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Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
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Brassicanus

Röche u. Blasenbildung hervor, daher seine häu-fige Anwendung in Form von Senfteigen zuHautreizungen. Engter.

Brassicanus, Johann (deutsch. Kölreuker),aus Konstanz, Bebels Schüler u. Nachfolg, aus deinLehrstuhl der Eloquenz in Tübingen; schrieb eineder ersten brauchbaren lateinischen Grammatiken,1510. Sein Sohn Joh ann Alexander B., geb.1500 in Tübingen, wurde Professor in Wien, woer 1589 starb.

Brassier de St. Simon-Ballade, ein Zweigdes alten, weitverzweigten französischen GeschlechtesB., welcher sich in Deutschland niederließ; ausihm stammt: Graf Maria Joseph Anton,Sohn des im französischen Kriegsdienste verstorbe-nen Marie Louis Joseph, geb. 8. Aug. 1798 zuBrixlegg in Tirol; wurde in Schlesien erzogen,diente seit 1813 im preußischen Heere u. studirtedann in Berlin und Heidelberg die Rechte. Ertrat 1826 in die diplomatische Carriöre ein, indemer zuerst Attache bei der preußischen Gesandtschaftin Petersburg wurde; von hier kam er 1829 alsLegations-Secretär nach Constantinopel, 1833nach Paris u. 1837 als Ministerresidcnt nachAthen; nachmals war er Gesandter in Stockholm,feit 1854 in Turin, seit 1862 in Constantinopelu. seit 1869 in Florenz; wurde 1857 für scinePersonin den preuß. Grafenstand erhoben. Er st. 22.Octbr. 1872 zu Florenz. In den Jahren 1859u. 1860 hat er Cavour gegenüber die damaligelegitimistische Haltung Preußens gegen das Turi-ner Cabinet bedeutend gemildert und dadurch de»Übergang der preußischen Politik zum Jahre 1866erleichtert. Bauer.'

Braten, Zubereitung des Fleisches, wobei das-selbe ohne alles, oder doch nur mit wenig Wasserdem Feuer ausgesctzt wird, so daß die nahrhaftenlöslichen Bestandtheile, welche beim Kochen theil-weise gelöst werden, beim B. im Fleische bleibenu. weich, mürbe n. an der Außenfläche gebräuntwerden. Der Braten oder das gebratene Fleischgewährt daher nicht nur eine sehr wohlschmeckende,sondern auch höchst nahrhafte und, wenn er nichtzu fett ist, leicht verdauliche Speise n. ist demabgekochten Fleische unter allen Umständen vor-znziehen. Man brät am Spieße, wobei dasFleisch an einem spitzigen eisernen, mit einerKurbel versehenen Stabe (Bratspieß), in einemeisernen Gestelle (Bratbock), Lessen aufrecht-stehende Stanc.v t Haken oder Löchern versehensind, neben einem Hvlzkohlenfeuer von einer Personoder mittes eines besonderen Apparats (Braten-wender) herumgedreht wird. Damit die Wärmenicht zu rasch verfliege, benutzt man auch woleine Bratmaschine, welche aus einem blechernenGehäuse besteht, in dessen Seitenwänden sich Ein-schnitte zur Aufnahme des Bratspießes befinden,während die Hintere Seite sich gegen den an einereisernen Wand befindlichen Kastenrost, öffnet, dievordere aber mit einer Thür zum Öffnen verse-hen ist. Dabei muß das Fleisch beständig mitFett begossen werden, wodurch die Oberfläche ge-, schmeidig erhalten u. das Verdunsten der wässeri-gen u. gallertartigen Flüssigkeiten gehindert wird.Um aber die durch die Hitze entstehende Krustenicht zu dick im Verhältniß znm übrigen Fleische

Brcitiauu.

werden zu lassen, muß der am Spieße zu bereitendeB. von bedeutender Größe sein. Das ablaufendeFett wird in einer untergesctzten Pfanne gesam-melt. Ferner brät man aus dem Roste (Bratrost),der aus eisernen Stäben zusammengesetzt ist. Vondieser Bereitungsart gilt das von dem VorigenGesagte, nur daß man hier auch kleinere StückeFleisch (Beefsteak, Rostbeef), schmackhaft zubcreiteukann. Endlich in eisernen, kupfernen oder irdenenPfannen (Bratpfanne) in einer Bratröhre odereinem Bratofen; bei zweckmäßiger Einrichtung istgleiche Schinackhastigkeit u. zugleich mehr Reinlich,keit u. Ersparung an Holz u. Fett zu erreichen,als beim B. am Spieße.

Brater, Karl Ludwig Theodor, deutscherPublicist, geb. 27. Juni 1819 in Ansbach; stu-dirte die Rechte in Erlangen, Heidelberg u. Würz-burg n. bekleidete, nachdem er seit 1847 Hilfs-arbeiter im Justizministerium zu München gewesenwar, 184850 das Bürgermeisteramt in Nürn-berg, worauf er in Nördlingen und seit 1856 inMünchen wissenschaftlich beschäftigt lebte. Seit1858 gehörte er der bayerischen Zweiten Kammeran, wo er einer der Führer der Fortschrittsparteiwar, u. war 1859 einer der Mitstifter des Deut-schen Nativnalvereins, dessen Bestrebungen er inBayern wesentlich fördern half. Im December1863 wurde er geschäftsleitendes Mitglied desAusschusses der Deutschen Abgcordnetenversamm-lung. Er begründete 1850 die Blätter für ad-ministrative Praxis in Bayern, redigirte seit 1856mit Bluntschli das Deutsche Staatswörterbnch n.gründete 1858 die Bayerische Wochenschrift, 1859die Süddeutsche Zeitung u. 1865 die Wochenschriftder Fortschrittspartei und die autographirte Er-langer Correspondenz. Er starb 20. Oct. 1869in München.

Bratiann, 1) Jo an, rumän. Staatsmann,geb. 1822; trat schon frühe in Paris, wo er seineErziehung erhielt, mit der die Bölkerrepublik an-strebenden Partei in Verbindung, suchte dann mitden Brüdern Golesco u. A. diese Ideen in seinemVaterlande zu verwirklichen, mußte aber nach Un-terdrückung der Revolution in der Walachei 1848in die Verbannung nach Paris gehen; 1857 mitden anderen Verbannten in die Walachei zurück-gekehrt, agitirte er eifrigst für die Union beiderFürstenthümer, konnte aber, so lange Cnsa dieRegierung führte, nie zu einiger Geltung kommen.Um so größeren Einfluß gewann er nach der Be-rufung des Fürsten Karl von Hohenzollern undwurde schon im März 1867 Minister. Jndeßdurch seine dako-rumänischen Agitationen, die haupt-sächlich eine Vergrößerung Rumäniens auf KostenSiebenbürgens anstrebten, durch die zu dem Zweckedurchgeführte Erweiterung der Armeeorganisationu. a. erhöhte er die finanziellen Verwirrungen, u.Lurch die Zulassung der Judenverfolgungen brachteer das Land mit Österreich in Conflict. Dagegennäherte er sich mit Vorliebe Rußland, von demseine Politik sogar mit Geld unterstützt wordensein soll, u. Preußen, was die Concession der fürdas Land so kostspieligen Stroußbergschen Eisen-bahnbautcn mit zur >olge hatte. Dem Drucke, dendas Ausland der I: enfrage wegen übte, mußteB. endlich weichen u: > nahm im November 1863