trägt, und sklnen eigenen Odem in seiner Nase hat. Jedem die/ser Staaten muß man sein Leben gönnen, und durch Gesetzeseine Rechte ordnen und befestigen, denn außer der Gemeine,der Grafschaft und der Provinz, die in geographischer Hinsichtso geordnet, daß der kleinere immer im größern liegt, gibt esnoch eine Menge anderer Menschenvercine, so sich an diese geo,graphische Granzen nicht binden, und die doch die Natur unddie Eigenschaften kleiner Staaken haben. So z. B. alle reli,giöse Vereine. Vielfach ist die- Gränze des Kirchspiels zugleichGränzc der Gemeine, da das Christenkhum schon seit 1000Jahren in diesen Gegenden herrscht.
Allein, seit die Reformation auf demselben Boden mehrereBekenntnisse hervorgerufen, so laufen die Gränzen der christlichenGemeinen vielfach durch die Grunzen der bürgerlichen.
Eben so sind alle Innungen, alle Zünfte kleine für sich bk»stehende Staaten, die ihr eigenes Leben in sich tragen, und ihreeigne Souveränität, und die nebcnr und durcheinander auf dem/selbe!! Boden der Gemeine wohnen. — Ein Wnsthum wasdie versammelte Zunft bei geöffneter Lade gibt, und das derZunftmeister vollstreekt, kann von keinem Gerichtshöfe des Reichsgeändert oder gebrochen werden, oder zur Appel gezogen. *)
Als die französische Revolution auf einmal Liese kleine Staaeten aufhob, da mußte wohl eine große Auflösung in allen Verehältnissen der Gesellschaft entstehen.
Soll das Ganze gesund sem, so müssen seine Theile gesundsein, und diese behalten nur dann ihre Frische, wen» ste sichwechselseitig in der so nöthigett als nützlichen Spannung halten.
"s Eben so bilden die Universitäten, die Lehranstalten »nd alle solcheInstitute kleine für sich bestehende Staaten, die um so besser gedeihe»,je unabhängiger und selbständiger sie sind. Auch haben diese nichtallein im Mittelalrcr, sondern selbst bis zur Reformation und nochlange nachher, mit völliger Selbständigkeit bestanden, bis endlich ii»18tcn Jahrhundert die libherc Veamtenwclt, welche der Person desFürsten immer am nächsten stand, sie Erfindung machte: daß allesvon ihr ansgehcn müsse, »nd das, keine Gemeine gut verwaltet, »ndkein Gymnasium gut eingerichtet wäre, wenn sic nicht alles bis aufSkleinste anordne und bestimme, und zugleich alles eigene Leben ausihnen hetaustrcibe. Sie nannten dieses: Das Ilntergchcil der Ge-nieinen im Staate, »nd hielten dieses für die Vollendung alles weltli-chen Regiments, und für das höchste was von Menschen -n erreichen sey,
Venz. Pr. Verf. I. Th. > >4