Braunau.
stügeltcn Dionysos, München 183S; Tages unddes Hercules u. der Minerva Hochzeit, 1839;Antike Marmorwerke, Lpz. 1843, 2 Bde.; Grie-chische Götterlehre, Hamb. 1850—54, 2 Bde.;Die Vorschule der Kunstmythologie, Gotha 1854,engl, von Grant, 1856, u. viele archäologischeMonographien, z. B. Über die Ficoronische Cista,Lpz. 1850; Die Apotheose des Homeros, ebd. 1848;Die Ruinen u. Museen Noms, Braunschw. 1854,engl. 1855, n. gab die Passion des Duccio Buo-ninsegna, ebd. 1850, heraus. 8) WilhelmAugust Detlef v., schwedischer Dichter, geb1813,gest. 1860; trat in den Militärstand ein, den er1846 als Lieutenant verließ. Seine ersten Viktorerschienen 1837; er wurde bald sehr populär durchdie Lebhaftigkeit, Leichtigkeit u. Ausgelassenheit seinerLieder; auch Novellen u. Prosaskizzen lieferte ernicht wenige. Gesammelt sind seine Werke als:Lawlaäo arbeton, Stockh. 1867—70, 6 Theile (der6. Theil in 2 Bänden). 9) Reinhold, Genrema-ler, geb. 25. April 1821 in Alteusteig (Württem-berg) ; war für den Beamtcnstand bestimmt, trataber 1836 an der Stuttgarter Kunstschule ein,kam 1844 nach München, wo er sich an FriedrichBoltz anschloß, infolge Lessen er sich der Idyllezuwendete. Rät seinen 30 Aquarellen aus demwürttembergischen Volksleben brachte er als derErste Sitten u. Gebräuche, Trachten n. Gewohn-heiten als Maler in ein System, ohne dem didakti-schen Element das Übergewicht über das künstle-rische einzuräumen. Außerdem malte er nebenvielen Genrebildern das Gefecht bei Waghäuselu. viele Lagerscenen. Erlebt in München. 10) Lud-wig, Schlachten-u. Genremaler, Bruder des Vor.,geb. 1836 zu Schwäbisch-Hall; erhielt den erstenKunstunterricht an der Stuttgarter Kunstschule,bildete sich dann in München u. Paris; lebt jetztin München. Bilder aus dem Schleswig-Holsteini-schen, Deutsch-Österreichischen, Deutsch-FranzösischenKriege; Turnier von 1496 in Nürnberg (für denGrafen v. Hunoldstein). In seinen Arbeiten be-kundet sich lebendige Auffassung u. große Frischeder Darstellung. 11) Karl, Justizralh u. Anwaltbeim Oberlribunal in Berlin, geb. 20. März 1822zu Hadamar in Nassau; studirte 1840 zu Mar-burg Philosophie, seit 1841 in Göttingen dieRechte; war von 1849—1866 Mitglied der nas-sauischen Zweiten Kammer, von 1858—63 Präsi-dent derselben, neben dem verstorbenen vr. Lang,Führer der nationalen Partei in Nassau, seit 1859ständiger Präsident des volkswirthschaftlichen Con-grcsses, seit 1867 Mitglied des Preußischen Abge-ordnetenhauses und Mitglied des NorddeutschenReichstages, seit 1871 des Deutschen Reichstages.Von seinen zahlreichen literarischen Arbeiten, diezum Theil eine sehr scharfe Kritik hervorriefen, sindhcrvorzuhebeu: Die Zinswuchergesetze, Mainz 1858;Für Gewerbe- u. Zugfreiheit durch ganz Deutsch-land, Franks. 1860; Vier Briese eines Süddeut-schen an den Verfasser der vier Fragen einesOstdeutschen, Lpz. 1867; Frankfurts Schmerzens-schrei und Verwandtes, Lpz. 1868; Parlaments-Briefe, Berl. 1868; Bilder aus der deutschenKleinstaaterei, 4 Bde., Lpz. u. Berl. 1869—70;Während des Krieges, Lpz. 1872; Totäj u. Jokaj,Berl. 1873; Aus der Mappe eines deutschen
Reichsbürgers, 3 Bde, Hannov. 1874; Mordgr»schichtcn, 2 Bde., Hannov. 1875. 12) Julius,talentvoller Archsolog, geb. 16.Juni 1825zuKarls-ruhe; studirte in Heidelberg, wo er Röths Schülerwar, dessen Ansichten über Len Zusammenhang dergriechischen u. orientalischen Philosophie von be.stimmendem Einfluß aus B. waren... Dieser machteausgedehnte Reisen durch Italien, Ägypten, Palä-stina, Syrien, Klein-Asien,Griechenland u. veröffent-lichte seine wissenschaftlichen Resultate, nicht ohneWiderspruch zu finden. Er docirte in Heidelberg(1853), Tübingen (1860) u. an der Akademie derKünste in München (1865). Aufreibende gelehrteThätigkcit führte seinen frühen Tod herbei, 22. Juli1869. Er schr.: Geschichte der Knust, in ihrem Enl-wickelungsgange Lurch alle Völker der Alten Welthindurch aus dem Boden der Orts künde nachgewiesen:1) Das Nilthal u. Mesopotamien mit den Sieben-ländern u. die phünik. Küsten; 2) Klein-Asien u.die hellenische Welt, Wiesbad. 1856—58, 2. Aust.,mit einem Vorworte von F. Reber, ebd. 1873;Studien u. Skizzen aus den Ländern der altenCultur, Mannh. 1854; Naturgeschichte der Sage,.Münch. 1864 ff.; Histor.Landschaften, Stuttg. 1867.
Lj Löffler? S) Solomon? 5» u. S) Regnet. 11) Bauer
12j Brambach.
Braunau, 1) Stadt in der gleichnamigen Be-zirkshauptmannschaft in Ober-Österreich, im ehema-ligen Jnnkreise, am Inn, über den eine Eisen-bahnbrücke nach Bayern hiuüberführt, Grenzsta-tion der Eisenbahn und des Telegraphen; Be-zirksgericht; spälgothische Pfarrkirche aus dem 15.Jahrh.; Papier- und Feuerlöschmaschinen-Fabrik,Glockengießerei, in der Nähe große Dampfholz-sägen; (1869) 2767 Ew. — B. soll als Brunduuum.schon Römerstation gewesen sein; es war seit 1672wichtige Grenzfestung Bayerns, welche von den.Österreichern genommen, 1705 den rebellischenbayerischen Bauern nach 2maligem vergeblichemSturme doch übergeben werden mußte. 1742 wurdeB. von den Österreichern belagert; 9. Mai 1743.hier Sieg der Österreicher über die Bayern (s.Oesterreichischcr Erbfolgekrieg); 1779 erhielt es Öster-reich ; 1805 wurde es von den Franzosen einge-nommen; nach dem Presburger Frieden behieltenes dir Franzosen u. ließen die Befestigungen 1806.schleifen; 1809 kam es an Bayern, welches die Fest-ungswerke wiederherstellte, es aber 1815 wiederan Österreich zurückgab. Hier wurde am 26. Aug.1806 aus Befehl Napoleons I. der Nürnberger Buch-händler Joh. Palm erschossen, dem man 1866daselbst ein lebensgroßes Bronzestandbild nach.Knolls Entwurf errichtete. 2) Braunow (vrau-nnvia), Stadt in der gleichnamigen Bezirkshaupt-mannschaft im ehemal. Kreise Königgrätz (Böhmen),an der Grenze von Preuß.-Schlesien, au derSteina;Benedictinerabtei, Gymnasium; mechanischeBaumwollenspinnereien u. -Webereien, Bleichereien,Appreturanstalten, Fabrikation rother Tücher;2660 Ew., mit den Vororten 4245. Die hiesige,1609 erbaute protestantische Kirche, welche der Abtdes Benedictinerklosters 1618 sperren ließ, gab einender ersten Anlässe zum Dreißigjährigen Kriege; dieStadt wurde 1648 von den Schweden geplündert.Am 26. Juni 1866 rückte die preuß.Garde unter demKronprinzen über B. aus Schlesien in Böhmen ein