Auch in der baierschen Verfassung wird der Adel und dieWappenfähigkcit, blos durch dir Abstammung von einem adeligenVater nachgewiesen, ohne daß das Wappen der Mutter beimNachweisen des Adels in Betracht gezogen wird.
Wahrscheinlich wird jetzt der Adel in Deutschland dieselbeWendung nehmen, die er in England genommen. Eine zustarke Vermehrung des Adels schadet ihm, da er leicht zu zahl,reich und zu gemein wird. — Allein anders ist es mit de»Edelgebornen, die zwar nicht adelig sind, allein vermögeihrer Geburt des Adels fähig. Dieser hat ein Staat nie zuviel und gerade aus diesem Stande sind in England die größtenStaatsmänner hcrvorgegangen, da sie sich frühe einer adeligenBeschäftigung gewidmet: dem Dienste der Gesellschaft.
So war Pitt der Vater, nachher Lord Chatam zweiter Sohndes Baronett Pitt.
Pitt der Sohn, war zweiter Sohn des Lord Chatam
Fox der Vater, nachher Graf Holland, war zweiter Sohndes Grafen von Jlchester.
Fox der Sohn, war zweiter Sohn des Lord Holland.
Der Minister Spencer Percivaliwar ein jüngerer Sohn desGrafen Egmont.
Der Oberrichter von England William Murray nachher GrafMansfield, war jüngerer Sohn des Viscount von Stormont.
Der Großkanzler von England, Thomas Erskine, ist derdritte Sohn des Grafen von Buchan, und Wellingthon ist derjüngste Sohn des Grafen von Mornington. *)
Wahrscheinlich wird sich bei Uns ein neuer Landadel ausden größeren Landeigcnthümern, in ähnlicher Weise bilden, wieer sich im alten Germanien gebildet, und wie er sich der Natur
") CS bat große Vortheile in Staatsgeschäste» » wenn adelige Erziehungund bürgerliche THLtigkeit sich mit einander vereinigen, so wie diesesbei den jüngeren Söhne» dcS englischen Adels der Fall ist. — Hätte»die Bürgerlichen so'große Aemter bei uns bekleidet, eine adelige Erzie»hung gehabt, so wäre manches anders gewesen, und vor allem wäreweniger Hvffartb zu verspüren gewesen, da der Stolz, de» die Unab-hängigkeit des Geschlechts gibt, die Hoffart der Dienstcitelkcit immer«usswlieöt.