt. Von

Dechen erwähnt eines liegenden Stammes (kini-tes pouäsrosus), welcher bei einer Länge von12 in und 45 in Breite nur 0 m dick war.Bon Nöggerath wurden zuerst von Friesdorf beiBonn aufrechtstehende Stämme beschrieben, dar-unter ein Stamm mit Wurzeln von 4 in Durch-messer in der Brusthöhe. Auf der Grube Bleib-tren an der Hardt im Siebengebirge, wo dieStämme in Moorkohle eingebettet sind, fandensich auf einem Flächenraume von 22 Morgen 35solcher aufrechtstchenden Baumstämme von i3 inDurchmesser. In einer Höhe von 45 in warendieselben gewaltsam abgebrochen. Von Hartigwurde an einem derselben das Alter auf 3000Jahre berechnet. Außer den Holztheilen dieserLaub- u. Coniferenhölzer, welche letztere an Zahlüberwiegen u. ausgestorbenen Thuja- u. Cypres-senarten von riesiger Größe angehören, findet sichauch Bast, Nadeln, Tannenzapfen u. Früchte. DieNadelkohle im Elsaß, Thüringen n. a. O. bestehtaus bräunlich-schwarzen, auf muscheligem Bruchefettglänzenden, biegsamen, oft über 2 ckm langenNadeln, welche sich als isolirte Gefäßbündel vonPalmen deutlich erkennen lassen n. ein wärmeresKlima dieser Gegenden in der Tcrtiärperiode be-weisen. Sehr bemerkenswerth ist die 4) Blätter-kohle, welche ähnlich der Birkenrinde sich in papier-dünne, lcderartige,biegsameHäute von hellbis dunkel-brauner Farbe aufblättern läßt. Die Blättcrkohlcbesitzt hohen Bitnmengehalt u. ist auch an beigcmeng-tem Thon u. Kieselerde, welche die Schichtung il.einen großen Aschengehalt (oft mehr als die Hälfte)dieser Kohle bedingen. Ehrenberg wies in derBlätterkohle Kiesclinfnsorien nach u. hält sie füreinen von Erdpech durchdrungenen Polirschieferoder Blättertripel. Die sehr dünngeschichtetcnBlätterkohlen werden Papierkohle (Pappendeckel,DysoLit, Stinkkohle) genannt; sie brennen mitGestank, welcher wol thierischen Resten zuzuschrei-bcn ist. In der Blätterkohle sind Fische, Frösche,Reste von Krokodilen u. Säugethieren, Vogel-federn, Jnsecten, sowie Blätter, Blüthenkätzchenmit Blüthcnstaub n. a. Dinge nieist wohl erhaltengefunden worden; doch sind diese interessantenSachen in den Sammlungen nur schwer zu er-halten, da der beigemengte Eisenkies sich zersetzt u.die Stücke zerstört. 5. Alaunerde, granschwarzc,schieferige, an der Luft leicht zerfallende Masse,welche die B-n zu begleiten Pflegt. Fein vcr-theilter u. mit bloßem Auge nicht sichtbarer Eisen-kies imprägnirt diese Massen. Accessorische Gc-mengtheile der B-n sind namentlich der Eisenkiesoder Schwefelkies in Krystallen, Knauern undKugeln, oft in großer Menge u. fein vertheilt,oder auf Klüften als Überzug, ferner Eisenvitriol,Gips, Eisenalann, Schwefel, Oxalit, Honigsteinund bernsteinähnliche Harze, Retinite oder Rctin-asphalte.' Eigentlicher Bernstein findet sich erst inden jüngeren Terliärablagerungen. Wie die Stein-kohle, bildet auch die B. Flötze nicht selten vongroßer Regelmäßigkeit und Mächtigkeit (oft über15 m). Zu den stärkeren Flötzen gehören dievon Halle (7 Lachter), Brühl zwischen Bonn undKöln (913 Lachter), Salzhausen in Hessen-Darmstadt (10 Lachter), Zittau in Sachsen (stellen-weise über 15 Lachter). Selten finden sich mehrere

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