Es hat von jeh-r viel Verwirrung gemacht wen» man dieWörter nicht mehr in ihrer ursprünglichen Bedeutung gcnom,men, sondern noch einen Nebenbegriff mit ihnen verbunden.
So bat es dem Worte Klugheit ergangen, mit dem die mei-ste» eine» schlechten Nebenbegriff verbinden, und Regeln derKlugheit geradezu für Regeln der Schlechtigkeit halten.Ich habe in dieser Schrift alle Worte in ihrer ursprünglichenBedeutung genommen.
So klagt Möser in seiner Osnabrüeker Geschichte, daß ihmdas am meisten das Schreiben erschwert, daß die Worte nichtmehr i» ihrer ursprünglichen deutschen Bedeutung genommenwürden. So könne man jetzt schon Niemanden ohne eine Um,schrcibung begreiflich machen, was in der deutschen Sprache derAusdruck, achtes Eigenthum bedeute. (S. seine Abhand,lung von dem ächten Eigenthume im 4 Bande der Phantasten.)
Und doch beruht gerade auf der genauen Ucbrreinstimmungder Worte mit den Begriffen, und der Begriffe mit der Naturund dem Wesen der Dinge, die Möglichkeit sich zu verstehen,wenn man, wie die Bergleute sagen, bis vor Ort fährt.
Besitzt der Bauer achtes Ligenthum am Gute, der ein Päch,ter ist? — Nein.
bestimmte,! Zusammenhang hat, und für sich ein besonderes Ganzebildet, wird im Deutschen ein Thun, genannt. So z.B. Mönchsthum. Dieses bezeichnet den Zusammenhang und die Geschichte desMbnihwesens als eines für sich bestehenden Ganzen. Eben 10P a b st t h u m. Eben so Christenthum. Eben so Königthu »1welches Luther so wie Priesterthum schon in seiner Bibelüber-setzung gebraucht. Eben so Volks thum, so durch Iah,, dieSprache cingeführt worden. ,
Ans dieselbe Weise kann im Deutschen das Wort Religion, durchGortthum gegeben werden, wo dann das Wort die Sache vielbesser erläutert und erklärt, als viele Reden. — So wie auch derSpruch: Ich bin der Wcinstock ihr seyd die Neben,die ganze Lehre des Christcnthums enthält. und für sich alleinschon ein kleiner Katechismus ist. .