Druckschrift 
1 (1819) In zwei Abtheilungen
Entstehung
Seite
473
Einzelbild herunterladen
 

Die Kompagnie-Anführer.', so im vierzehnten Jahrhundertin Italien den Krieg als ein Handwerk trieben, und ihn führeten für jeden der sie durch die höchste Bezahlung gewann, sahenes gerne wenn Schlachten ohne Blutvergießen geliefert wurden.Machiavelli erzählt, daß die Kriege damals gar nicht blutig ge,wesen, und die Schlachten in einer Art von künstlichen Tour,nircn bestanden. So habe das Gefecht von Anguiari 4 Stun,den gedauert, und es sep blos ein Mann Tod geblieben, dervom Pferde gestürht.

Bernhard von Weimar, Mannsfeld und selbst Wallenstein,waren solche Kompagnie Anführer im Großen, die den Kriegals Krieg liebten und führten, und die den Adel auf Kriegs-glück und Kriegsbeute gründeten, als auf ein fortdauerndesaber unstätes Domän. 0

§> r8g.

Dieses war der Zustand des Kriegswesens im Mittelalter.In diesem Zustande hat sich die Landeshoheit, mit Hülfe desLchnwescns und der Dienstleute, in die Höhe gearbeitet, wiewir solches in der Geschichte unserer jülichschen Grafen obengesehen.

Dieses ist die dritte Periode der deutschen Geschichte, von derMöser, in der Vorrede seiner Osnabrücker Geschichte, in folgen,den Worten redet:

„In der dritten Periode ist fast alle gemeine Ehre ver,schwunden."

„Sehr wenige ehrenhafte Gemeine haben noch einiges Reichs,gut in ßlomiiiio ^wiritsrio."

„Fast der ganze Reichsboden verwandelt sich überall in Lehn,Pacht, Zins und Bauerngut, so wie es dem Rcichsobcrhaupte

«') Unsere sichende Heere waren etwas ähnliches. Sie waren gleichsamein gemeinschaftliches und unveräusserliches Domän des unbegütcr-tcu Adels. Die Qffizicrstellen bildeten einen eisernen Bestand, aufLen z. B. in Preußen vor dem Jahre i8oö eine Rente von mo-natlich 400200 Rthlr. angewiesen, so der arme Adel c die Nach-kömmlinge der ehemalige Dienstmannschaft), der in der Armee dien-te zu genießen hatte.