und nicht ohne Grund verdammte es F.melons mystische Lehrsätze;denn der Mystiker, der unmittelbar mir Gott in Ver/bindnng stand und ohne die Mittclmacht der Kirche, dermußte dieser Miklelmacht als ein Rebell erscheinen.
Auch ist jenes Prirsterreich eben durch Len Mistizismus ge/fallen. Denn als Luther im Jahre 1510 wegen Angelegenhei,len seines Ordens in Rom war, und schon mancherlei Anstoßdaran genommen, daß sich die Wahrheit der Religion so wenigin einem heiligen Leben der Kircheiuürstrn ojfmiarcn wolle, ginger eines Tages hin, um mit mehrern Geistlichen das Abendmahlin der Kirche zum Lateran zu empfahcu, Wahrend er die hohenStufen Hinanstieg, so kamen ihm wie ein Blitz die Worte desPropheten ins Gemüth: Und der Gerechte wird seinesGlaubens leben. Er wandte nun seinen Fuß und verließdie Kirche.
In dieser Stunde fiel Nom.
Nach.em das Prirsterreich gefallen ist das Christenthum wie,her eine Volksreligion geworden.
Die Ehelosigkeit der Priester, die sich historisch gebildet, wirdsich, nachdem das Mänchthum verschwunden, auch historisch wie/der auflösen. *) Ehelosigkeit gibt jetzt keinen besonder» Geruchder Heiligkeit mehr, und cs ist natürlich, daß der Weltpriestereine Freundin, Gattin und Gefährtin habe, so wie die Lehrerder evangelischen Kirche, so wie die Lehrer der orthodoxen Kircheund wie die Lehrer der ersten Kirche.
Noms Herrschaft über die andere katholischen Kirchen ist ge/brochen, seit seine Lehnmiliz mit den Mönchen verschwunden ist.— Am Ende siegt das Vaterland und die nächste Beziehungenüber jede Weltgeistlichkeit, und nimmt diese in sich auf. Inden ersten 20 Jahren wird dieser Sieg aber noch nicht kommen
Zn Rußland ist die Wcltgcistlichkcit der griechischen oder orthodorcnKirche verlicirathct. Die Mönche aber nicht. Ebenfalls sind die Bi-schöfe nicht vcrhcirathet, so ans den Mönchen genommen werden.Auch können die katholischen, so in Rußland wohnen und vcrhcira-thct sind, Priester werden, woher es dann dort noch viele vcrheirathctekatholische Priester gibt. Dcr Pabst hatte keine Ursache dort die Ehe-losigkeit her Priester mit aller Strenge durchzuseyeri.