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in Verfall und Völlerei und Verschwendung trat an die Stelltder früheren Mäßigkeit und Arbeitsamkeit. So hatte einst diealte Abtei von Prüm einen Grafen von Manderscheid z„m Ab,te, der nie da wohnte, sondern auf seinen Schlössern ein Heidenischcs Lebe» führte, beinah das ganze Gut der Abtei »erschuftdete und verpraßte, und endlich am Aussatz verfaulte.
Um das Jahr yio fing die Benediktiner Abtei zu Klugniin Burgund an sich zu reformiren und die alte und eniste Neegel Benedikts wieder herzustellen. Die andern Abteien folgtenihrem Beispiele. Mit der Ordnung wurde auch der Wohlstandwieder hergestellt, der, besonders in den Zeiten der Kreuzzüge,sehr zunahm, da die Mönche fast alles was die Kreutzfahrer ver/kauften, zum Desitzthum ihres LLnobiunis brachten. — Aus diessem Reichthume ging aber später ebenfalls wieder Ueppigkeit undVerdorbenheit hervor, und cs scheint, daß es kein anderes Mit,tel gibt um die Menschen mäßig in dem Gebrauche der irdftscheu Güter zu erhalten, als eben die Armuth des Mittelstanddes, welche die Natur auf einem einfachen Wege, durch das steteTheilen des Besitzthums und durch die Fruchtbarkeit früh geschloftsencr Ehen erhält.
Als die Städte entstanden so siedelten sich auch in diesen,sonderbar genug, Einsiedler an. Die Abgeschiedenheit von derWelt, wurde hier auf eine künstliche Weise durch hohe Maurenund stets verschlossene Pforten erhalten, woher dann die Cönoebien auch Osurrim oder verschlossene Orte genannt wurden, auswelchem Worte sich später der Namen Kloster gebildet hat.
Dieser kleine» geistlichen Staaten mochten zur Zeit der Reeformalion, etwa -ooo blos in Deutschland sein. — Denn aueßcr den eigentlichen Benediktinern waren noch eine Menge an«derer Orden gestiftet worden, die alle mehr oder weniger derRegel des heiligen Benedikts folgten, sich aber von den eigenftlichen Benediktinern in Kleidung und Namen unterschieden«So z. B. die durch den H. Bernhard ums Jahrpioo gestiftetkcn Clstcrclenscr, (oder Bernhardiner) die hundert Jahre nachihrer Stiftung schon i geo Abteien zählten. So die Augustiner,'zu deren Orden Luther gehörte, welche ums Jahr 1256 dadurchentstanden waren, daß die nach der Regel AugustfuS zerstreutB-nj. Prvv. Vcrf. 1 THI, 25