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seine Einlassung. Von nnn ab wirkte er mitseiner Partei auf den Sturz des vorher von ihmso sehr beschmeichcltcn Fürsten und bildete mitJoan Ghika u. Golesco, nachdem in Plojesti 20.August 1870 die Republik ausgerufen worden,eine provisorische Regierung. Der Aufstand wurdeindeß rasch unterdrückt, n. ebenso mißlang der vonB. angezettelte Revolutionsplan, zu dessen Aus-führung die Störung der von den Deutschen ver-anstalteten Feier des 22. März 1871 das Signalgeben sollte; damals redigirte B. schon die Depe-schen auf dem Telcgraphenbnreau, welche demLande die Kunde von der gelungenen Revolutionbringen sollten. Er n. seine hohen Mitverschwo-rencn, darunter der Minister Joan Ghika, fahrenjedoch fort, sich aus Erneuerung ihrer Pläne vor-znberciten. 2) Demeter, älterer Bruder desVor., geb. 1818; ist in jeder Beziehung Gesin-nungsgenosse Joans; er war unter dessen Mini-sterium Cultusminister u. agitirt jetzt mit diesemfür eine dako-rumänische Republik.
Briitliug, s. u. Blätterschwamm.
Bratsberg, waldreiches u. gebirgiges Amt imnorweg. Stifte Christianssand; 14,781 Hjüiv
(268,5 IHM); 82,400 Ew. Gut B. im KirchspielGjcrgcn war vor der Reformation Sitz des königl,Befehlshabers im Län B.; dabei der Capitclsbergmit den Rinnen einer Kirche, mit schöner Aussichtüber das erzreiche Umland, welches von vielen,zum Thcil reißenden Gebirgsgewässern mit oft-maligen Wasserfällen durchströmt wird, die Säge-mühlcn für den lebhaften Ausfuhrhandel mitBauholz treiben. Die Einwohner sind kraftvoll,nicht ohne Schulbildung u. sittenstreng, aber armu. üben noch viele alte Gebräuche.
Bratsche (Altgeige, Armgcige, Violstta, Violaaika, Viola äi braoeio, dah. deutsch B.), eine Vio-line, nur durch größeren Bau u. um eine Quinteliefere Stimmung von der gewöhnlichen unter-schieden; hat 4 Saiten, e, A, ck, a, von denen diebeiden ersten übersponnen, die beiden letzterenDarmsaiten sind; man spielt sie nach dem Alt-schlüssel. Im 15. u. 16. Jahrh. war sie häufignot 5 Sailen bezogen; die 5. war das o unsererVioline, daher die L-Saite jetzt noch die Quintegenannt wird. Vgl. Bogeninslrumente.
Brattleboro, Ort im Weidham County desnordamcrik. Unionsslaates Vermont; dessen äl-teste Ansiedelung (vom I. 1725); Eisengießereien,Maschinenwcrkstätten; 4700 Ew.; besuchter Som-merauscuthalt mit Kaltwasser-Hcilanstalt, gegründetvon Robert Wcsselhöft.
Brahlatv (Braslaw), Kreisstadt im russ. Gouv.Podolien, am Bug, in der Umgebug sumpfigerStrecken gelegen; 5211 Ew. (1870). Wurde 1672von den Türken genommen, aber 1675 von denPolen zurückerobcrt u. von Neuem befestigt.
Branbach, Stadt im gleichnamigen Amte desKreises Rhcingau im preuß. Negbz. Wiesbaden,Station der Nass. Bahn, am Rhein und einerFelswand, ans deren Gipfel die ehemal. Feste Marx-burg liegt, von Johann, zweitem Sohne des Land-grafen Ludwig V. von Hesscn-Darmstadt, erbaut,zetzt verpachtet; 1750 Ew. in der Nähe Silber-u. Knpferschmelzen, sowie einige Mincralbruunen,von denen der Dinkholder, dicht am Rhein, der
— Braun.
bekannteste ist. B. kommt schon in Urkunden des12. Jahrh. vor u. wurde 1276 von Rudolf v.Habsburg zur Stadt erhoben; 1866 kam es mitNassau an Preußen. Im Mai 1875 wurde eingroßer Theil des Städtchens durch einen Wolken-bruch zerstört n. die Bewohner ihrer Habe beraubt.
Brauen, Getränke über Feuer bereiten.
Brauen, so v. w. Augenbrauen; s. n. Auge(S. 351).
Braugerechtigkeit (lat. llns llraxancki, llnsoorsvisiarum) war das ausschließliche, oftaus bestimmten Grundstücken als Realrecht beru-hende Recht zum Brauen u. auch wol Schenkendes Bieres. In den Städten gab es Braugilden,deren Mitglieder die Besitzer der Wohnhäuser inder Stadl waren, was mit dem schon im Sach-senspiegel enthaltenen Rechte der Städte zusammen-hiug, innerhalb der Bannmeile die Anlegungeines Brau- u. Malzhauses verbieten zu können.Als ausschließliches Liecht ist die B. iu Deutsch-land durch die jetzige Gewerbegesetzgebung beseitigt.
Braun, gemeinsame Bezeichnung der licht-schwachen Schattirungcn von gelb, orange n. roth.Man unterscheidet ohne Rücksicht ans die zu Grundeliegende Farbe hell-, dunkel- u. schwarz braun,mit Rücksicht ans dieselben gelbbraun (als Haar-farbe, wenn nicht zu dunkel, blond genannt) undroth braun, sowie mit einer grünen Beimisch-ung olivenbraun; außerdem zahlreiche gelb-uud rothbraune Schattirungcn, welche nach be-kannteren Natur- u. Kunstproducien benannt wer-den, wie nuß-, zimmt-, chocoladen-, kaffe-,kastanienbraun rc.. Vgl. Farbstoffe undFärberei. Wimmcnauer Ll.
Brau«, 1) Otto Philipp, gen. v. Mon-tenegro, geb. 1798 in Kassel, wo sein VaterSattler war; bestimmte sich für die Reitkunst u.nahm 1814 als hessischer Jäger zu Pferd amKriege gegen Frankreich theil; 1816—17 stndirteer in Güttingen u. Hannover Veterinärkunde u.reiste 1818 nach NAmerikä. In Hayti, wo erals Stallmeister in die Dienste des Königs Hein-rich getreten war, lernte er Bolivar kennen undging mit demselben 1820 als Reiterosfizier nachColumbia. Hier kämpfte er gegen die Spanieru. half 1824 die entscheidenden Siege bei Juninu. Ayacucho gewinnen. Nach der Constituirung desStaates Bolivia 1825 wurde B. Brigadegeneralu. Statthalter der Departements La Paz, Orurou. Cochabamba, nachher Kriegsminister u. Gcne-ralfeldmarschall. Nach dem Sturze des Präsi-denten Santa Cruz durch Gamarra (1839)kehrte B. nach Europa zurück, lebte hier meist,in Dresden und Kassel und starb in letzter Stadt24. Juli 1869. 2) Johann Wilhelm Jo-seph, kathol. Theolog, geb. 27. April 1801zu Gronau bei Düren; stndirte seit 1821 in Bonn,wurde 1828 Repetent im katholisch-theologischenCouvictorium u. Privatdocent an der katholischentheologischen Facultät in Bonn u. 182? Professorfür Kirchengeschichte u. neutestamentliche Exegese.Als Hermesianer mit dem Erzbischof Droste-Vische-ring entzweit und 1835 durch päpstliches Breveexcommunicirt, unternahm er 1837 eine Reisenach Rom, um eine Revision des HermesianischenProcesses zu veranlassen. Er wurde jedoch ab--